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Moneyquotes aus Angela Merkels Rede bei der CDU MediaNight

CDU Watch hat sich die Rede von Angela Merkel bei der CDU MediaNight (sic!) ganz angehört und drei durchaus beeindruckend unwissend wirkende Zitate hervorgehoben. Mein Lieblingszitat:

Internet hin und her, ich bin trotzdem der Überzeugung, daß eine Fähigkeit zum Lesen erhalten bleiben sollte. Und nicht nur reduziert auf Abkürzel bei den verschiedensten Sorten der elektronischen Nachrichtenübermittlung. Denn es kann nicht schaden und man kann auch ein guter Internetnutzer sein, wenn man über gute Lesefähigkeiten, glaube ich, verfügt.

Die Frau benutzt das Wort “Abkürzel”, als würde es existieren und hält das Internet offenbar noch immer vor allem für eine Verdummungsmaschine. Schon beeindruckend dumm. Falls ihr die Rede wirklich in ihrer Gesamtheit hören wollt (ich will es nicht), könnt ihr das bei World Wide Wagner tun.

Deutsche Bahn unterstützt “Marsch für das Leben” und stellt sich gegen die Selbstbestimmung der Frau

Die Deutsche Bahn unterstützt Abtreibungsgegner, indem sie sie günstiger als sonst zur Demo „Marsch für das Leben“ bugsiert. “Marsch für das Leben” klingt harmlos, dort marschieren allerdings immer mal wieder auch Anhänger rechtsextremer und islamophober Gruppen wie JN (Junge Nationaldemokraten, die Jugendorganisation der NPD), Pro NRW und PI-News mit (so geschehen in Münster 2012). Und was die Veranstalter einen Marsch für das Leben nennen, ist in Wirklichkeit eine Demo zur Kriminalisierung von Abtreibungen, ergo gegen die Selbstbestimmungsrechte von Frauen. Erzkonservative, christliche Fundamentalisten, Rechte und Islamophobe wollen so allen Menschen ihre Moralvorstellungen aufzwingen.

Nicht unbedingt etwas, mit dem man sein Unternehmen gern in Verbindung bringt, oder? Die deutsche Bahn sieht das offenbar anders und sorgt dafür, dass die Anreise zum “Marsch für das Leben” für alle Teilnehmer schön günstig wird. Wieso man damit Rechtsextreme, christliche Fundamentalisten und Islamophobe unterstützt, will man bei der Bahn nicht verstehen. Zitat:

Wie jährlich bei vielen hundert Großveranstaltungen in Deutschland hat die Deutsche Bahn auch ein Veranstaltungsticket in Verbindung mit der Großveranstaltung „Marsch für das Leben“ aufgelegt. Das ist ein völlig normales Angebot, denn die DB gibt damit in keiner Weise eine inhaltliche Stellungnahme oder Wertung zu den Zielen der Veranstaltungen ab und tritt auch weder als Sponsor noch als Unterstützer dieser Aktion auf. Für Veranstaltungen, bei denen die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage gestellt wird (etwa Aktionen von rechtsextremen Parteien), bieten wir selbstverständlich kein Ticket an.

und

Ein Sprecher sagte außerdem, auch andere Demonstrationen würden durch Ticketaktionen unterstützt. Einzelheiten wollte er mit Rücksicht auf Vertragspartner nicht nennen, verwies aber exemplarisch auf den CSD und Amnesty International.

taz und Mädchenmannschaft, die das Engagement der Bahn von Beginn an kritisierten, haben das überprüft und kommen zu folgendem Schluss:

Die Behauptung, die Bahn vergebe auch an andere Organisationen wie Amnesty International und den Berliner CSD Verein günstigere Tickets, erwies sich als falsch.

Die Veranstalter von “Marsch fürs Leben” wissen übrigens sehr wohl um den Gefallen, den die Deutsche Bahn ihnen tut und zeigen sich sehr dankbar:

Wir freuen uns, Ihnen in Kooperation mit der Deutschen Bahn für Ihre Anreise zum Marsch für das Leben 2012 und den Begleit­ver­anstaltungen eine weitere bequeme und umweltfreundliche Reisemöglichkeit anbieten zu können: Die Deutsche Bahn stellt ein Kontingent an Fahrkarten zum Pauschal­preis zur Ver­fügung.

Man beachte, dass hier sogar von einer “Kooperation” die Rede ist. All das veranlasste mich, auf der offiziellen Facebook-Präsenz der Deutschen Bahn mal nachzufragen. Mein Post:

Liebes DB-Team,

ihr unterstützt Abtreibungsgegner und findet das “normal”, für Veranstaltungen wie den Christopher Street Day gilt euer Ticketangebot allerdings nicht? Und dann sprecht ihr davon, dass nicht gewertet wird? Ob ihr wollt oder nicht: Damit bezieht ihr natürlich Stellung.

(Laut http://maedchenmannschaft.net/die-bahn-und-die-abtreibungsgegner_innen-folge-3/ hat es “seitens der Bahn AG auf Anfrage „keinerlei Bereitschaft“ zu einer Ticketaktion für Teilnehmer [sic!] der diesjähren Schwulen- und Lesbenparade in Berlin gegeben.”)

Das wirft ein schlechtes Licht auf die Deutsche Bahn. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das nötig habt, aber das müsst ihr wissen. Es wäre nur nett (und professionell!), wenn ihr Kritik nicht mit zwei Wochen alten Beiträgen abbügeln wolltet, die nachweislich nicht der vollen Wahrheit entsprechen.

Wie ihr seht, habe ich mich sehr um Sachlichkeit bemüht, allerdings auch klar gestellt, dass man mich nicht mit dem Standardlink abspeisen solle, den man seit über einer Woche unter jeden (freigeschalteten) Kommentar zum Thema setzt. Tja, für ein Unternehmen, das “damit in keiner Weise eine inhaltliche Stellungnahme oder Wertung zu den Zielen der Veranstaltungen” abgeben will und “weder als Sponsor noch als Unterstützer dieser Aktion” auftreten möchte, reagierte man recht interessant auf meine Kritik: Man verbarg sie, was einem Löschen gleich kommt. Statt auf meine Kritik einzugehen, verweigert sich die Deutsche Bahn also dem Dialog mit Kritikern. Schlimmer noch: Wer weiß, wieviele negative Kommentare bereits verborgen worden sind, während jedes Lob der Abtreibungsgegner kommentarlos auf der Wall verbleibt. Wer so vorgeht, ergreift trotz Lippenbekenntnis klar Partei: Pro “Marsch für das Leben”, contra Selbstbestimmung der Frau.

Die Kritik an der Unterstützung des Marsches der 1000 Kreuze seitens der Deutschen Bahn, die diese ausblendete

Der Post, der -absichtlich oder zufällig- auf https://www.facebook.com/deutschebahn nicht angezeigt wird:

Liebes DB-Team,

ihr unterstützt Abtreibungsgegner und findet das “normal”, für Veranstaltungen wie den Christopher Street Day gilt euer Ticketangebot allerdings nicht? Und dann sprecht ihr davon, dass nicht gewertet wird? Ob ihr wollt oder nicht: Damit bezieht ihr natürlich Stellung.

(Laut http://maedchenmannschaft.net/die-bahn-und-die-abtreibungsgegner_innen-folge-3/ hat es “seitens der Bahn AG auf Anfrage „keinerlei Bereitschaft“ zu einer Ticketaktion für Teilnehmer [sic!] der diesjähren Schwulen- und Lesbenparade in Berlin gegeben.”)

Das wirft ein schlechtes Licht auf die Deutsche Bahn. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das nötig habt, aber das müsst ihr wissen. Es wäre nur nett (und professionell!), wenn ihr Kritik nicht mit zwei Wochen alten Beiträgen abbügeln wolltet, die nachweislich nicht der vollen Wahrheit entsprechen.

TV- Kritik auf RTL- Niveau?

Bericht auf fernsehkritik.tv über eine “kritische” Aktion zweier Studenten bei der Rahmenübertragung zum Fußballspiel Kamerun- Niederlande. Die beiden schminkten sich schwarz, gaben sich als Kamerun- Fans aus, hielten dann ein Plakat mit der Aufschrift: HART(L)Z IV TV GEGEN NIVEAULOSIGKEIT IM NACHMITTAGS- TV in die Kameras und werden nun für ihre tolle Aktion bejubelt. (Hervorhebung im Plakattext von mir. Im Original sind R, T und L in den typischen Farben des Senders gehalten. Das L ist auf dem Plakat halb nach unten weggefallen, meine Verklammerung ist eine Behelfslösung, um das ansatzweise wiederzugeben, das Original findet ihr hier.)

Das soll Kritik sein? In erster Linie setzt es allerdings Hartz IV- Empfänger und Niveaulosigkeit gleich und bewegt sich damit ungefähr auf dem Niveau eines RTL- Nachmittagsbeitrags.

Wenn Studenten wirklich keine treffendere Art der Kritik einfällt, die ohne Diskriminierung auskommt, dann ist das sehr traurig. Was soll die Aktion bezwecken? Aus RTL einen Bildungssender machen? Wohl kaum. Mal kurz im Rampenlicht stehen mit einer unsinnigen Aktion auf Kosten anderer, bei der in Kauf genommen wird, dass man Vorurteile einer bestimmten Bevölkerungsschicht gegenüber weiter schürt? Viel wahrscheinlicher.

Glückwunsch an Dr_KSchroeder für viele neue Follower, dank Spiegel Online

Ach ja, der Shitstorm (“Zwitschersturm” sagt der Profi) gegen Kristina Schröder ist SpOn auch `nen Artikel wert. Offensichtlich wollte man zeigen, wie toll die ach-so-Internet-erfahrene Ministerin (kann Twitter bedienen) mit Kritik umgehen kann und wie kindisch die Bräuche dieser Internet- Kiddies sind. Dummerweise ist man dabei auf einen äußerst perfide getarnten Satire- Account reingefallen. Spiegel Online wusste nämlich zu berichten (unter “Die Aufklärung”, wuhu!), dass Frau Schröder seit Neuestem unter dem Nick @Dr_KSchroeder (Selbstvorstellung: Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und so Gedöns) weiter twittert. Da hat aber jemand sorgfältigst recherchiert. Hat hier jemand Qualitätsjournalismus gesagt?

Wurde immerhin schnell geändert, aber dank @Politik2_0 und @veloc1ty in alle Ewigkeit konserviert. Danke dafür. Hier also der Beweis, dass ich mir das nicht nur ausgedacht habe, weil es so lustig ist:

Das Narrennetz- Der Jugendmedienschutz- Staatsvertrag ist unterschrieben

Spiegel Online titelt: Jugendschutz: Ministerpräsidenten beschließen das Kindernetz .

Die Ministerpräsidenten der Länder haben anscheinend den umstrittenen novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag  unterzeichnet, wider besseren Wissens. Der AK Zensur hat bereits im Mai verschiedenste Probleme des JMStVs benannt und einen Forderungskatalog veröffentlicht. Der wurde offensichtlich einfach ignoriert. Übrigens ist der JMStV kein CDU- Projekt, sondern wurde von der SPD unter Kurt Beck ausgearbeitet. Nur falls sich jemand immer noch Hoffnung machte, die großen Parteien würden sich bezüglich ihres Unwissens etwas schenken.

Der JMStV sieht unter anderem eine Alterskennzeichnung für Websiten oder “Sendezeiten” vor. Alles natürlich total freiwillig. Nur fragt man sich: Wenn alles freiwillig ist, wozu braucht man dann überhaupt eine Regelung?

Statt die Medienkompetenz Heranwachsender zu fördern, hat man sich also entschieden,  Provider künftig zu verpflichten, “Filter” anbieten, die das Netz kindersicher machen.

Unabhängig davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie man das umsetzen will, ohne massenhaft Seiten aus anderen Ländern, die solchen Unsinn nicht mit machen, zu sperren (aber es hat ja bestimmt niemand vor, Netzsperren quasi durch die Hintertür doch noch zu installieren), ist das Ding wohl auch so schwammig formuliert, dass es nicht zu mehr Rechtssicherheit führt, sondern im Gegenteil nur zu mehr Verwirrung. Ich würd ja wetten, dass das ausgenutzt wird und dass die, die es ausnutzen, nicht im Geringsten das Wohl irgendwelcher Kinder im Sinne haben, sondern simple finanzielle Interessen. Interessant auch, dass es wohl nur einen (!) deutschen Konzern gibt, der überhaupt geeignete Filtersoftware entwickelt. Sicherlich auch reiner Zufall (SpOn nennt leider den Namen nicht).

Ich bereite mich dann wohl mal darauf vor, meinen Blog Ab18 zu labeln, um auf Nummer sicher zu gehen. Hoffe, dafür gibts dann ein WordPress- Widget. ;)

Vorwärts.de titelt: Der nächste netzpolitische Gau und weist, etwas ausführlicher, auf ähnliche Probleme hin. Zusätzlich findet ihr dort eine Linkliste zum Weiterlesen.

Siehe auch:

heise online: Ministerpräsidenten verabschieden Jugendmedienschutzstaatsvertrag
taz: FSK 18 für Tweets?
Internet-Law.de: JMStV: “Behüten, wo es nötig ist”
Zeit.de: Hilfloser Versuch das Netz abzusperren

Wikipedia mal wieder: Die Vulva- Und alle so: Iiiihhh

Auf der Startseite von Wikipedia kann man den Artikel des Tages bewundern. Heute ist das “Die Vulva“. Damit der nicht völlig untergeht, wird der Artikel auf der Startseite auszugweise zitiert und mit einem Bild illustriert. Überraschung: Es ist…explizit.

Darüber wird nun diskutiert. Wobei: Diskussion ist das kaum zu nennen. Es ist lustig. Amüsiert euch. Ignoriert, dass es auch ein bisschen traurig ist, mitunter.Wiki ist mittlerweile immer für Lacher gut. So sieht also eine freie Enzyklopädie aus.

wer bitte ist für den Schweinkram auf der Startseite verantwortlich? Wenn ich auf die Wikipediaseite gehe ist das letzte was ich sehen will eine Vagina und ein Arschloch…Es ist bedauerlich das so ein “Schwanzdenken” jetzt schon in der Wikipediaredaktion durchgreift…Einen langjährigen Wikileser habt ihr damit verloren…

Links: fefe: Link
Cyberfux: Die spinnen, die Prüden! #vulvapedia
Blogvogel.de: Am Tag als die Vulva war…
Wayne…interessierts?!: Wikipedia-Artikel des Tages: Vulva
Evil Daystar (huettn): Aufstand der Wikipedia- Gartenzwerge
Geschichten von der honigsüßen Welt: Vulva des Schreckens [Ironie aus] …
Isis-Welt: Vulvapedia
Hirsch2k: Schatz, wir müssen über Vulven reden hat sich noch etwas mehr Mühe gegeben und die Kritik am Ablauf ausführlicher mit Argumenten untermauert. Finden sich zwar alle schon in der verlinkten Diskussion, aber hier kriegt ihr sie nochmal gebündelt.

Trendanzeiger sieht´s anders: „Vulva“ als Artikel des Tages bei Wikipedia – mit Bild. Mich überzeugt er nicht. Dafür bräuchte er bessere Argumente, aber lest selbst.

“Da muss man schon ne ganz schöne Pussy sein um sich darüber aufzuregen.”

ACHTUNG! EINZELMEINUNG! ACHTUNG! EINZELMEINUNG! ACHTUNG! EINZELMEINUNG! ACHTUNG! EINZELMEINUNG!

Der Post-Gender- Spezialist (Sarkasmus!) der Piraten “Jojo” bei 11k2 zu seinem absoluten Fachgebiet: Was ist Sexismus?, betrachtet im Zusammenhang mit der Gründung der Piratinnen- Gruppe (nur echt mit Warnhinweis) in der Piratenpartei und bezogen auf den erhellenden, arg post-gegenderten Beitrag “Lena und ihre Häkelgruppe” von “Wolfgang” (Sarkasmus!).

ACHTUNG! EINZELMEINUNG! ACHTUNG! EINZELMEINUNG! ACHTUNG! EINZELMEINUNG! ACHTUNG! EINZELMEINUNG!

Geschmackloses Google-Doodle zu den 21. Olympischen Winterspielen: Dummer Zufall oder schlechter Scherz?

Öhm… Das einen einen Tag nachdem der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili in Vancouver tödlich verunglückte? Soll wohl auf die 21. olympischen Winterspiele hinweisen, hat aber mindestens einen sehr bitteren Beigeschmack. Unschöne Koinzedenz.