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Cold Prey – Die Trilogie

“Cold Prey” (aus dem Jahr 2006, Originaltitel: Fritt Vilt) ist angeblich der erste Slasher aus Norwegen und quasi ein Proto-Slasher. Entbeint bis auf das absolut Nötigste: Eine Gruppe Teenager, ein irrer Mörder und ein abgelegenes Setting. Zu Beginn nimmt sich “Cold Prey” vergleichsweise viel Zeit, seine Charaktere einzuführen. Das zahlt sich aber mehr als aus, wenn die Action beginnt. Für einen Slasher bietet “Cold Prey” gute und vor allem nachvollziehbare Charakterisierungen. Gerade die Hauptdarstellerin bleibt im Gedächtnis und macht im Laufe des Films eine krasse Veränderung durch. Das verschneite Norwegen ist als Handlungsort noch einigermaßen unverbraucht. Der Mörder ist leider etwas unspektakulär geraten. Da ist man aus anderen Filmen Besseres gewohnt. Insgesamt ist “Cold Prey” ein sehenswerter Film für Slasherfans. Aber auch Fans anderer Genres können durchaus einen Blick riskieren.

Cold Prey Poster

“Cold Prey 2″ (2008) setzt da an, wo “Cold Prey” aufhörte, zieht die Spannungsschraube aber nochmal kräftig an. Getreu seinem deutschen Untertitel “Kälter als der Tod” ist “Cold Prey 2″ ein Spannungsfeuerwerk erster Güte, insgesamt bleibt der Film aber trotzdem flach. Mehr Thrillerelemente machen noch keinen Thriller. Außerdem verzichtet “Cold Prey 2″ ein bisschen zu oft auf den Realismus, der Teil 1 so gut gestanden hat. Der Zuschauer erfährt Neues über den Mörder. Leider macht ihn das nicht beängstigender, sondern eher zu einem typischen Slasher-Monster, wie man es schon zig mal gesehen hat: Wortkarg, übermenschlich stark, kaum totzukriegen und mit hoffnungslos verkorkster Kindheit. Wer “Cold Prey” mochte, wird mit “Cold Prey 2″ sehr glücklich werden. “Cold Prey” sollte man unbedingt gesehen haben, bevor man sich den zweiten Teil anschaut, da beide sehr eng zusammenhängen. Wenn man den ersten Teil nicht mochte, kann man sich “Cold Prey 2″ getrost sparen, man verpasst nicht viel.

“Cold Prey 3″ (2010) ändert alles. Zeit, Protagonisten, Setting, Stil, sogar Waffe und Aussehen des Killers. Was bleibt ist ein leidlich spannender Slasher ohne großartige Ideen, mit Löchern in der Logik, recht wenig Gewalt und manchmal ganz hübschen Landschaftsaufnahmen (die mich an “A Lonely Place To Die” erinnerten). Muss man nicht gesehen haben. Der Schluss ist vorhersehbar (da es sich bei “Cold Prey 3″ um ein Prequel handelt), aber gelungen. Wer einen spannenden Film sehen will, der in offener, bergiger und bewaldeter Landschaft spielt, sollte “A Lonely Place To Die” eine Chance geben. Der hat mich positiv überrascht.