Kein Respekt für Aaron Koenig

Link zu Aaron Koenigs Blogeintrag

So langsam kann ich nachvollziehen, dass man der Piratenpartei vorwirft, sie hätte Probleme, sich gegen rechts abzugrenzen. An sich versteht sie sich natürlich als außerhalb dieses Systems stehend, auch wenn das aus meiner Sicht nicht funktioniert. Aber darum geht es nicht.

Aaron König, Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei und durchaus für die eine oder andere kontroverse Meinung bekannt, hat mal wieder zugeschlagen. Ganz klar stellt er sich hinter die Schweizer und ihr Votum gegen Minarette. Etwas wirr rechtfertigt Koenig das mit der Trennung von Kirche und Staat (auch in diesem heute erschienenen neuen Text zum selben Thema). Wenn nun aber der Staat Minarette verbietet, wird damit genau diese Trennung aufgehoben. Kirche hat in Staatsangelegenheiten nix verloren. Staat umgekehrt aber auch nichts in Kirchendingen. Kurz: Die Argumentation hinkt. Der Respekt für diese Entscheidung ist mir unverständlich. Das Plädoyer für mehr direkte Demokratie unterstütze ich. Aber nicht auf diese Weise.

Piraten sind unabhängig. Wenn Unabhängigkeit aber immer wieder dazu führt, dass man sich mit Rechten bzw. Konservativen gemein macht, dann bringt sie nichts. Es ist nicht modern und zeitgemäß konservativ zu sein.

Ängste schüren, Fronten bilden, Feindbilder definieren: Das sollte für Piraten nicht in Frage kommen. Das hat mit Verteidigung von Freiheit oder Bürgerrechten nichts zu tun, ganz im Gegenteil.

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6 Antworten zu “Kein Respekt für Aaron Koenig

  1. @sa7yr
    Du reagierst über. Du hälst Dich nicht an meinen Text sondern verinterpretierst Dich. Ich sagte nicht „Moschee“ sondern sprach von allen religiösen Gebäuden.

    Ausserdem setzte ich ganz klar eine conditio sine qua non: nur bei Missbrauch als Machtinstrument.

    Das gilt, genau wie ich das schrieb, für ALLE religiösen Bauwerke (Neubauten).

    Ich befürworte NICHT explizit das Minarettverbot, sondern sehe das Symptom darin.

    Worüber hätten denn die Schweizer abstimmen wollen? Das sie einen sich selbst abschottenden Teil der Gesellschaft zur Zwangsintegration verdonnern?

    Oder hätten Sie über die „Zwangssausschaffung“ abstimmen sollen (wie es manch bekloppter Nazi auch wollte)?

    Das Problem totalitärer Weltanschauungen kann (leider) mit den Mitteln unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates nicht bekämpft werden. Schau Dir den „War on terrorism“ an, das läuft doch eklatant schief!

    Wie willst Du jemandem, egal ob fundamentalistischer Christ, Jude oder Muslim der mit dem Konzept der Freiheit nichts anfangen kann, unsere Werte näherbringen? Es wird nicht funktionieren.

    Wir reden hier über die Rechte der Frau, Rechte von Homosexuellen, Religions- und Meinungsfreiheit.

    Begib Dich doch in einen der Gottesstaaten und rede dort davon: Dich wird man nicht verstehen und noch weniger Deine Ansichten teilen.

    DAS ist das Problem. Und das diese Ideologien aufgrund der globalisierten Welt aus den Nischen kommen und Werte wie Freiheit, Gleichheit usw. gefährden.

  2. @Rafael: Inwiefern Moscheen als Machtinstrument missbraucht werden, legst du nicht dar. Und wenn jetzt nochmal 3 Absätze von dir kommen, die lediglich schwach kaschieren, dass du im Grunde nur islamophob bist, dann kommst du bei mir gleich in den Filter, ich hab genug von deinem dummen Geschwafel.

  3. Ich sag hier nur meine Meinung. Leider bin ich weit davon entfernt, perfekt zu sein, weswegen ich mich immer über Kommentare freue. Ab und an darf auch mal der eine oder andere kritisch sein. Ich versuche mich nicht daran, deine Kritik zu widerlegen. 1. hab ich keine Lust und Zeit momentan 2. find ich es so spannender. Soll sich jeder selbst eine Meinung bilden.

    Zur Angst vor dem Islam: Es sollte an den Piraten sein, die Bevölkerung aufzuklären, nicht sie weiter zu verängstigen. Das tun andere Parteien zur Genüge.

  4. Die Piratenpartei grenzt sich sehr wohl ganz deutlich von rechts ab. Dazu gab es gerade auf zwei Landesparteitagen klare Stellungnamen:

    http://wiki.piratenpartei.de/Landesverband_Niedersachsen/LPT2009.1/Positionspapier/Explizite_Erklärung_zur_Menschenwürde_und_des_Irrsinns_des_Extremismus

    http://wiki.piratenpartei.de/RP:2009-11-29_-_LPT_Rheinland-Pfalz/Sonstige_Anträge#SonstigerS5:_.22Piraten_f.C3.BCr_den_Frieden_und_gegen_das_Vergessen.22

    Der ständige unreflektierte geistige Dünnpfiff des Pseudointellektuellen Stefan „Aaron“ Koenig ist wieder eine andere Sache.
    Ich hoffe, wir können ihn baldmöglichst abwählen oder er erkennt, dass er nicht weiter erwünscht ist und tritt selbst zurück.

    Mir geht er einfach nur noch auf den Sack!

    • Stimmt. Mir ist natürlich bewusst, dass Aaron nicht die PP ist und dass diese sich viel Mühe gibt, eben nicht irgendwo fälschlicherweise verortet zu werden. Ich versteh nur die Menschen, die sich da ein etwas schnelleres Urteil bilden. Solche Artikel laden ja dazu ein.

      Innerhalb der Partei sehe ich kaum Probleme. Da wird diskutiert werden (wenn überhaupt) und das wars. Praktisch ist ja nichts Wildes passiert. Auch Aaron sagt ja nur seine Meinung. Völlig legitim.

      Aber außerhalb bilden sich Menschen eben anhand einiger Brocken ne Meinung. Und die kann evtl. deutlich von dem abweichen, was die Piratenpartei nach außen gern repräsentieren würde.

  5. Zitat: „Kirche hat in Staatsangelegenheiten nix verloren. Staat umgekehrt aber auch nicht in Kirchendingen. Kurz: Die Argumentation hinkt.“

    Deine Argumentation ist aber auch nicht fehlerfrei. Wenn diese Gebäude (egal ob Tempel, Moschee, Kirche, Minarett, Synagoge usw.) ausschliesslich dem Gebet dienen und dem „Gottesdienst“, dann habe ich gegen die Gebäude erstmal wenig.

    Wenn es sich bei den Gebäuden weiterhin um „kulturelles Erbe“ handelt, auch dann habe ich dagegen keinerlei Einwände.

    Allerdings:

    Sobald ein religiös motiviertes Gebäude als Machtinstrument gebraucht/missbraucht wird, so ist es ein Affront gegen den Staat und damit nicht von der Religionsfreiheit gedeckt.

    Desweiteren werde ich nicht müde auf ein ganz bestimmtes Merkmal hinzuweisen: Per se steht im GG nichts von Architektur in Sachen Religionsfreiheit. Die bisher angewandte Auslegung finde ich mehr als nur gewagt.

    Zuletzt: Das Minarettverbot war ein Pretext für ein ganz anderes Anliegen. Hier hat eine Bevölkerung Angst vor Überfremdung, vor Burkas, Hasspredigern, Kopftüchern und dem Islam.

    Ob diese Angst berechtigt ist oder nicht tut ersteinmal nichts zur Sache, denn sie existiert faktisch.

    Zudem noch eine Information: Eine Moschee ist KEINE Kirche! Eine Moschee ist ein Versammlungsort, ein Kulturzentrum, eine Schulungsstätte, ein Diskussionsforum und noch vieles mehr. Aber KEINE Kirche.

    Gruss,

    Rafael
    http://www.nach-schlag.com

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