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Frozen fractals all around – Frozen/Watchmen Mashup

Ich hab Frozen (Die Eiskönigin – Völlig unverfroren) noch nicht gesehen, aber offenbar kann man den Text von “Let it go”, gesungen von Idina Menzel wunderbar auf Captain Manhattan, den blauen Übermenschen aus Watchmen beziehen.

Das geht sowohl, wenn man die Lyrics mit dem Original-Artwork von Dave Gibbons kombiniert, als auch, wenn man Szenen aus dem Watchmen-Film von Zack Snyder mit dem Song unterlegt.

(via)

Before Watchmen – Ozymandias #2 Review

In den ersten Wochen von “Before Watchmen” wurden die Comics Woche für Woche etwas besser, bis ich nach “Ozymandias” #1 der Meinung war, “Before Watchmen” könne durchaus ein würdiges Spin-Off zu “Watchmen” werden. Sogar bereits erschienene Comics profitierten vom Mehr an Hintergrund, je mehr Hefte erschienen. Die Nummer Zweien waren weniger enttäuschend, blöderweise gab es aber auch weniger Höhepunkte. Holten “Comedian” #1, “Nite Owl” #1 und vor allem “Ozymandias” #1 noch Einiges für die Reihe heraus, so ist das mit den Nummer Zweien anders. “Comedian” #2 war belanglos, “Nite Owl” #2 wenig mitreißend. Und “Ozymandias” #2?

Ozymandias #2 Cover

(Bildquelle)

“Ozymandias” #2 hält das Niveau. Herausragend und wohl das Beste am Comic: Die Zeichnungen von Jae Lee, der sich auch für das Cover verantwortlich zeigt. Ich mag seinen Stil. Seine Panels wirken hyperdetailliert, gleichzeitig aber auch stilisiert. Das Paneldesign ist sehr aufgeräumt, aber mit seinem Mix aus runden und eckigen Formen trotzdem experimentell. Sowas kenne ich aus anderen Comics nicht. Die einzige Splashpage im Heft, in welcher Ozymandias eine Horde Bösewichte innerhalb eines Wimpernschlags außer Gefecht setzt ist für mich das Highlight. Wie Jae Lee hier die Gleichzeitigkeit der Ereignisse nur mithilfe schwarzer Schatten und eines gelben Hintergrunds darstellt ist schon sehr groß. Bei Lee hat man nie Probleme, zu erkennen, was gerade passiert oder wer agiert.

Die Story beschäftigt sich weiter damit, wie Adrian Veidt zum maskierten Rächer Ozymandias wurde. Hatten wir in Heft 1 quasi seine Origin-Story vor uns, so lesen wir nun von seinen ersten Versuchen als Verbrechensbekämpfer und seinem ersten Zusammentreffen mit einem Mitglied der Minutemen. Über die weiteren “Abenteuer” des “Crimson Corsairs” hülle ich den Mantel des Schweigens. Woche für Woche frage ich mich, wozu diese zwei Seiten Belanglosigkeit und Ereignislosigkeit eigentlich gedacht sind.

“Ozymandias” #2 ist ein gutes Heft, aber mit einem anderen Zeichner wäre ich wohl trotzdem nicht direkt begeistert. So ist “Ozymandias” für mich immer noch das Highlight von “Before Watchmen” Ich fürchte aber, es nähert sich der Moment, in dem ich Before Watchmen den Rücken kehren werde. Es sei denn, Rohrschach #1 wird nächste Woche deutlich besser. Ich hoffe es, denn so richtig schlecht ist “Before Watchmen” nicht.

Before Watchmen – Nite Owl #2 Review

Weiter geht es mit den Reviews zu “Before Watchmen“, einer Art Prequel zum Kultcomic “Watchmen” von Alan Moore und Dave Gibbons. Dieses Mal ist “Nite Owl” #2 dran. Den ersten fand ich ziemlich ok. Wie wird Heft 2 sich schlagen?

Before Watchmen Nite Owl 2  Cover
(Bildquelle)

Nachdem mir Comedian #2 nicht egaler hätte sein können, konnte auch “Nite Owl” #2 es leider nicht raus reißen.

Die Story: Nite Owl und Rohrschach jagen zusammen Verbrecher. Auf einer Metaebene gehts noch um Masochismus, Sexualität, Gewalt, aber das wirkt eher deplatziert. Man merkt, finde ich, dass sich Autor Straczynski bemühte, wie das große Vorbild “Watchmen” ein paar größere Themen und Fragen mitschwingen zu lassen, aber anders als in “Watchmen” wirkt es plump. Trotzdem bin ich froh, dass Straczynski wenigstens versucht, sie zu stellen. In anderen “Before Watchmen”-Heften fehlen die philosophischen Ansätze nahezu komplett. Sie gehören für mich aber dazu.

Die Zeichnungen von Andy und Joe Kubert (RIP) sind wohl Geschmackssache, mir sind da irgendwie zuviele Linien und Schraffuren, aber die Kolorierung und die Motive sind schon gut. Das ganz coole Cover passt hier einmal perfekt zum Stil im Heftinneren.

Das ist ganz unterhaltsam, aber nicht wirklich der Rede wert. Mal sehen, ob Ozymandias #2 das gute Niveau des ersten Heftes wird halten können. “Nite Owl” und “Comedian” sind daran bereits gescheitert.

Before Watchmen Comedian #2 – Ein Cover sagt mehr als tausend Worte

Weiter geht es. In der ersten Woche von “Before Watchmen” bereitete mir “Minutemen” #1 eine dicke Enttäuschung und bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen. Dann kam “Silk Spectre”, das ich mögen wollte und durchaus auch mögen konnte. Eine Woche drauf habe ich “Before Watchmen – Comedian” #1 recht gern gelesen, es hatte seine Momente. “Minutemen” #2 war nicht herausragend, aber es gefiel mir besser als “Minutemen” #1, “Silk Spectre” #2 veränderte den Tonfall in Vergleich zum ersten Teil etwas, wurde humoriger. Das tat aber ebenfalls eher gut. Wird “Before Watchmen – Comedian” #2 diesen positiven Trend fortsetzen können?

Before Watchmen - Comedian #2 Cover

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Obwohl ich die Figur Edward Blake eigentlich sehr spannend finde, ist vom zweiten Heft fast nichts hängen geblieben. Irgendwas mit Boxen und Krieg (in Vietnam?), ich kann mich einfach an keinen herausragenden Moment aus “Before Watchmen – Comedian” #2 erinnern. Die Szenen, die mir aus dem Krieg im Gedächtnis blieben, stammen aus dem Original “Watchmen”. Ging das nur mir so?

Das war nichts; eine klare Enttäuschung. Schon das Cover könnte langweiliger kaum sein. Wo zur Hölle soll das Blut herkommen? Beim Lesen hatte ich das Gefühl, die belanglose Geschichte würde routiniert erzählt, was eben auch bedeutet, ich war nicht in der Geschichte, nicht gefangen von der Handlung. Ich sah nur zu, relativ unbeteiligt.

Dafür, dass der Comedian einer der tollsten Charaktere in “Watchmen” ist, mit vielen Geheimnissen, ein äußerst enttäuschendes Heft. Zugegebenermaßen sind die Zeichnungen noch immer nett, aber hier wurde viel Potential verschenkt. Statt sich von Heft 1 zu Heft 2 verbessern, hat “Before Watchmen – Comedian “#2 das Niveau nicht halten können. Über die zwei Seiten Piratenstory am Ende des Heftes nur soviel: Langsam wird eine Handlung absehbar. Interessant ist die Geschichte noch immer nicht.

Before Watchmen – Minutemen #1 Review (Das verloren geglaubte Originalreview)

Ha, mein Original-Review zu “Before Watchmen – Minutemen #1, das ich verloren glaubte, ist wieder aufgetaucht. Es war nicht verschwunden, die WordPress-App für Android hat lediglich das Veröffentlichungsdatum auf den 1.1.1970 gesetzt. Ihr habt jetzt die Möglichkeit, dieses Review mit meinem anderen Review desselben Comics, beide recht zeitnah geschrieben, zu vergleichen. Das hier ist immerhin annähernd drei Mal so lang.

Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass DC sich daran wagen wolle, neue Watchmen Comics zu veröffentlichen, reagierte ich skeptisch. Schließlich ist Watchmen von Alan Moore und Dave Gibbons einer der besten, wenn nicht sogar der beste Comic der Welt. Hinzu kommt, dass Watchmen, untypisch für einen Superheldencomic, sehr abgeschlossen ist. Der Leser weiß, was es zu wissen gibt. Wenn die Geschichte erzählt ist, bleibt nur Recycling. In gewisser Weise hat man das auch bei DC verstanden und konzipiert Before Watchmen als Prequel. Aber: Kennt ihr ein Prequel, das besser ist als das Original? Mir fällt keins ein. Skepsis erschien mir allein deshalb angebracht. Auch die schiere Menge von Heften, deren Gesamtheit Before Watchmen ergibt, irritierte mich.

Mein Lieblingscomicdealer quitzi vom groben Unfug hat mir ein Reziexemplar von Minutemen #1 zukommen lassen. Zwar heißt es: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, aber genau das werde ich im Folgenden tun.

minutemen #1 cover

Beim Erstkontakt fällt dem geneigten Leser das Hochglanzcover ins Auge, mit dem DC offenbar punkten will. Ihren anderen Reihen spendieren sie diesen Luxus schließlich nicht. Umso mehr enttäuscht daher allerdings das unspektakuläre Motiv. Darwyn Cooke, der Minutemen #1 als Autor und Zeichner quasi allein stemmt, hat sich dabei nicht mit Ruhm bekleckert. Ein generelles Problem von Minutemen #1, aber dazu später mehr. Für ein Cover ist sein Motiv nicht detailliert und sorgfältig genug gezeichnet. Es kommt keine Stimmung auf.

Das Niveau setzt sich leider im Heft selbst fort. Ich mag viele Zeichner und nur selten einen generell nicht und würde mich als offen für viele Stile bezeichnen, aber Cooke ist überhaupt nicht mein Fall. Seine Charaktere wirken steril, die Zeichnungen wie talentiert hingeschludert. Aber Zeichnungen sind nicht alles. Auch das originale Watchmen bestach weniger durch die zwar guten, aus heutiger Sicht aber etwas altbacken wirkenden Zeichnungen von Gibbons als durch seine Geschichte (die aber von Gibbons großartig bebildert wurde, damit hier nicht das Missverständnis aufkommt, ich würde sie nicht gelungen finden). Cooke hingegen schafft es nicht einmal, die richtige Atmosphäre für seine eigene Geschichte zu schaffen. Es ist mir unverständlich, wieso die Wahl für einen so wichtigen Titel auf ihn fiel. Hätte man lieber Jeff Lemire genommen, der kann ebenfalls zeichnen, allerdings auf viel höherem Niveau. Als Autor kann ihm momentan ebenfalls kaum einer das Wasser reichen. Selbst ein Scott Snyder muss sich ordentlich anstrengen, will er da mit halten und der ist meiner Meinung nach der beliebteste Autor im aktuellen DC-Aufgebot.

Ach ja, die Geschichte. Tja, es gibt keine. Stattdessen erleben wir jeweils kurze und weitenteils langweilige Episoden von 2-4 Seiten aus dem Leben verschiedener Charaktere, die in Watchmen mehr oder weniger wichtig waren. Die Verbindung zwischen all den Episoden: Im Detail noch unklar, in der Ausführung unkreativ. Die Minutemen werden rekrutiert. Es gibt Comichefte, die dienen fast oder ausschließlich der Einführung der Charaktere oder dem World Building. Was Cooke hier abliefert toppt allerdings so ziemlich alles: World Building? Kaum vorhanden. Allerdings mag ein Neuleser das anders sehen. Charaktere? Die, die man kennt, gewinnen nicht an Tiefe, im Gegenteil, sie wirken flach. Die neuen Charaktere bleiben blass.

Am Ende ist jemandem bei DC offenbar noch aufgefallen, dass Piratencomics in Watchmen eine gewisse Rolle spielten, also hat man einfach am Ende 2 Seiten belanglosen Piratencomic angeflanscht, ohne Beziehung zum Heft. Wo Watchmen kunstvoll Bedeutungsebene auf Ebene legte, versucht Cooke gar nicht erst irgendwelche Fäden zu spinnen. Er erzählt wie auf dem Reißbrett. Von Moores mäanderndem, vieldeutigem Meisterwerk ist Minutemen denkbar weit entfernt. Unwahrscheinlich, dass ich mir die 6 Bände antun werde. Nächste Woche erscheint Silk Spectre #1, das werde ich mir anschauen. Zwar auch wieder von Darwyn Cooke geschrieben, aber immerhin gezeichnet von Amanda Conner, die ich ziemlich gern mag. Allein das Cover macht schon deutlich mehr Lust auf den Comic als das von Minutemen #1.

Before Watchmen – Nite Owl #1 Review

Bisher ist Before Watchmen nach subjektiv enttäuschendem Start (der allerdings immer besser wird, je mehr Hefte der Reihe man kennt) von Woche zu Woche besser geworden. Wird Nite Owl #1 diesen positiven Trend fortsetzen können?

Before Watchmen- Nite Owl #1 Cover

Das Cover von Nite Owl verrät es nicht, es kommt eher unspektakulär daher. Erinnert, wie Nite Owl allgemein, etwas an Batman. Da hatten andere Hefte der Reihe bereits mehr zu bieten. Aber kaum schlägt man das Heft auf, fühlt man sich als alter Fan zuhause. Die Zeichnungen von Andy Kubert (Inker: Joe Kubert; DER Joe Kubert? Irgendwie wohl schon) schaffen es, an das Original zu erinnern und zugleich modern und frisch zu wirken. Großes Kompliment an Kubert. Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass man sich bei DC wirklich Gedanken zur Wahl der Autoren und vor allem Zeichner gemacht hat. Ein Gefühl, das ich bekanntermaßen zu Beginn der Reihe noch nicht hatte. Je mehr vom Gesamtbild zu erahnen ist, umso deutlicher schält sich ein Zusammenhang heraus und es deutet sich etwas an, das unter Umständen tatsächlich sehr groß wird. Man wird sehen.

Die Handlung will ich gar nicht spoilern, nur soviel: Sie ist gut. Spannend, ein bisschen politisch, leicht pessimistisch, für die gewisse Tiefe, die wir an Watchmen so mögen. Wir erfahren etwas mehr über Nite Owl, allerdings zugegebenermaßen absolut nichts, was wirklich überrascht. Wer das Original kennt, kommt trotzdem auf seine Kosten. Straczynski trifft bisher am Ehesten den Ton der Originalserie. Als einziges Heft könnte Before Watchmen – Nite Owl tatsächlich Teil von Watchmen sein.

Ein viel größeres Kompliment könnte ich kaum machen. An Nite Owl ist nicht viel auszusetzen. Außer natürlich, dass ich Nite Owl als Charakter nicht sonderlich spannend finde, zumal im Vergleich mit anderen Watchmen. Aber nächstes Mal feiert mit Ozymandias einer der spannendsten Charaktere überhaupt seinen Einstand. Watchmen-Kenner wissen um seine Bedeutung für die Reihe. Ich bin gespannt.

Ausgenommen von dieser Lobhudelei ist wieder mal die Piraten”story”. Ich lese sie noch, finde sie auch immer noch gut gezeichnet, aber sie wirkt immer deplatzierter, unnötiger und zielloser.

Before Watchmen – The Comedian #1 Review

Der Comedian ist sicher eine der interessanteren Figuren in Watchmen. Mit seinem Fall beginnt die Geschichte und es ist an ihm, zu illustrieren, wie tief der amerikanische Traum sinken kann. Der Comedian lacht, weil ihm alles egal ist. Wie gut oder schlecht ist sein Auftritt in Before Watchmen?

Before Watchmen - Comedian #1 Cover

Das Cover ist nicht direkt schön, aber es ist interessant und irgendwie sehr passend. Die Ledermaske, die einen an Fetisch und S/M denken lässt, das breite Grinsen, das an einen Smilie denken lässt, der Blutfleck hat auf der Maske ist sogar 1:1 der vom Cover von Watchmen – die Anspielung auf die Originalserie sind sehr deutlich, aber trotzdem gelungen.

Geschrieben wurde Comedian #1 (“Smile”) von Brian Azzarello, den man sonst eher durch Vertigo-Titel kennt (100 Bullets, aktuell Spaceman) oder durch den aktuellen, eher kontrovers diskutierten Run von DC Comics Wonder Woman. Für die Zeichnungen war J.G.Jones (Final Crisis, Wanted,Wonder Woman: The Hiketeia!) zuständig. Erwähnenswert sind bei Comedian #1 auch die Farben. Kolorist Alex Sinclair setzt vor allem auf blaue und orange Töne, was den Comic recht interessant wirken lässt. Trotzdem haut mich auch Comedian vom Zeichnerischen her nicht um, ist eher gehobener Standard. Comedian soll letzlich aus sechs Heften bestehen.

Azzarello ist ein guter, mitunter herausragender Erzähler und Comedian #1 ist inhaltlich bisher auch mein Favorit in der Reihe Before Watchmen. Aber 100 Bullets hatte erzählerisch eine ganz andere Wucht. Selbst ein Brocken wie Spaceman begeistert mich mehr. Vielleicht liegt das an der größeren kreativen Freiheit, die Azzarello bei diesen Titeln hat. Auch Wonder Woman ist ja ein Comic, der stets zwischen “Super” und “Was hat er sich denn dabei gedacht?” oder, schlimmer noch, “Was ist denn da grad passiert?” schwankt. Die Dialoge sind manchmal großartig und manchmal zu kryptisch, um verstanden zu werden. Ganz so anspruchsvoll ist Comedian dann doch nicht, dafür fehlen hier aber auch die richtigen Aha-Effekte, wie sie Silk Spectre #1 letzte Woche noch bot (“Oh Sweetie, You’re too young to hate. Wait until you’re older and the world gives you a good reason.”, eine tolle, berührende Szene, gleichzeitig die Szene, die bisher für mich am Ehesten den Watchmen-Ton getroffen hat.)

Auch der Comedian beginnt “meta”. Es spielt Musik, wir lesen den Text, während ein jüngerer Comedian dem Bett entsteigt und einen Baseball zur Hand nimmt. Alles ist in blau getaucht. Es folgt eine etwas verwaschen wirkende Szene, schwer zeitlich einzuordnen, in der der Comedian (Eddie) mit John F. Kennedy und seinem Bruder Ted Baseball spielt. Diese steckt voller Andeutungen auf eine homoerotische Beziehung zwischen “Eddie”, “Jacky” und “Teddy”. Es tummeln sich überhaupt viele Berühmtheiten aus den 60ern in Comedian #1. Die Kennedys (inklusive Jacky Onassis), Gangsterboss Sam Giancana, Marilyn Monroe – Azzarello gibt sich viel Mühe, den Leser in die Zeit zu versetzen und es funktioniert und macht Spaß. Auch wenn er nicht jede Anspielung auf dem Silbertablett serviert, wer sie versteht (notfalls die Namen googeln), hat noch mehr Spaß.

Leider verbaut er sich damit gleichzeitig die Chance auf einen wirklich schockierenden Schluss und damit ein richtig gutes Heft. Schlecht ist der Schluss trotzdem nicht, die interessantesten Dinge passieren aber eben davor und der “Cliffhanger” verweist in die Zukunft, die spannend werden dürfte.

Comedian ist insgesamt aus meiner Sicht das bisher beste Heft der Reihe, knapp gefolgt von Silk Spectre #1. Am Schlechtesten ist bisher Minutemen #1, allerdings gewinnt das mehr und mehr an Reiz, je mehr Geschichte nachgeliefert wird. Es bildet eine Art “Rahmen” für die spannenden Geschichten, ist selbst aber unspannend. Ich weiß nicht, ob ich die Entscheidung, mit einem eher lahmen Heft zu beginnen, richtig finde, aber ich finde sie zunehmend machbar.

Zu guter Letzt bleibt einmal mehr Verwunderung darüber, wie uninspiriert man die Piratengeschichte einsetzt. Hier wird viel Potential verschenkt, gerade die Zeichnungen von John Higgins sind durchaus gut und auch die Geschichte, die er zusammen mit Len Wein ersann, könnte Potential haben, aber auf jeweils 2 Seiten kann sie sich unmöglich entfalten. Effektiv wird sich seit drei Heften gegenseitig kielgeholt, das ist nicht sonderlich spannend.