Spiegel Online über Mädchen, Jungen und Mathe

Hier ein Artikel von Spiegel- Online, in dem angedeutet wird, dass junge Frauen und Mädchen nicht einfach so schlechter in Mathe sind als junge Männer und Jungen. Nein, junge Mädchen übernehmen die oft verbreitete Abneigung vor mathematischem Stoff von Lehrerinnen, die ihrerseits Mathe nicht mögen.

Dann heißt es: Ich kann halt kein Mathe.

Die Strategie erscheint sinnvoll, denn die Reaktion ist vorhersehbar: Outet sich ein Mädchen derart, bestätigt sie vorherrschende Rollenklischees. Die Lehrerin mag wissend nicken. Die Eltern werden wissend nicken. Dafür bist du gut in Deutsch. Und so weiter. Oder so ähnlich.

Ein interessanter Text, wenn auch die Schlussfolgerungen nicht immer ganz schlüssig und die Quellen etwas vage angegeben sind. Von Wissenschaftlern der Universität von Chicago ist dort die Rede. Erfahrungsgemäß ist es hilfreich, nach einem solchen Artikel die Originalstudien zu lesen, weil das eine oder andere Ergebnis sich wandelt, wird es in verkürzter und vereinfachter Form wiedergegeben.

Wenn die Forscher etwa, wie im Artikel behauptet, von einer „allgemein höheren sozialen Sensibilität der Mädchen “ ausgingen und daraus tatsächlich Rückschlüsse zogen, dann wäre auch das kritisch zu betrachten und nur eine Verschiebung der Differenz von einem Neben- auf den Hauptschauplatz. Dann können Frauen eben doch rechnen, ansonsten sind sie aber so. Sensibel, sozial, fürsorglich- alte Kamellen.

Falls
die Studie jemand hat, Link oder Email. Ich wär interessiert.

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5 Antworten zu “Spiegel Online über Mädchen, Jungen und Mathe

  1. Merci, fleißigster Kommentator und Recherche-Ersparer. ^^

    Naja. Die Matheschwäche des weiblichen Geschlechts war sicherlich auch lange Zeit bewiesen. Aber darum gehts ja nicht.

    Wie sicherlich das eine oder andere Mal klar wurde, wären mir Unterschiede zwischen Geschlechtern total egal, wenn sie nicht gesellschaftlich relevant wären. Und standpunktmäßig werde ich bei solchen Themen wohl immer auf Seite der Zweifler und Kritiker stehen und NICHTS für bewiesen halten. ^^

    Daher kommt es mir wohl so halbgar vor, wenn man einen kleinen Unterschied als Unsinn offenbart, sich im Großen aber absolut sicher ist.

    • Na, gewisse Unterschiede gibt es wohl sowieso. Das ist alleine schon eine biologische Notwendigkeit, eben auch auf’s Verhalten gemünzt.
      Die Frage ist nur, in wie weit sich der Mensch als vernunftbegabtes Wesen von seinen biologischen Notwendigkeiten herumkommandieren lässt.
      Das sollte man mal testen. Ich hab nur den Verdacht, dass das Ergebnis kaum einem gefallen würde.
      Ich glaube. dass mehr von unserem Verhalten als wir merken automatisch abläuft.

  2. Hm.
    Ich dachte, das mit der im Schnitt höheren sozialen Kompetenz von Menschen weiblichen Geschlechts, das wäre schon wissenschaftlich nachprüfbar bewiesen?!
    Ich hab mal von einer Studie was im Fernsehen gesehen, die sie an Transexuellen erstellt haben.
    Die Wissenschaftler – ich glaube, es war in England – haben in den 90ern die Wirkung von Hormonen auf die Transsexuellen untersucht, und bei Frau zu Mann Transexuellen sind ab der Behandlung mit männlichen Hormonen signifikante Persönlichkeitsänderungen aufgetreten: Der benutzte Wortschatz wurde meßbar kleiner, generell wurden die Probanden wortkarger und tatsächlich auch aggressiver.
    Bei Mann zu Frau Transsexuellen genauso bloss eben umgekehrt.
    Fand ich schon interessant.

    Frag mich aber bitte nicht nach Quellen. Im Fernsehen kann man leider keine Bookmarks setzen. ^^

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