Archiv der Kategorie: Rezensionen

Exemplar von “Action Comics” #1 entdeckt – Steht zum Verkauf

Action Comics #1 Cover (Source: http://robot6.comicbookresources.com/2013/05/man-finds-copy-of-action-comics-1-in-wall-of-old-house/)

In den Wänden eines herunter gekommenen Hauses in Elbow Lake, Minnesota, hat ein Paar ein Exemplar von “Action Comics” #1 entdeckt. Der Comic von 1938 ist extrem selten. Es existieren noch etwa 100 Exemplare, teils in schlechtem Zustand. Bei dem hier ist die Rückseite beschädigt, aber sonst ist der Zustand wohl gut. Momentan liegt das Höchstgebot bei 113111 $ (87669€). Nicolas Cage hat mal ein Exemplar in perfektem Zustand für 2,3 Millionen Dollar versteigert. Der Preis dürfte also noch etwas nach oben gehen. Aber hey: Erstauftritt Superman!

Geometrische Superhelden

Eric Dufresne aus Quebec, Kanada, malt “geometrische Superhelden” wie er es selbst nennt. Da das wahrscheinlich schwieriger zu beschreiben als zu zeigen ist, hier ein Beispiel (Klick für große Ansicht):

Geometrical Superheroes Ironman

Ihr wollt mehr? Hier könnt ihr mehr von Dufresne bewundern. (Vorerst) Leider nur Marvel.

Cosplay Piano – Catwoman spielt Danny Elfmans Batman-Theme (+Bonus)

Catwoman aus einem Burton-Film spielt das wunderbare Batman-Theme von Danny Elfman. Viel besser geht es nicht:

Catwoman wird dargestellt von der Pianistin Sonya Belousova.

Bonus: Cosplay Piano – The Walking Dead

(via Geekologie)

Oh Joy Sex Toy – Ein Webcomic, in dem Sex Toys besprochen werden

Oh-Joy-Sex-Toy

Oh Joy Sex Toy ist ein Webcomic, von Erika Moen, in dem sie Sex Toys testet (unterstützt wird sie dabei von ihrem Ehemann Matthew. Klingt seltsam und interessant. Ich bin gespannt, was da so kommt. Bis der nächste Teil erscheint, könnt ihr euch diese geekigen Sex Toys von Geek Kink angucken. Die sind auch toll.

Figurschmeichelnde Plattenpanzer, Boob Windows und andere dumme Ideen

Ich bin nicht unbedingt großer Anhänger realistischer Kostüme , aber ich mag Kostüme zumindest ansatzweise glaubwürdig und praktikabel. Da kriegt man in Comics (und Fantasyfilmen) vor allem bei Kostümen weiblicher Charaktere mitunter die absurdesten Dinge zu sehen. Letztens erst im Fernsehen bei Catwoman:

Dieses Kostüm ist manches, aber nicht praktisch. Schaut man sich die Kostüme der anderen Catwoman-Verfilmungen an, so ist sowohl das von Michelle Pfeiffer als auch das von Anne Hathaway viel besser gelungen.

Ein anderes, sehr bekanntes Beispiel eines Kostümdesign-Fails: Das “Boob Window” von Power Girl. Dazu hat Terry Moore eigentlich alles denkbar gut gesagt und gezeichnet:

Powergirl Terry Moore

Why cleavage is bad for crime-fighting” führt die Unsinnigkeit von “Boob Windows” und Co nochmal detaillierter aus. Wonder Womans Kostüm kommt im Faktencheck ebenfalls nicht gut weg.

“Why do you hate the shape of breasts in plate armor so much?” beschäftigt sich mit Brüsten in Plattenpanzern und warum es keine gute Idee wäre, diese allzu eng anliegend zu gestalten. Lesenswert! Das “Boob Window” ist übrigens beim aktuellen Power Girl-Kostüm entfernt worden!

Habt ihr noch mehr Links, die sich mit diesem Thema beschäftigen? Dann immer her damit, ich bau die dann gern ein.

Linktipp: The Legion of Real Life Supervillains

The Legion of Real Life Supervillains by Butcher Billy

(Quelle)

Billy Butcher hat Superschurken aus Comics mit Schurken aus unserer realen Welt verschmolzen und die Ergebnisse sind absolut sehenswert, allein schon, um das Bild hier im Artikel als bewegtes gif bewundern zu können. Der Künstler über sein Experiment:

This series is an experiment where a dictator, a psycho, a murderer (sometimes they are the whole package) or even a suspicious figure from real life is mashed with a comics bad guy - strangely related some way or the other with his counterpart.

Mein Favorit ist Manson. Welche Figur findet ihr am besten gelungen?

 

2012 in Comics

2012cover

Es folgt mein persönlicher Rückblick auf das Jahr 2012. Auf die Idee hat mich Carlito von Yay, Comics! gebracht. Carlito hat sich die Mühe gemacht, sowohl Produzenten als auch Händler und Fans von Comics um ihren persönlichen Jahresrückblick zu bitten. Ich wurde auch interviewt (im “Archiv” des Steglitzer Comicstammtisches, also known as: @TiberiusTarantes Arbeitszimmer), hab aber gar nicht viel zu sagen gehabt. Daher hier jetzt ein etwas ausführlicheres Resümee.

1. Vertigo Comics baut ab

Vertigo Comics hat der Neustart der DC 52 nicht gut getan. Indem DC ein paar Charaktere zurück holte, die zu den erfolgreichsten Vertigos zählten (“Swamp Thing”, “Animal Man”, “Hellblazer”) ging viel Potential verloren, das erst wieder erarbeitet werden will. Der Weggang von Karen Berger, quasi DER Frau hinter Vertigo, macht dieses Unterfangen bestimmt nicht leichter. Es ist Vertigo 2012 nicht gelungen, neue Impulse zu setzen. Ich lese fast nur schon länger laufende Reihen (“Fables”, “Unwritten”, “Sweet Tooth”). Ausnahmen: “Punk Rock Jesus”, eine sechsbändige Mini-Serie von Sean Murphy und “Saucer Country”. Beide Serien sind ziemlich gut, aber keine gehört zu meinen Jahres-Highlights. Zumal keine dieser Serien mich durch 2013 begleiten wird. “Sweet Tooth” ist beendet, “Saucer Country” ist beendet. “Punk Rock Jesus” ist beendet. Harte Zeiten für Vertigo. Ich hoffe, der Verlag bleibt uns trotz Schwächephase erhalten. Sicher ist das momentan nicht.

2. Don’t panic!

2012 war trotzdem kein schlechtes Jahr für Comicfans. Was Vertigo nicht lieferte, teilten sich Image Comics und Boom! Studios auf. Beide Verlage haben 2012 eine Unmenge guter bis sehr guter (Mini-)Serien auf den Markt geworfen, hoffentlich auch entsprechend erfolgreich. Besonders hervorzuheben ist hierbei “Saga” von Vaughan und Staples, für viele Menschen, mich eingeschlossen, eines der Highlights des Jahres 2012. Weitere persönliche Highlights: “The Hypernaturals” (Boom), “Higher Earth” (Boom), “Happy” (Image). Es erscheinen nicht weniger gute Comics, es wird nur von anderen Verlagen geliefert. Hefte wie “Mara” oder “The Massive” (beide von Brian Wood) oder “Ghost” von Kelly Sue DeConnick wären vor ein paar Jahren perfekt im Portfolio von Vertigo Comics gewesen. Jetzt kommen sie eben von Image und Boom und Dark Horse.

Apropos Dark Horse: Auch Dark Horse hatte 2012 viel Interessantes zu bieten: “Alabaster: Wolves”, “Mind MGMT”, “The Creep”, “47 Ronin”, “The Massive” und “Ghost” kann man bedenkenlos jedem Comicfan ans Herz legen.  Ein paar davon habe ich euch hier im Blog ja bereits vorgestellt.

Lobend erwähnen will ich unbedingt noch das leider eingestellte Format “Creator-owned Heroes” von Image Comics. Ähnlich wie “Dark Horse presents” eine Anthologie, in der über 2-3 Hefte verschiedene kurze Geschichten erzählt werden. Fand ich unterstützenswert, hatte ich im Abo. “Dark Horse presents” lege ich euch ausdrücklich ans Herz. Kauft’s euch, bevor es auch noch eingestellt wird. Dark Horse startet viele seiner neuen Serien in Dark Horse presents und veröffentlicht die Stories später als Nullnummern. Wer also ganz vorn mit dabei sein will, kann sich einen guten Überblick über die nähere Zukunft von Dark Horse machen.

Oni Press hat endlich den zweiten Storyarc von Greg Ruckas “Stumptown” veröffentlicht. Hat mich nicht total vom Hocker gerissen, ist aber immer noch hochwertig. Dex, die Privatdedektivin, ist einfach ein spannender Charakter.

Auch IDW Publishing hat Gutes zu bieten, gelesen habe ich allerdings nur wenig davon. Ist mir etwas zu nischig, aber wahrscheinlich gar nicht schlecht, vor allem für Serienfans (Doctor Who, Star Trek). Toll: Die “Womanthology Space”, eine Geschichtensammlung, finanziert via Crowdfunding und produziert ausschließlich von Frauen. Wie verschieden Frauen Science Fiction schreiben (und zeichnen) ist sehr interessant, auch wenn die Qualität der Stories etwas schwankt. Die Einnahmen gehen an gemeinnützige Einrichtungen. Noch ein Grund, diesen Comic zu lesen und damit das Projekt zu unterstützen.

Besondere Erwähnung verdient sich Valiant Entertainment . Die sichern sich grad mit richtig guten Comics mit Wiedererkennungswert ihren kleinen Teil vom großen Comickuchen. “Bloodshot”, “Shadowman”, “Harbinger”, “Archer & Armstrong” und “X-O Manowar” machen vielleicht auf den ersten Blick nicht viel her, erzählen aber tolle, fesselnde Geschichten und wirken frisch und unverbraucht.

Terry Moore (“Strangers in Paradise”, “Echo”), einer meiner Lieblingszeichner, arbeitet weiter an “Rachel Rising”, einer coolen, mysteriösen Geschichte um eine junge Frau, die eines Nachts im Wald aufwacht und nicht weiß, was geschehen ist. Dem Comic wünsche ich auch größere Aufmerksamkeit. Leider schreckt der schwarz-weiße Zeichenstil wahrscheinlich viele Leser ab. Die verpassen dann aber einen wirklich schönen Comic, der im Selbstverlag erscheint.

3. Die “Großen” liefern

Der Neustart war für DC Comics anscheinend ein voller Erfolg. Die Comics sind in weiten Teilen gut und sie verkaufen sich – Mission accomplished. Ich lese “Animal Man”, “Swamp Thing”, “Frankenstein – Agent of S.H.A.D.E”, “I,Vampire”, “Demon Knights”, “Wonder Woman” und “Batwoman” immer wieder gern. “Frankenstein” und “I,Vampire” wurden leider unlängst gecancelt. Lese auch noch ein paar andere Reihen, aber die sind qualitativ nicht auf demselben Niveau, sollen daher hier nicht erwähnt werden.

Eher enttäuschend fand ich “Before Watchmen”. Einzelne gute Comics konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass die Reihe eher belanglos daher kommt. War insgesamt unnötige Geldmacherei.

Marvel hat es in der zweiten Jahreshälfte geschafft, dass ich erstmals was von ihnen lese. Die neue “Captain Marvel”, geschrieben von Kelly Sue DeConnick (meine persönliche Lieblingsautorin 2012) ist einfach supergut. Ich würde sagen ein “Must-Read”! “FF”, gezeichnet von Mike Alldred sieht ebenfalls sehr vielversprechend aus.

4. Ausblick:

2013 wird super. Hoffentlich wird “Trillium”, der neue Comic von Jeff Lemire ganz großartig. “Die letzte Liebesgeschichte”, die Zeiten überwindet und letzlich in den Untergang führt, klingt jedenfalls spannend. Vielleicht erlebt Vertigo Comics seine Renaissance. Falls nicht, ist es auch nicht schlimm, solange die anderen Verlage ihr Niveau mindestens halten. Von DC und Marvel wünsche ich mir, dass sie weiterhin guten Mainstream und die eine oder andere wirklich sehr gute Reihe liefern. Die Einstellerei nervt zwar ein bisschen, aber solange die neuen Reihen, die die eingestellten ersetzen, von besserer Qualität sind, beklage ich mich nicht.

Barracuda #3 – Duell auf Puerto Blanco

Bei Egmont Ehapa war man so nett, mir auch den im Oktober neu erschienenen 3. Band des Piratenepos’ “Barracuda” aus der Ehapa Comic Collection zukommen zu lassen. Hier gehts zur Besprechung der ersten beiden Teile. Hält der dritte Band das gute Niveau?

Barracuda #3 Cover

(Quelle)

Die kurze Antwort: Ja. Barracuda #3 erbt die Stärken der Vorgängerbände. Sehr schöne Zeichnungen von Jérémy, ein recht authentisch wirkendes Setting, eine interessante Story von Jean Dufaux und sympathische, mehrdimensionale Charaktere, die sich durch Erfahrungen durchaus glaubwürdig verändern.

Die Geschichte spielt einmal mehr auf der Insel Puerto Blanco. Es geht um Rache und Intrigen. Jeder hier hat Dreck am Stecken, alle verbergen etwas. Bevor man Band 3 liest, sollte man unbedingt die Vorgängerbände gelesen haben. Einsteigerfreundlich ist Barracuda #3 nicht. Die Reihe erzählt eine einzige, große Geschichte um Verrat, Verlust, Liebe und Tod und bleibt dabei eher bodenständig. Es gibt geheimnisumwitterte Schätze, aber gegen einen “Fluch der Karibik” ist Barracuda geradezu realistisch. Die Charaktere sind allerdings ähnlich exzentrisch und interessant und das gilt für alle Geschlechter, nicht – wie so oft – nur für die Männer.

Ich fand Barracuda #3 etwas weniger überraschend als die ersten beiden Bände, es ist irgendwie geradliniger. Mittlerweile ist man von der Serie aber so gefesselt, dass dieser etwas ruhigere Band mich nicht gestört hat, zumal das Ende für vieles entschädigt.

Anders als ursprünglich angegeben, ist Barracuda mit Band 3 nicht beendet. Wer wissen will, wie die Geschichte von Emilio, Raffy und Maria ausgeht, muss sich also noch ein wenig gedulden. Ich freue mich auf Band 4!

(Ach ja: Die deutsche Ausgabe ist wieder gut gelungen. Schönes Format (allerdings nicht U-Bahn-tauglich), schönes Cover – da kann man nicht meckern. Barracuda macht sich gut im Comic- oder Bücherregal!)

Bedlam #1 Review – Angst und Schrecken in Bedlam

Das überlange erste Heft von Nick Spencers “Bedlam” habe ich in erster Linie wegen der interessanten Zeichnungen von Riley Rossmo mitgenommen, die von Frazer Irving in Grau- und Rottönen koloriert wurden. Das sieht wirklich toll aus und passt super zur düsteren Story, in der es -wie bereits auf dem Cover zu lesen ist- darum geht, ob das Böse etwas ist, das wir sind oder etwas, das wir tun.

Bedlam #1 Cover

(Bildquelle)

Fillmore hat ernsthafte psychische Probleme. Diese sind aber nichts gegen seine Probleme von vor zehn Jahren, als er als Bösewicht Madder Red mit hunderten Morden ganz Bedlam in Angst und Schrecken versetzte.

Madder Red erinnert ein wenig an den Joker aus Batman. Er ist böse, aber nicht als Selbstzweck, sondern um einer kranken Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Er hat eine Agenda. “Bedlam” ist immer dann am Interessantesten, wenn man Madder Reds bzw. Fillmores Monologen lauscht. Nick Spencer (Morning Glories, Thief of Thieves) gelingt es, Madder Red als amoralisch, aber hoch intelligent darzustellen.

“Bedlam” ist sehr düster und sehr gut. Die Stadt Bedlam erinnert an Gotham City. Madder Red erinnert an den Joker. “Bedlam” lege ich jedem ans Herz, der gute Comics mag, vor allem aber all jenen, die Nolans Batman-Filme mochten.

Storm Dogs #1 Review – Geheimnisvolles Amaranth

Die Zeiten sind gut für Fans von SciFi-Comics. Gerade Image Comics und Boom Comics veröffentlichen momentan eine lesenswerte Serie nach der anderen. Neben dem grandiosen “Saga”, dem sehr guten “Hypernaturals” und dem ebenfalls lesenwerten “Higher Earth” erscheint jetzt mit “Storm Dogs” von David Hine und Doug Braithwaite ein weiterer Leckerbissen.

Storm Dogs #1 Cover

(Bildquelle)

Auf dem unwirtlichen Minenplaneten Amaranth passieren geheimnisvolle Morde. Also entsendet die “Union” das Raumschiff “SS Tarkovsy” (die Anspielung auf den Regisseur von “Stalker” ist vielversprechend), an Bord ein Team von speziell ausgebildeten Ermittlern. Warum die Union sich überhaupt für die Vorgänge auf Amaranth interessiert ist allen Beteiligten ein Rätsel…

Die sehr detaillierten Zeichnungen von Doug Braithwaite gefallen mir gut. Besonders gern mag ich die fremdartige Fauna auf dem Planeten. Ulises Arreola koloriert vor allem in Rot- und Brauntönen, was die lebensfeindliche Atmosphäre auf Amaranth gut rüber bringt.

Ich bin Fan von guten SciFi-Comics. Ich hoffe, die Anspielung auf Tarkovsky ist nicht einfach nur Namedropping, sondern gibt die Richtung an, in die die sechsteilige Miniserie “Storm Dogs” sich entwickeln wird. Das letzte Panel des Comics spricht durchaus dafür. Vielversprechend!