Vertigo #1: Dominique Laveau – Voodoo Child

Weiter geht’s mit den neuen Comics im Vertigo-Stall. Da ich gerate krank bin, habe ich wenigstens Gelegenheit, meinen Vorsatz, die neuen Vertigotitel zu besprechen, endlich mal in die Tat umzusetzen.

Dominique Laveau Voodoo Child #1

Durch die Nachricht, dass mein geliebtes “Sweet Tooth” mit Heft Nummer 40 endet, brauche ich sowieso Nachschub. “Sweet Tooth” wird, darauf legt Lemire Wert, nicht eingestellt. Naja, aus Lemires Sicht kann ich die Entscheidung verstehen. Ich habe nie gedacht, dass “Sweet Tooth” sich gut genug verkaufen würde, um so weit zu kommen und Lemires andere Projekte sind wohl besser geeignet, etwas Geld zu verdienen. Außerdem mag die Geschichte aus Lemires Sicht auch auserzählt sein. Kein Grund zum Grollen, immerhin bietet Vertigo ein paar neue Serien, von denen ich “Saucer Country” und “The Deadwardians” bereits besprach.

Dieses Mal ist “Dominique Laveau Voodoo Child” von Selwyn Seyfu Hinds und John Floyd an der Reihe. Hier fällt einem zuerst das nicht sehr gelungene Cover ins Auge. Dabei ist es vom Stil her eigentlich sehr hübsch. Aber erstens ähnelt die Person auf dem Cover nicht Dominique, der namensgebenden Hauptperson, was aber ziemlich deutlich die Absicht war und zweitens räkelt sich eine Schlange so über ihre Schulter, das der Betrachter zuerst meint, Dominique hätte einen Buckel. Schlägt man den Comic dann auf, wird man direkt von einer Splashpage begrüßt, die sich stilistisch sehr vom Cover unterscheidet und deutlich geiler daher kommt. Nix Besonderes, aber ein guter Beginn. Man bemerkt aber auch sofort, dass Hinds Storytelling eher textlastig ist, was sich im Lauf des Hefts durchaus als Nachteil heraus stellt. Es gibt viel zu lesen, leider ist nicht alles davon interessant. Hinds will unbedingt New Orleans-Flair aufbauen, aber was er über die Stadt zu sagen hat, liest sich wie Blablabla, es klingt nicht, als würde jemand reden, der die Stadt wirklich kennt. Die Geschichte wirkt oft konstruiert. Viele Dinge passieren gleichzeitig, entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, nur damit Dominique von einer Situation in die nächste gerät. Die Charaktere, auch Dominique, bleiben bisher ziemlich blass.

Kurz zur Story: Dominique entdeckt, in einer ziemlich stressigen Situation in den Straßen und auf den Friedhöfen von New Orleans, dass sie irgendwie Voodookräfte besitzt. Sie wird von obskuren Gesellschaften, die sich mitten in einem Kampf um die Macht in, ähem, schwarzmagischen Dingen befinden, gejagt und sieht sich zunehmend mit der Frage konfrontiert: Ist sie die Nachfolgerin von Marie Laveau, der größten Voodoopriesterin, die New Orleans je gesehen hat?

Der Zeichenstil von John Floyd setzt viel auf Linien und Striche. Vor allem die Gesichter wirken enorm kantig, mitunter sogar unfertig, wie erst einmal ins Grobe gezeichnet. Geht aber insgesamt klar, wie “Voodoo Child” im Allgemeinen klar geht. Hinds hat noch Tempoprobleme, mal bremst sein Gerede die Handlung zu sehr aus, mal wird es etwas unübersichtlich. Die Geschichte ist Mittelmaß, könnte aber spannend werden. Schwer zu sagen, wohin “Dominique Laveau Voodoo Child” sich entwickelt. Es spricht vieles dafür, dass es in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, aber wer weiß. Ich denke, ich werde mir das zweite Heft auf jeden Fall noch zu Gemüte führen. Wenn das allerdings nicht deutlich besser ist als Heft 1, kann die Reihe von mir aus schnell sterben. Als Ersatz für “Sweet Tooth” wird “Voodoo Child” niemals taugen, genauso wenig wie “The Deadwardians”, da lege ich mich bereits jetzt fest. Das Potential, wirklich gut zu werden, sehe ich bisher nur bei “Saucer Country” von Paul Cornell und Ryan Kelly, aber es bleibt ja noch “Fairest” zu lesen.

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