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Nerdhochzeit: Batgirl heiratet Nightwing

Diese Hochzeit zweier großer Comicfans ist zuckersüß. Sie ist großer Batgirl-Fan und er macht den Nightwing. Sie haben echt an jedes Detail gedacht. Chapeau! Auch wegen der Hochzeitsgäste, die wunderbar mitgespielt haben. Das war bestimmt eine unvergessliche Hochzeit.
Batgirl Nightwing Hochzeit
Alle Bilder gibt’s bei Imgur. Gefunden habe ich die Bilder bei Comic Book Resources.

Oh Joy Sex Toy – Ein Webcomic, in dem Sex Toys besprochen werden

Oh-Joy-Sex-Toy

Oh Joy Sex Toy ist ein Webcomic, von Erika Moen, in dem sie Sex Toys testet (unterstützt wird sie dabei von ihrem Ehemann Matthew. Klingt seltsam und interessant. Ich bin gespannt, was da so kommt. Bis der nächste Teil erscheint, könnt ihr euch diese geekigen Sex Toys von Geek Kink angucken. Die sind auch toll.

Hurra, es ist Megaquitzchenmittwoch – ti_leo liest “From Hell” von Alan Moore: Prolog

Es ist Megaquitzchenmittwoch. Quasi. Genau genommen war der Megaquitzchenmittwoch schon am 25.07. 2012. Megaquitzchenmittwoch bedeutet ganz grob, dass die Internetlieblingskatze Quitzi sich ein paar Gedanken gemacht hat, wie er sein Jubiläum (13 Jahre im Groben Unfug) gebührend feiern kann und auf die Idee verfiel, ein paar Bloggern persönliche Lesetipps zu geben. Dank ein paar netten Verlagen sogar inklusive Leseexemplaren.

Quitzi

Ich bin dabei und habe “From Hell” von Alan Moore (das ist der mit dem Bart, “Watchmen” und “V for Vendetta” habt ihr vielleicht mal gehört) vor mir liegen. Geschätzt ungefähr 7000 Seiten Comic. Schwarzweiß. Gezeichnet von Eddie Campbell. Verfilmt mit Johnny Depp. Ich hatte From Hell schon lang auf dem Kieker, ich mag Alan Moore, aber bisher war der Wälzer mir immer ungefähr 50€ zu teuer. Jetzt besitze ich den Comic in zwei Ausgaben. Deutsch und Englisch (der Comic zum Film). Die deutsche Version wurde mir netterweise von Cross Cult zur Verfügung gestellt. Die englische Ausgabe ist von Quitzi selbst. (Hoch lebe Quitzi.) Nun denn.

Bei einem Mammutwerk wie From Hell wird es nicht mit einem Blogpost getan sein, das wird eine langfristige Beschäftigung. Mit langfristigen Dingen ist es bei mir so ne Sache. Meistens vergesse ich sie. Aber ich werde From Hell lesen und versuchen, mehr oder weniger regelmäßig (vielleicht einmal pro Woche) darüber zu bloggen. Geplant ist ein Post nach jedem Kapitel. Jedenfalls blogge ich im Idealfall irgendwie bis zum Ende des Comics. Oder bis zum nächsten Megaquitzchenmittwoch. Aber das ist noch lange hin. All Hail The Quitzi.

Worum geht’s in From Hell? Soweit ich weiß, um Jack The Ripper. Ich kenn ja den Film. Ich nehme mal an, der Comic ist tiefgründiger. Moore philosophiert ja immer fleißig herum und nutzt die äußere Handlung oft nur, um bestimmte Ansichten oder Standpunkte klarzumachen und bestimmte Themen genau zu beleuchten. Ich bin gespannt.

Before Watchmen – Minutemen #2 Review

Als ich den Groben Unfug betrat, hatte ich mit “Before Watchmen- Rorschach” #1 gerechnet und als mir stattdessen Heft 2 von “Before Watchmen – Minutemen” von Darwyn Cooke in die Hand gedrückt wurde, war ich ein wenig enttäuscht. War “Before Watchmen – Minutemen” #1 bisher doch mit Abstand das schwächste Heft der Reihe gewesen.

Eines muss ich vorweg zugeben: Minutemen #1 wird besser, je mehr Hefte von “Before Watchmen” erscheinen. Die Struktur ergibt mit jedem erschienenen Heft mehr Sinn. Before Watchmen – Minutemen #1 wird Bestandteil eines größeren Ganzen und das tut ihm spürbar gut. Aus dem Grund war ich Before Watchmen – Minutemen #2 gegenüber auch schon deutlich positiver eingestellt als noch dem ersten Heft. Würde es dem gerecht werden?

Before Watchmen Minutemen #2 Cover

Gleich ein paar Worte der Vergewisserung: Ja, Before Watchmen – Minutemen #2 ist besser als #1. Oder, anders ausgedrückt: Es passt zur Reihe. Langsam nimmt das Konstrukt Gestalt an und man beginnt zu verstehen, in welche Richtung die Serie gehen könnte und zu welchem Zweck. Die Minutemen sind also Quasi-Vorbild der Watchmen natürlich spannend, kann man doch an ihnen Entwicklungen beobachten, die die Watchmen später ebenfalls durchleben werden (bzw., für Leser der Original-Watchmen-Comics: die sie durchlebten). Oder auch nicht, dann ist es interessant, wieso die Entwicklung verschieden verlief, obwohl die Ausgangsbedingungen sich so ähneln.

Die Zeichnungen von Darwyn Cooke mag ich noch immer nicht, sie sind mir zu cartoonhaft, aber mit dem Wissen, was mich erwartet, war es leichter, mich darauf einzulassen und ein paar durchaus gelungene Panels zu schätzen zu wissen. Cooke ist nicht übel, nur gar nicht nach meinem Geschmack. Passt der Stil zu Watchmen? Schwer zu sagen, ich würde eher “Nein” sagen. Andererseits habe ich gestern mal wieder in Watchmen geblättert und ich bin nicht sicher, ob mir die Kolorierung heute noch zusagen würde. Insofern ist mein Urteil offenbar sehr subjektiv geprägt und muss nicht der Realität entsprechen. Viele Reviewer sind von Minutemen und vor allem von Cookes Zeichnungen schließlich sehr begeistert.

Was dieses Mal besser gelungen ist, ist die Geschichte. War Minutemen #1 noch ein notdürftig zusammen gehaltener Flickenteppich aus Einzelgeschichtchen, zieht Before Watchmen – Minutemen #2 Tempo und Spannung ordentlich an. Endlich sieht man das Team interagieren. Es brechen Konflikte aus (nicht zu knapp, hier liegt noch viel Potential für Drama) und die Minutemen planen einen Einsatz und führen ihn auch aus. Natürlich läuft nicht alles glatt, natürlich spielt Mason als sowas wie ein Erzähler, ein Kommentar, weiter eine gewichtige Rolle für die Erzählung. Da ich seinen Ton sehr mag, kann ich sagen: Minutemen #2 bietet einfach mehr vom Guten. Dabei wirkt es weniger zerfasert und mehr aus einem Guss als sein Vorgänger.

Es gibt aber auch bei der Geschichte Schwächen. Das Superhelden-Casting wirkt durch seine humorige Art etwas deplatziert. Der Cliffhanger ist gut, verschenkt aus meiner Sicht aber Wucht, weil er sich etwas zu geheimnisvoll gibt. Die sozialkritischen Anspielungen, ja die Anspielungen überhaupt, sind mitunter etwas direkter, als ihnen gut tut. Die Homosexualität zweier Charaktere wird meiner Meinung nach etwas zu sehr in den Vordergrund gerückt. Dafür mag es historische Gründe geben, immerhin spielt Before Watchmen in den 60er Jahren, aber der moderne Leser ist doch eher gelangweilt, wenn zum dritten Mal, wie nebenbei, aber eben doch penetrant auffällig, darauf hingewiesen wird, wie schwierig, gefährlich und überhaupt die Beziehung zwischen zwei Charakteren doch sei. Dabei weiß man über die Charaktere kaum etwas, es wird fast nur über sie geredet, sie werden thematisiert. Schade, das Thema hätte eine bessere Behandlung verdient.

Fazit: Before Watchmen – Minutemen #2 bietet nix Neues, aber es unterhält gut. Das ist etwas weniger als die anderen Before Watchmen-Serien bieten, aber immerhin eine Verbesserung im Vergleich zum ersten Teil.

Before Watchmen – Minutemen #1 Review (Das verloren geglaubte Originalreview)

Ha, mein Original-Review zu “Before Watchmen – Minutemen #1, das ich verloren glaubte, ist wieder aufgetaucht. Es war nicht verschwunden, die WordPress-App für Android hat lediglich das Veröffentlichungsdatum auf den 1.1.1970 gesetzt. Ihr habt jetzt die Möglichkeit, dieses Review mit meinem anderen Review desselben Comics, beide recht zeitnah geschrieben, zu vergleichen. Das hier ist immerhin annähernd drei Mal so lang.

Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass DC sich daran wagen wolle, neue Watchmen Comics zu veröffentlichen, reagierte ich skeptisch. Schließlich ist Watchmen von Alan Moore und Dave Gibbons einer der besten, wenn nicht sogar der beste Comic der Welt. Hinzu kommt, dass Watchmen, untypisch für einen Superheldencomic, sehr abgeschlossen ist. Der Leser weiß, was es zu wissen gibt. Wenn die Geschichte erzählt ist, bleibt nur Recycling. In gewisser Weise hat man das auch bei DC verstanden und konzipiert Before Watchmen als Prequel. Aber: Kennt ihr ein Prequel, das besser ist als das Original? Mir fällt keins ein. Skepsis erschien mir allein deshalb angebracht. Auch die schiere Menge von Heften, deren Gesamtheit Before Watchmen ergibt, irritierte mich.

Mein Lieblingscomicdealer quitzi vom groben Unfug hat mir ein Reziexemplar von Minutemen #1 zukommen lassen. Zwar heißt es: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, aber genau das werde ich im Folgenden tun.

minutemen #1 cover

Beim Erstkontakt fällt dem geneigten Leser das Hochglanzcover ins Auge, mit dem DC offenbar punkten will. Ihren anderen Reihen spendieren sie diesen Luxus schließlich nicht. Umso mehr enttäuscht daher allerdings das unspektakuläre Motiv. Darwyn Cooke, der Minutemen #1 als Autor und Zeichner quasi allein stemmt, hat sich dabei nicht mit Ruhm bekleckert. Ein generelles Problem von Minutemen #1, aber dazu später mehr. Für ein Cover ist sein Motiv nicht detailliert und sorgfältig genug gezeichnet. Es kommt keine Stimmung auf.

Das Niveau setzt sich leider im Heft selbst fort. Ich mag viele Zeichner und nur selten einen generell nicht und würde mich als offen für viele Stile bezeichnen, aber Cooke ist überhaupt nicht mein Fall. Seine Charaktere wirken steril, die Zeichnungen wie talentiert hingeschludert. Aber Zeichnungen sind nicht alles. Auch das originale Watchmen bestach weniger durch die zwar guten, aus heutiger Sicht aber etwas altbacken wirkenden Zeichnungen von Gibbons als durch seine Geschichte (die aber von Gibbons großartig bebildert wurde, damit hier nicht das Missverständnis aufkommt, ich würde sie nicht gelungen finden). Cooke hingegen schafft es nicht einmal, die richtige Atmosphäre für seine eigene Geschichte zu schaffen. Es ist mir unverständlich, wieso die Wahl für einen so wichtigen Titel auf ihn fiel. Hätte man lieber Jeff Lemire genommen, der kann ebenfalls zeichnen, allerdings auf viel höherem Niveau. Als Autor kann ihm momentan ebenfalls kaum einer das Wasser reichen. Selbst ein Scott Snyder muss sich ordentlich anstrengen, will er da mit halten und der ist meiner Meinung nach der beliebteste Autor im aktuellen DC-Aufgebot.

Ach ja, die Geschichte. Tja, es gibt keine. Stattdessen erleben wir jeweils kurze und weitenteils langweilige Episoden von 2-4 Seiten aus dem Leben verschiedener Charaktere, die in Watchmen mehr oder weniger wichtig waren. Die Verbindung zwischen all den Episoden: Im Detail noch unklar, in der Ausführung unkreativ. Die Minutemen werden rekrutiert. Es gibt Comichefte, die dienen fast oder ausschließlich der Einführung der Charaktere oder dem World Building. Was Cooke hier abliefert toppt allerdings so ziemlich alles: World Building? Kaum vorhanden. Allerdings mag ein Neuleser das anders sehen. Charaktere? Die, die man kennt, gewinnen nicht an Tiefe, im Gegenteil, sie wirken flach. Die neuen Charaktere bleiben blass.

Am Ende ist jemandem bei DC offenbar noch aufgefallen, dass Piratencomics in Watchmen eine gewisse Rolle spielten, also hat man einfach am Ende 2 Seiten belanglosen Piratencomic angeflanscht, ohne Beziehung zum Heft. Wo Watchmen kunstvoll Bedeutungsebene auf Ebene legte, versucht Cooke gar nicht erst irgendwelche Fäden zu spinnen. Er erzählt wie auf dem Reißbrett. Von Moores mäanderndem, vieldeutigem Meisterwerk ist Minutemen denkbar weit entfernt. Unwahrscheinlich, dass ich mir die 6 Bände antun werde. Nächste Woche erscheint Silk Spectre #1, das werde ich mir anschauen. Zwar auch wieder von Darwyn Cooke geschrieben, aber immerhin gezeichnet von Amanda Conner, die ich ziemlich gern mag. Allein das Cover macht schon deutlich mehr Lust auf den Comic als das von Minutemen #1.

Before Watchmen – Nite Owl #1 Review

Bisher ist Before Watchmen nach subjektiv enttäuschendem Start (der allerdings immer besser wird, je mehr Hefte der Reihe man kennt) von Woche zu Woche besser geworden. Wird Nite Owl #1 diesen positiven Trend fortsetzen können?

Before Watchmen- Nite Owl #1 Cover

Das Cover von Nite Owl verrät es nicht, es kommt eher unspektakulär daher. Erinnert, wie Nite Owl allgemein, etwas an Batman. Da hatten andere Hefte der Reihe bereits mehr zu bieten. Aber kaum schlägt man das Heft auf, fühlt man sich als alter Fan zuhause. Die Zeichnungen von Andy Kubert (Inker: Joe Kubert; DER Joe Kubert? Irgendwie wohl schon) schaffen es, an das Original zu erinnern und zugleich modern und frisch zu wirken. Großes Kompliment an Kubert. Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass man sich bei DC wirklich Gedanken zur Wahl der Autoren und vor allem Zeichner gemacht hat. Ein Gefühl, das ich bekanntermaßen zu Beginn der Reihe noch nicht hatte. Je mehr vom Gesamtbild zu erahnen ist, umso deutlicher schält sich ein Zusammenhang heraus und es deutet sich etwas an, das unter Umständen tatsächlich sehr groß wird. Man wird sehen.

Die Handlung will ich gar nicht spoilern, nur soviel: Sie ist gut. Spannend, ein bisschen politisch, leicht pessimistisch, für die gewisse Tiefe, die wir an Watchmen so mögen. Wir erfahren etwas mehr über Nite Owl, allerdings zugegebenermaßen absolut nichts, was wirklich überrascht. Wer das Original kennt, kommt trotzdem auf seine Kosten. Straczynski trifft bisher am Ehesten den Ton der Originalserie. Als einziges Heft könnte Before Watchmen – Nite Owl tatsächlich Teil von Watchmen sein.

Ein viel größeres Kompliment könnte ich kaum machen. An Nite Owl ist nicht viel auszusetzen. Außer natürlich, dass ich Nite Owl als Charakter nicht sonderlich spannend finde, zumal im Vergleich mit anderen Watchmen. Aber nächstes Mal feiert mit Ozymandias einer der spannendsten Charaktere überhaupt seinen Einstand. Watchmen-Kenner wissen um seine Bedeutung für die Reihe. Ich bin gespannt.

Ausgenommen von dieser Lobhudelei ist wieder mal die Piraten”story”. Ich lese sie noch, finde sie auch immer noch gut gezeichnet, aber sie wirkt immer deplatzierter, unnötiger und zielloser.

Before Watchmen – Silk Spectre #1 Review

Nachdem mir Minutemen #1, der Start der Reihe letzte Woche nicht sehr zusagte, setzte ich meine Hoffnung in Silk Spectre, geschrieben wieder von Darwyn Cooke, allerdings zusammen mit Amanda Conner, die auch für die Zeichnungen verantwortlich war. Das Cover gefiel mir jedenfalls schon deutlich besser als das von Minutemen #1.

Before Watchmen Silk Spectre #1 Cover

Der Start ins Heft ist gelungen. Wie hier durch unbelebte Gegenstände, durch “Kameraeinstellungen”, erzählt wird, ist mir als ziemlich typisch “Watchmen” in Erinnerung geblieben (dass Cooke dasselbe Stilmittel schon zu Beginn von “Minutemen” einsetzt, ist mir erst nach dem Reread bewusst geworden). Die Zeichnungen kommentieren die Bedeutungsebene Text, sie geben nicht nur wieder, sondern sprechen für sich und laden Bild und Text mit Bedeutung auf. Nicht im selben Maße wie in Watchmen, aber es reicht als kleiner Service für den Fan. Conners Zeichnungen sind anfangs gewöhnungsbedürftig, da sie sehr “süß” zeichnet und Charaktere sowie ihre Mimik “comichaft” übertreibt. Nach kurzer Gewöhnung fand ich den Stil aber sehr passend zur Zeit, in der Silk Spectre #1 spielen soll (1966). Silk Spectre ähnelt diesbezüglich dem Stil, den Cooke für Minutemen #1 wählte, gefällt mir aber besser, weil Conner detaillierter zeichnet.

Schnell bekommt der Leser den Eindruck, es drehe sich in Silk Spectre weniger um Superhelden als um die schwierige Beziehung der jungen Laurie Jupiter zu ihrer Mutter und um vorsichtige Ansätze einer ersten Liebe zum jungen Greg. Es passiert nicht viel, erst Recht nichts Weltbewegendes, aber der Charakter “Laurie Jupiter” wird greifbar (mit ihm natürlich auch ein Stück weit Sally, aber die kennen wir aus Watchmen schon recht gut, dem gewinnen Cooke und Conner bisher zumindest wenig Neues ab).

Silk Spectre #1 hat mir deutlich besser gefallen als Minutemen #1. Wenn sich Comedian #1 von Azarello noch weiter steigert, könnte Before Watchmen ein zwar unnötiger, aber trotzdem würdiger Ableger sein. Unverständlich bleibt allerdings weiterhin, wieso der obligatorische Piratencomic so lieblos, kurz und zusammenhanglos ans Ende geflanscht wird, statt ihn in Bezug zur Handlung zu setzen oder gar in sie zu integrieren.

Before Watchmen – Minutemen #1 Review

Hier sollte eigentlich eine lange und detaillierte Kritik an Minutemen #1 von Darwyn Cooke stehen, die hat aber WordPress gefressen (Update 14.07.2012: Das andere Review ist wieder aufgetaucht. Hier könnt ihr es nachlesen. Insgesamt ist es kritischer als das hier, die Tendenz, den Comic nicht zu mögen, ist aber natürlich dieselbe). Da mein Lieblings-Comichändler Grober Unfug mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar überlassen hat, will ich wenigstens kurz meine Meinung zum Comic sagen.

http://groberunfug-comics.blogspot.de/2012/06/before-watchmen.html

Ich war skeptisch. Watchmen ist einer meiner Lieblingscomics und der beste Superheldencomic, den ich kenne. Alan Moore und Dave Gibbons haben mit Watchmen ein Meisterwerk geschaffen, welches in sich geschlossen ist und keine Nachfolger braucht. Und auch keine Prequels.

DC sieht das offenbar anders und veröffentlicht mit Before Watchmen ein recht umfangreiches Prequel. Den Anfang macht Minutemen #1 und es hat mich auf ganzer Linie enttäuscht und alle Befürchtungen übertroffen. Geschichte – nicht existent. Charakterzeichnung – schwach. Artwork – Mittelmaß. Cooke reiht einfach nur belanglose Episoden aneinander. Am Ende wird ein Zusammenhang hergestellt, der wenig überrascht: Alle Charaktere wirken an der Schaffung der Minutemen mit bzw. sollen Teil des Teams werden.

Insgesamt ein undankbarer Start in die Reihe. Ich hoffe Silk Spectre #1 nächste Woche wird besser. Geschrieben wird Silk Spectre zwar auch von Darwyn Cooke, allerdings schwingt die fabelhafte Amanda Conner die Pinsel, was mich zumindest auf ein besseres Artwork hoffen lässt.

Review: Saga #1 und #2

Saga wurde mir vom Comic-Händler meines Vertrauens als sehr lesenswert angepriesen. Wie Star Wars nur mit Robotern und Sex (oder so ähnlich). Was mich zugegebenermaßen neugierig machte. Ich mag Star Wars recht gern. Ein cooles Setting und es wird eine klassische Geschichte vom Kampf Gut gegen Böse erzählt. Die Geschichte ist wendungsreich und ein anfangs unauffälliger Protagonist reift im Lauf der Geschichte zum Helden. Was kann man an diesem Rezept nicht lieben? Es wird so oft verwendet, weil es gute Unterhaltung verspricht. Ein Star Wars für Erwachsene klingt für mich nach einer guten Idee.

Saga #1 Cover

Saga ist aber weniger Star Wars als Space Opera. Liest sich also wie Fantasy in einer (dreckigen, erwachsenen) Science-Fiction-Welt. Gezeichnet wird Saga von Fiona Staples. Die war mir vorher kein Begriff, hat aber offenbar eine durchaus große Fanbasis und es wundert mich nicht. Ihre Zeichnungen sind richtig gut und knackig. Sie koloriert außerdem vollständig selbst und das merkt man. Es passt einfach alles zusammen. Staples konzentriert sich die meiste Zeit auf die Charaktere, die Hintergründe bestehen meist lediglich aus aquarellartigen Farbflächen. Aber alles wirkt wie aus einem Guss. Staples vergisst beim Design jedoch nicht die Ecken und Kanten. Vögelnde Roboter mit Monitoren statt Köpfen? Check. Bis an die Zähne bewaffnete Mischwesen aus Mensch und Spinne? Check. Und so weiter, Saga strotzt vor solchen Einfällen, auch wenn die nicht jedermenschs Geschmack sein mögen.

Zum Highlight wir Saga aber durch das Zusammenspiel der famosen Zeichnung von Staples und den Dialogen und Storyideen von Brian K. Vaughan (Y-The Last Man, Ex Machina). Der tobt sich richtig aus und liefert eine Geschichte, der man anmerkt, dass er einfach erzählt, was er erzählen möchte, ohne Kompromisse. Und das kann er! Schon das Cover sorgte in den USA für einen kleinen Skandal, weil es zeigt, wie einem Kind die Brust gegeben wird. Dass Heft beginnt mit einer Geburt. Hazel kommt in gefährlichen Zeiten als Kind zweier Mitglieder verfeindeter Völker zur Welt. Allein diese Szene ist grandios. Bodenständig, dreckig, herzlich – große Erzählkunst. “Saga” ist nicht durchgehend so unmittelbar erzählt, aber auch die etwas abstrakteren Szenen, in denen uns Vaughan die Welt erklärt, werden so erzählt und von Staples illustriert, dass sie einen nicht aus der Geschichte reißen. Viele Ideen werden auch nur angerissen, aber sie geben dem Setting Tiefe.

Die Liebe zwischen Marko und Alana erinnert in ihrer Unmöglichkeit ein bisschen an “Romeo und Julia”. Der Kampf der “Wreaths” oder “Moonies” gegen die Roboter und geflügelten, ansonsten aber menschenähnlichen Wesen vom Planeten Landfall ist einer der sicher nicht zufällig an Himmel (Flügel) gegen Hölle (Hörner), Chaos gegen Ordnung erinnert. Aber in Saga ist nichts schwarzweiß. Beide Seiten werden als unperfekt dargestellt, der Krieg als sinnlos, auch unsere Protagonisten sind nicht perfekt. Aber sie wachsen uns ans Herz und wir fiebern mit ihnen. Sie müssen auch ganz schön was erleiden, Vaughan schont sie in den ersten zwei Heften nicht gerade.

Saga ist super. Genauso mag ich meine Comics: Ein tolles Setting, interessante und liebenswerte Charaktere, keine Selbstbeschränkung, eine tolle Geschichte mit super Illustrationen. Hier haben sich zwei Comic-Künstler gefunden und machen ihr Ding! Wer Saga nicht liest, ist selbst schuld. Er verpasst einen der besten Comics, die man aktuell kaufen kann.

Enigma – “Why Shouldn’t The Next Messiah Be Gay?”

Heute möchte ich einen Klassiker der Comicgeschichte besprechen. “Enigma” vom Briten Peter Milligan und gezeichnet von Duncan Fegredo gehört zu den Comics, die Anfang der 90er Jahre dazu beigetragen haben, den Ruf von Vertigo als Label für herausragend gute Comics zu begründen. “Enigma” erschien 1993 in acht Heften.

Enigma Comic

Mir ist Milligan noch gut im Gedächtnis, weil ich großer Fan der zu früh abgesetzten Serie “Greek Street” war, die antike Götter, Wunder und Dramen auf die dreckigen Straßen einer modernen Stadt verlagerte. In der jetzigen, überhastet zum Ende gebrachten Form, kann ich “Greek Street” leider nur für Fans empfehlen, wer eine großartige Geschichte erwartet, die in einem fulminanten Finale gipfelt, wird enttäuscht werden.

Da Peter Milligan bereits seit den 80ern im Geschäft ist, gibt es viele Möglichkeiten, mal was von ihm gelesen zu haben. So schrieb er unter Anderem für die Serien 2000AD, Hellblazer, Animal Man und Detective Stories. Darüber hinaus war er für den Revamp von “Shade – The Changing Man” verantwortlich und schrieb auch sonst so einige Geschichten, wie Skreemer, Enigma, The Extremist oder Skin.

Ich mag Milligan für seine Erzählweise. Sie ist dreckig, rotzig und wirkt oft wirr, gleichzeitig aber tief verwurzelt in unserer (Pop-)Kultur. Wenn man ihn lässt, ist Milligan aber durchaus in der Lage, all seine abgefuckten Ideen irgendwann im Lauf der Geschichte zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Dass seine Geschichten funktionieren, obwohl man förmlich merkt, wie es überall in der Erzählung knirscht und knarrzt, liegt an der größten Stärke Milligans: Er schreibt realistisch agierende Charaktere, die keine Blaupausen sind, sondern sich im Verlauf der Geschichte teils drastisch entwickeln. Ich würde nicht soweit gehen, Milligans Erzählweise als charakterzentriert zu bezeichnen, dafür haben seine Charaktere zuviel Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden. Meistens agieren sie nicht, sondern werden eher passiv von Ereignis zu Ereignis geworfen. Aber ohne diese menschlichen Charaktere wäre es unmöglich, Milligans Geschichten zu genießen. Weil sich Milligan viel Zeit für seine Charaktere und ihre Entwicklung nimmt, fiebert der Leser mit, egal wie abgedreht sich alles gerade darstellt.

“Enigma” kann diesbezüglich fast als Paradebeispiel gelten. Zu Beginn ist es gar nicht einfach, der Geschichte zu folgen. Alles beginnt im tiefsten Hinterland, irgendwo in Arizona. Vor 25 Jahren ist dort etwas geschehen. Was genau, erfährt der Leser nicht, nur soviel, dass es ganz sicher nichts Gutes war. Die Geschichte macht einen Sprung und lässt uns teilhaben an der Routine von Michael Smith, seines Zeichens Angestellter eines Telekommunikationsanbieters und privat eher ein Kontrollfreak (Sex nur Dienstag). Während er einem Kunden das Telefon repariert, finden Polizisten anderswo eine Leiche. Wie das alles zusammenhängt? Unklar: Milligan liefert die Antwort, aber erst später. Vorerst zieht er die Schraube noch weiter an. Glaubt mir, es werden sehr seltsame Dinge geschehen, noch ehe das erste Heft zu Ende geht. Diese Verwirrung steigert Milligan von Heft zu Heft weiter. Er beantwortet ein paar brennende Fragen, so dass der Leser einordnen kann, was Sache ist, gleichzeitig wirft er aber sofort neue auf. Wo das hinführt? Das weiß man, typisch für Milligan, erst ganz zum Schluss.

Die Zeichnungen von Fegredo sind, wie oft bei Milligan, stilistisch gut auf die Geschichte abgestimmt. Gerade zu Beginn der Serie wirken sie teils arg fahrig, als wäre nicht genug Zeit gewesen, ihnen den nötigen Feinschliff zu verpassen, je mehr Durchblick Michael im Verlauf der Geschichte bekommt, umso heller und detaillierter werden sie. Ein kleines Stilmittel, dass mancher Leser vielleicht nicht bewusst bemerkt, aber es wirkt trotzdem auf ihn. Sehr selten war mir der Stil zu “gritty”, so dass kaum erkennbar war, was eigentlich gerade passiert, insgesamt muss man sich aber einfach dran gewöhnen und dran bleiben.

Die Panels sind eher unspektakulär angeordnet, man merkt aber, dass auch dahinter eine Strategie steckt. Immer wieder ist man verblüfft, wie viel Effekt sich mit Kleinigkeiten, wie einem Panel ohne Rahmen in der Mitte der Seite, erreichen lässt. Als Vergleich würde ich hier Jeff Lemire bemühen, auch wenn dessen Colorierung sich von der “Enigmas” deutlich unterscheidet und er nicht ganz so dreckig zeichnet wie Fegredo.

Wie euch sicher nicht entgangen ist, habe ich viel über die Story “Enigmas” geredet, es aber vermieden, euch Details der Handlung zu verraten. Ich habe sonst keine großen Hemmungen, ein wenig zu spoilern, aber “Enigma” wirkt einfach am Besten, je weniger man darüber weiß. Außerdem ist es erstaunlich schwierig, wirklich zu sagen: “In “Enigma” geht es um das und das”. Man würde dem Comic damit nicht gerecht werden. Milligan schneidet in dieser Serie eine ganze Menge Themen an, manche sind zentral für die Geschichte, andere nicht. Ich glaube, Enigma hat auch fast 20 Jahre nach seinem Erscheinen ein gewisses Potential, kontrovers diskutiert zu werden. Es ist ein Comic mit Ecken und Kanten. Und deswegen mag ich “Enigma” so.