The Monks – Anti-Beatles und Musikvisionäre

The Monks

The Monks

Gestern auf Arte oder 3sat, bin nicht sicher, aber es tut auch nichts zur Sache, einen tollen Film gesehen. Monks- The Transatlantic Feedback von Dietmar Post und Lucia Palacios.

Der Film dokumentiert, wie ein paar US- Soldaten (Gary Burger (Gitarre, Gesang), Dave Day (elektrisches Banjo, Gesang), Larry Clark (Orgel, Gesang), Eddie Shaw (Bass, Gesang) und Roger Johnston (Schlagzeug, Gesang)), die sich in Deutschland aufhalten, mehr oder weniger zuällig eine Band gründen und wie sie sich nach der Army plötzlich mithilfe findiger Manager zu einer Avantgardeband weiter entwickeln.

Das Management verpasste ihnen den Namen Monks, bis dahin nannten sie sich selbst „Torquays“. Sie traten in  schwarze Kutten und Mönchstonsuren auf, um ihren Wiedererkennungswert zu erhöhen.

Nun, die Monks waren gar nicht unerfolgreich. Als „Anti-Beatles“ kamen sie in Hamburg genau zu der Zeit, als der Jugend die ewigen Beatles- Nachahmer zum Halse raus hingen. In Süddeutschland konnten sie allerdings nie Fuß fassen. Auch bei GIs kamen sie aufgrund ihrer Kritik am Vietnamkrieg in „Monk Time“ nicht durchgehend gut an.

Zurück in den USA stellten sie fest, dass dort Interpreten wie Jimmy Hendrix angesagt waren, die Blues spielten, statt wie die Monks Rock. Kurz: Die Monks waren ihrer Zeit voraus (wer wollte 1965 dekonstruktivistischen RocknRoll hören?). 2 Jahre nach ihrer „Gründung“ aus den Torquays lösten sie sich 1967 schon wieder auf. 30 Jahre später wurden sie plötzlich berühmt und traten in New York noch einmal gemeinsam auf.

Im Film wird einmal die Ansicht geäußert, die Monks hätten vielleicht den ersten Heavy Metal fabriziert. Ich finde das gar nicht so weit hergeholt. Die Aggression in den Monksongs, die Härte und die Simplizität sind schon beeindruckend. Der stampfende Beat, der wilde Gesang- kaum vorstellbar, dass das alles in den 60ern passierte. Mich erinnern die Monks an eher minimalistische Bands wie The Kills oder White Stripes, die ebenfalls sehr rhythmusorientiert spielen.

Fest steht, dass die Monks unzählige Bands nach ihnen beeinflusst haben, darunter illustre Namen wie Kraftwerk, Faust, Can, Amon Düül. Eine großartige Band, unbedingt anhören. Und mir nach „I hate you“ sagen, dass ihr auch nicht glauben könnt, dass die so „alt“ sein sollen.

The Monks – Wikipedia.

The Monks- I hate you

Offizielle Seite

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2 Antworten zu “The Monks – Anti-Beatles und Musikvisionäre

  1. The Monks sind allerdings eine geniale Band, die es meiner Meinung nach durchaus verdient hat, in einem Satz mit den Beatles und den Beach Boys genannt zu werden. Ich würde aber nicht so weit gehen und sie die erste Heavy Metal Band nennen. Aber die Einflüsse finden sich auf jeden Fall bei Bands wie The White Stripes, etc. wieder.

    Außerdem sind die Frisuren natürlich legendär :D

    • Hab ich sie die erste Heavy Metal Band genannt? Das wäre wohl wirklich etwas viel gesagt. Wobei die Härte ihrer Songs auch heute noch durchaus beeindrucken kann. Ansätze sind jedenfalls vorhanden (ähnlich wie auch bei den Beatles, hab ich gehört). Dass du ebenfalls die Parallele zu Bands wie den White Stripes siehst, freut mich sehr. Bin ja kein Musikjournalist, entsprechend unsicher, wenn es um größere Zusammenhänge geht. Aber dieses Zerlegen von Songs in kurze, repetitive Strukturen erinnerte mich arg an die genannten Bands.

      Die Frisuren rocken. ^^ Danke fürs Kommentieren.

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