Schon mal was Positives über Augsburg gehört? Ich auch nicht.

Ich fand Augsburg als Stadt ja noch nie so richtig prickelnd, aber das hier ist der Hammer: Augsburg mahnt einen Blogger ab, weil der ihr Namensrecht verletzte, als er sich die Domain http://www.augsburgr.de sicherte. Hätten die netten Internetausdrucker dort wahrscheinlich niemals bemerkt (im Artikel stehen ja mehr als genug Beispiele für Domains, die wahrscheinlich das Namensrecht genauso verletzen, nur dass sich das wohl noch nicht bis Augsburg rumgesprochen hatte). Dumm nur, dass der Blogger Michael Fleischmann so nett gewesen ist und nachgefragt hat, ob er sich diese Domain denn registrieren dürfe. Darf er nicht. Nett wie die Stadt Augsburg (bzw. ihre Vertreter) offensichtlich ist, hat sie natürlich die sofortige Löschung der Domain gefordert und auch erreicht. Und dann hat sie den guten Blogger abgemahnt. Kulant, wie irgendein Jurist mit für meine Begriffe etwas verquerem Rechtsempfinden meint. 1800 € für die Nachfrage, ob man sich diese oder jene Domain denn registrieren dürfte, nun ja. Aber nun gut, der Mann heißt Joachim Pfeilsticker. Dass so jemand Probleme mit Namen hat, verwundert gar nicht mal so sehr. Und er kommt aus Augsburg. Dass das was Negatives bedeutet, ist für mich zukünftig jedenfalls ne klare Sache.

Link zum Artikel in der Augsburger Allgemeinen

Update: Es wird lustiger. Erstmal unterstützt die Piratenpartei den Blogger. Ob das mehr als ein symbolischer Akt ist, bleibt abzuwarten. Richtig witzig finde ich aber: Augsburg, das waren die mit dem tollen Dönerverbot (mittlerweile gelockert). Ja dann.

Update 2: whatsyourplace.de hat sich die Mühe gemacht, mal ein bisschen zu sammeln, wie die Blogosphäre mit dieser News umging. Es ist eine starke Tendenz zugunsten des Bloggers erkennbar. So stark, dass die Bediensteten der Stadt Augsburg nochmal intern diskutieren, der OB eine Stellungnahme verfasste und die Forderung (1890 €) fallen gelassen wurde. (Bericht in der Augsburger Allgemeinen)

Könnte man wohl als Erfolg werten. Muss man aber nicht. Schön wär es, wenn einmal VOR der Abmahnung kurz überlegt würde und man Dinge persönlich klären könnte, bevor es um Geld geht. Abmahnungen, wie sie heute laufen,  sind eine grundsätzliche Unsitte.

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5 Antworten zu “Schon mal was Positives über Augsburg gehört? Ich auch nicht.

  1. Pingback: WhatsYourPlace » Blog Archive » augsburgR athaus wird Blog-Projektionsfläche

  2. aloa,,,
    bin auch opfer von solch fiesem juristen pack mit ihrem rechtsgefasel, gottloses volk, in drei teufels namen.. =)
    ende vom lied:
    die herren juristen haben sich ihren tollen titel gerichtlich eingeklagt und sitzen jetzt auf ihren kostennoten, denn der sklave verweigert sich seitdem und führt fortan ein leben als hartz4 empfänger, ohne einen funken reue. denn hartz4 bietet rundum service in solchen angelgenheiten, pfändungsschutz, kostenlose anwaltshilfe und niemand geht einem mehr auf den sack… danke deutschland

    • Hartz IV ist mitnichten ein Rundum-Sorglos-Programm. Aber manchmal bleibt einem keine andere Wahl. Grad die gegenwärtige Abmahnkultur treibt sicherlich einige Menschen in die Abhängigkeit von Hartz IV.
      In Ruhe wird man aber nicht gelassen, das stimmt einfach nicht. Fördern und Fordern lautet immer noch das Motto. Also schafft man sogenannte „Anreize“ zu arbeiten, als ob Arbeitslosigkeit daran läge, dass man kein Geld verdienen wollte.
      In Rechtsdingen kann man durchaus Nutzen draus ziehen, wenn man seine Rechte kennt. Beraten wird man nämlich nicht unbedingt.

  3. Der Link verweist im übrigen auf eine Domain, die in den Augen der offenkundig durchgeknallten Augsburger Stadtverwaltung ebenfalls abmahnfähig wäre. Man könnte ja meinen, die Zeitung sei von der Stadt herausgegeben, wenn die einfach so „Augsburg“ im Titel stehen haben.

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