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Bewerben per Online-Formular – Ein Rant

Fuck Online-Formulare

Ich bin aktuell auf Jobsuche und das ist bekanntlich schon nervig genug. Eigentlich verwunderlich, dass wir uns in Zeiten des Internets in aller Regel immer noch so bewerben wie vor 20 Jahren. Hatten Stellenanzeigen früher ihren Platz in Totholzmedien, findet mensch sie mittlerweile online und wo früher für jede Bewerbung ein Brief verschickt werden musste, reicht heute eine Mail. Ansonsten hat sich nicht wirklich was verändert. Aber darum geht es mir gar nicht (wobei ich mir wünschen würde, dass sich da mal jemand ein besseres System einfallen ließe).

Mit Bewerbungen per E-Mail kann ich, trotz hohem Nervfaktor, gerade noch leben. Ist halt so. Bewerben ist ätzend. Ich habe meine Unterlagen schön im PDF-Format vorliegen, um sie schnell und einfach per E-Mail versenden zu können. Es könnte so (vergleichsweise) simpel sein.

Aber nö: Aus mir unerklärlichen Gründen halten viele Unternehmen es offenbar für zweckmäßig, diese simple Lösung auszuschließen und setzen stattdessen auf einen völlig bescheuerten, unnötig komplizierten Weg: Bewerbung per Online-Formular.

Schlimm genug, dass ich mich bei verschiedensten Jobbörsen anmelden muss, was für mich als Nutzer keinen Mehrwert hat (ich brauche keine Mails mit Jobangeboten, ich gucke selber). Finde ich dort dann eine passende Stelle, werde ich auch noch auf eine weitere Seite mit einem Onlineformular zum Bewerben verwiesen. Dort werden dann fein säuberlich all die Daten abgefragt, die sich ohne Weiteres aus meinen Bewerbungsunterlagen erschließen lassen. Bloß um danach in einem ominösen “Bewerberpool” zu landen, in dem ich sie eigentlich nicht unbedingt haben will.

Besonders “schön”, wenn Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse getrennt hochgeladen werden sollen. Für die Firmen, denen ein Online-Formular noch nicht kompliziert genug ist, nehme ich an.

Die weitere Kommunikation, wenn denn eine statt findet, läuft dann unlogischerweise natürlich wieder per E-Mail und Telefon. Das verstehe, wer will. Ich nicht.

Warum tun Unternehmen sowas? Testen sie, ob Bewerber bereit sind, sich bescheuerten Regeln zu beugen? Kriegt irgendjemand Lust, für ein Unternehmen zu arbeiten, wenn bereits das Bewerben ein unfassbar nerviges Procedere ist? Ich jedenfalls nicht. Ich glaube, damit bin ich nicht allein. Ich möchte nicht wissen, wieviele fähige Bewerber Unternehmen verloren gehen, weil sie auf unnötig komplizierte und teils grottig programmierte Online-Formulare zum Bewerben setzen. Jeder Mensch mit Verstand und Würde muss doch beim Anblick eines solchen denken: Fuck you! Dann eben nicht.

Musik!

Sexismus ist was du draus machst – Wie ein Pantene-Werbespot total in die Hose geht

Pantene Sexismus Fail
Pantene Philippines hat einen Werbespot produziert, der wohl Sexismus beziehungsweise Doppelstandards thematisieren soll. Tut er die meiste Zeit auch, sogar überraschend deutlich. Allerdings wird Sexismus dann ganz am Ende doch irgendwie zum persönlichen Problem erklärt. Die zwei Zeilen Kommentar zum Video lauten:

It’s time we put an end to labels against women.
Pantene believes that when you stand strong, you shine.

Weil man Sexismus genauso leicht einfach ignorieren kann wie Rassismus und dann ist er vorbei.

(via)

Siegmar Gabriel erklärt die Mühen der Ebene

Priceless. Verstehe Yasmina Banaszczuk und ihren Austritt aus der SPD sehr gut. Widerlicher, ahnungsloser, herablassender Gabriel. Nicht meine Partei. Unwählbar.

Wir müssen uns Sisyphos als ziemlich lernresistenten Hund vorstellen

Hartnäckig ist der Wauzi ja, aber er kommt trotzdem kein Stück voran. Das Konzept Drehstuhl hat sich ihm nur ungenügend erschlossen. Soviel er auch kämpft: Was bleibt ist nur ein Drehwurm.

(via)

Nur ein paar stolpernde Pinguine

Ich bin dafür bekannt, dass man mir besser keine zerbrechlichen Dinge ind die Hand gibt, weil ich gern mal stolpere oder Dinge fallen lasse. Auch Pinguine sind nicht gerade für ihren Anmut bekannt. Insofern fühle ich mich ihnen auf gewisse Weise verbunden, wenn sie stolpern und stürzen und fallen, was das Zeug hält.

Boykottiert Barilla und Wasa

Klare Ansagen von Guido Barilla, Vorsitzender des (bisher) bekannten Nudelherstellers:

“We won’t include gays in our ads, because we like the traditional family. If gays don’t like it, they can always eat another brand of pasta. Everyone is free to do what they want, provided it doesn’t bother anyone else.”

“I have no respect for adoption by gay families because this concerns a person who is not able to choose “

“I would never do an advert with a homosexual family…if the gays don’t like it they can go and eat another brand. For us the concept of the sacred family remains one of the fundamental values of the company.”

“I’m sorry if my comments on La Zanzara have created misunderstanding or polemic, or if I’ve offended anyone. In the interview I only wanted to underline the central role of the woman in the family.”

Ich selbst kaufe sowieso so gut wie nie die teureren Nudeln von Barilla, weil ich qualitativ einfach keinen Unterschied schmecke. Aber selbst wenn das der Fall sein sollte – kaufen wir doch zukünftig einfach nur noch Nudeln anderer Hersteller. Die sind auch lecker. Bei Nudeln fällt Boykott nun wirklich nicht schwer. Und klaren Ansagen sollten klare Reaktionen folgen: Boykottiert Barilla! (Und Wasa, Kamps, die gehören auch zum Konzern.)

Vorsicht mit Drohnen – Unfall bei der Hochzeit

Drohnen werden kontrovers diskutiert, aber für Fotografen sind sie unbestreitbar ziemlich toll. Klar, dass sie auch bei Hochzeiten eingesetzt werden, um ganz einmalige Bilder aufzunehmen. Blöd nur, wenn der Fotograf die Drohne nicht unter Kontrolle hat. Seht selbst:

Arbeiten bis der Arzt kommt vor lauter Konsumlust!

Hamster hat Konsumlust

(Bildquelle)

Konsumlust. Konsumwut. Konsumterror – Wer blickt da noch durch? Hauptsache Konsum. Konsum über Alles; außer Wachstum (und Tiernahrung).

Da sitzt man morgens beim zweiten Kaffee und liest nichtsahnend in diesem Internet und was muss man sehen? Einen SpOn-Artikel, in dem es darum geht, dass immer mehr Menschen in Deutschland einem Zweitjob nachgehen. 2,66 Millionen, um genau zu sein. Was bis dahin nicht wirklich Neuigkeitswert hat. Das ist ungefähr so überraschend wie Altersarmut oder mangelnde Bildungschancen für eine ganze Menge Jugendlicher.

Interessant wird das kleine Textchen, das ihr gar nicht im Original lesen müsst (LSR und relative Inhaltslosigkeit) durch eine Aussage des Bundesarbeitsministeriums. Dort vermutet man (wer eigentlich genau? Ich hätte gern Namen!) Konsumlust als Motivation. Nicht Not. Die Menschen arbeiten nicht, um über die Runden zu kommen. Nein, sie tun das, um sich mehr Luxus zu gönnen. Wer kennt sie nicht, die Menschen, die für ein weiteres Auto oder einen Urlaub mehr pro Jahr freiwillig eine 70-Stunden-Woche auf sich nehmen?

Was sich jeder zehnte Deutsche da mühselig durch Überstunden erarbeitet, damit es zum Leben reicht, wird dann auch euphemistisch als “Zusatzeinkommen” bezeichnet, so als würde das Geld zum Ersparten wandern; ein Bonus würde man meinen. Nur dass dem natürlich überhaupt nicht so ist. Menschen nehmen Zweitjobs auf, weil sie es müssen, nicht weil sie es können. Als hätte man nach 60, 70 Stunden Arbeit noch Zeit und Lust fürs Vergnügen. Zweitjobs tragen dazu bei, dass reguläre (lies: besser bezahlte) Jobs verloren gehen. Übrig bleibt dabei am Ende meist nix.

Wie nennt man das? Zynisch, weltfremd, hirnverbrannt – irgendwie alles zusammen.

Damit könnte man (theoretisch) jetzt mal Wahlkampf machen. Trommeln. Von Menschenbild und Kompetenz und Volkspartei, die die Bodenhaftung verloren hat und sowas faseln. Könnte man. Gibt schon eine Menge Tweets zum Thema, Hashtag #Konsumlust.

Moneyquotes aus Angela Merkels Rede bei der CDU MediaNight

CDU Watch hat sich die Rede von Angela Merkel bei der CDU MediaNight (sic!) ganz angehört und drei durchaus beeindruckend unwissend wirkende Zitate hervorgehoben. Mein Lieblingszitat:

Internet hin und her, ich bin trotzdem der Überzeugung, daß eine Fähigkeit zum Lesen erhalten bleiben sollte. Und nicht nur reduziert auf Abkürzel bei den verschiedensten Sorten der elektronischen Nachrichtenübermittlung. Denn es kann nicht schaden und man kann auch ein guter Internetnutzer sein, wenn man über gute Lesefähigkeiten, glaube ich, verfügt.

Die Frau benutzt das Wort “Abkürzel”, als würde es existieren und hält das Internet offenbar noch immer vor allem für eine Verdummungsmaschine. Schon beeindruckend dumm. Falls ihr die Rede wirklich in ihrer Gesamtheit hören wollt (ich will es nicht), könnt ihr das bei World Wide Wagner tun.

Deutsche Bahn unterstützt “Marsch für das Leben” und stellt sich gegen die Selbstbestimmung der Frau

Die Deutsche Bahn unterstützt Abtreibungsgegner, indem sie sie günstiger als sonst zur Demo „Marsch für das Leben“ bugsiert. “Marsch für das Leben” klingt harmlos, dort marschieren allerdings immer mal wieder auch Anhänger rechtsextremer und islamophober Gruppen wie JN (Junge Nationaldemokraten, die Jugendorganisation der NPD), Pro NRW und PI-News mit (so geschehen in Münster 2012). Und was die Veranstalter einen Marsch für das Leben nennen, ist in Wirklichkeit eine Demo zur Kriminalisierung von Abtreibungen, ergo gegen die Selbstbestimmungsrechte von Frauen. Erzkonservative, christliche Fundamentalisten, Rechte und Islamophobe wollen so allen Menschen ihre Moralvorstellungen aufzwingen.

Nicht unbedingt etwas, mit dem man sein Unternehmen gern in Verbindung bringt, oder? Die deutsche Bahn sieht das offenbar anders und sorgt dafür, dass die Anreise zum “Marsch für das Leben” für alle Teilnehmer schön günstig wird. Wieso man damit Rechtsextreme, christliche Fundamentalisten und Islamophobe unterstützt, will man bei der Bahn nicht verstehen. Zitat:

Wie jährlich bei vielen hundert Großveranstaltungen in Deutschland hat die Deutsche Bahn auch ein Veranstaltungsticket in Verbindung mit der Großveranstaltung „Marsch für das Leben“ aufgelegt. Das ist ein völlig normales Angebot, denn die DB gibt damit in keiner Weise eine inhaltliche Stellungnahme oder Wertung zu den Zielen der Veranstaltungen ab und tritt auch weder als Sponsor noch als Unterstützer dieser Aktion auf. Für Veranstaltungen, bei denen die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage gestellt wird (etwa Aktionen von rechtsextremen Parteien), bieten wir selbstverständlich kein Ticket an.

und

Ein Sprecher sagte außerdem, auch andere Demonstrationen würden durch Ticketaktionen unterstützt. Einzelheiten wollte er mit Rücksicht auf Vertragspartner nicht nennen, verwies aber exemplarisch auf den CSD und Amnesty International.

taz und Mädchenmannschaft, die das Engagement der Bahn von Beginn an kritisierten, haben das überprüft und kommen zu folgendem Schluss:

Die Behauptung, die Bahn vergebe auch an andere Organisationen wie Amnesty International und den Berliner CSD Verein günstigere Tickets, erwies sich als falsch.

Die Veranstalter von “Marsch fürs Leben” wissen übrigens sehr wohl um den Gefallen, den die Deutsche Bahn ihnen tut und zeigen sich sehr dankbar:

Wir freuen uns, Ihnen in Kooperation mit der Deutschen Bahn für Ihre Anreise zum Marsch für das Leben 2012 und den Begleit­ver­anstaltungen eine weitere bequeme und umweltfreundliche Reisemöglichkeit anbieten zu können: Die Deutsche Bahn stellt ein Kontingent an Fahrkarten zum Pauschal­preis zur Ver­fügung.

Man beachte, dass hier sogar von einer “Kooperation” die Rede ist. All das veranlasste mich, auf der offiziellen Facebook-Präsenz der Deutschen Bahn mal nachzufragen. Mein Post:

Liebes DB-Team,

ihr unterstützt Abtreibungsgegner und findet das “normal”, für Veranstaltungen wie den Christopher Street Day gilt euer Ticketangebot allerdings nicht? Und dann sprecht ihr davon, dass nicht gewertet wird? Ob ihr wollt oder nicht: Damit bezieht ihr natürlich Stellung.

(Laut http://maedchenmannschaft.net/die-bahn-und-die-abtreibungsgegner_innen-folge-3/ hat es “seitens der Bahn AG auf Anfrage „keinerlei Bereitschaft“ zu einer Ticketaktion für Teilnehmer [sic!] der diesjähren Schwulen- und Lesbenparade in Berlin gegeben.”)

Das wirft ein schlechtes Licht auf die Deutsche Bahn. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das nötig habt, aber das müsst ihr wissen. Es wäre nur nett (und professionell!), wenn ihr Kritik nicht mit zwei Wochen alten Beiträgen abbügeln wolltet, die nachweislich nicht der vollen Wahrheit entsprechen.

Wie ihr seht, habe ich mich sehr um Sachlichkeit bemüht, allerdings auch klar gestellt, dass man mich nicht mit dem Standardlink abspeisen solle, den man seit über einer Woche unter jeden (freigeschalteten) Kommentar zum Thema setzt. Tja, für ein Unternehmen, das “damit in keiner Weise eine inhaltliche Stellungnahme oder Wertung zu den Zielen der Veranstaltungen” abgeben will und “weder als Sponsor noch als Unterstützer dieser Aktion” auftreten möchte, reagierte man recht interessant auf meine Kritik: Man verbarg sie, was einem Löschen gleich kommt. Statt auf meine Kritik einzugehen, verweigert sich die Deutsche Bahn also dem Dialog mit Kritikern. Schlimmer noch: Wer weiß, wieviele negative Kommentare bereits verborgen worden sind, während jedes Lob der Abtreibungsgegner kommentarlos auf der Wall verbleibt. Wer so vorgeht, ergreift trotz Lippenbekenntnis klar Partei: Pro “Marsch für das Leben”, contra Selbstbestimmung der Frau.