Ein Monat Musik- Tag 23 (A song that you want to play at your wedding) + Ein Monat Musik- Tag 24 (A song that you want to play at your funeral)

Ich habe wirklich versucht, für diese Anlässe Musik zu finden, aber trotz ausgedehntem Hin-und-her-Überlegen ist mir lange Zeit nichts eingefallen. Zwar halte ich es durchaus für wahrscheinlich, Hochzeit und Tod eines Tages zu erleben (hoffentlich stimmt die Reihenfolge), aber ich habe mich nie explizit mit Liedern für diese Anlässe beschäftigt. Musik ist nicht das, was mich in diesen Situationen primär interessieren würde. Tag 23 und Tag 24 haben es also in sich (fnord).

Das Hochzeitslied hat mich als Erstes beschäftigt. Ich tat mich schwer, weil die Hochzeit der Moment ist, in dem ich nichts allein machen will. Einen Hochzeitssong sucht man gemeinsam, er steht für ein „Wir“, nicht für ein simples Ich. Ohne meine Süße bin ich da aufgeschmissen. Zwar ist unser Musikgeschmack sehr ähnlich, aber es geht ja um viel mehr als nur darum ein gutes Lied auszuwählen. Es muss Seele haben.

Ich berichtete der Süßen von meinen Schwierigkeiten und sie war sehr verständnisvoll. Es ging ihr nämlich genau wie mir. Kein Song wollte ihr passend erscheinen. Sie hinterließ mich ratlos und noch immer ohne Lied. Dass ich das alles hier schreiben kann, verdanke ich einem Geistesblitz, aus heiterem Himmel, irgendwann im Laufe des gestrigen Tages. Plötzlich hatte ich einen Song im Kopf, den ich gut kannte. Ich durchdachte die Sache und kam zum Schluss: Passt wie Arsch auf Eimer. Abends hab ich dann die Süße gefragt, was sie von meiner Auswahl hält und sie hat nicht spontan gestöhnt. Eigentlich wirkte sie ziemlich zufrieden. Ich hatte endlich mein Hochzeitslied.

Die Aufgabenstellung für Tag 24 ist sehr interessant formuliert: A song that you want to play at your funeral. Ich dachte: „Ich fürchte, ich könnte es noch so sehr wollen, aber auf meiner Beerdigung werde ich wohl weder dazu kommen, DJ zu spielen, noch ein Instrument. Wahrscheinlich liege ich ziemlich still in der Gegend rum und wirke, als ginge mich das ganze Theater nichts an. Was man als Toter halt so tut!“, merkte aber sehr schnell, dass mich dieses Denken nicht voran bringt. Statt mit der Frage beschäftigte ich mich wieder mit der Antwort. Ich hatte auch schon eine Idee. Bei dem was ich vor hatte, war die Argumentation zentral. Ohne meine Beweggründe würde meine Entscheidung wahrscheinlich unverständlich bleiben. Aber Beweggründe und Argumente sind vergleichsweise langweilig. Ich erlaubte mir also eine kleine Ausschweifung. Ich beschloss mit groben Pinselstrichen ein kleines Bild zu malen, um meine Wahl zu illustrieren:

Wenn ich mich in die Situation versetze, offener Sarg, Sonnenschein, ich ausnahmsweise mal gut angezogen und geschminkt, alle um mich herum seltsam traurig, dann will ich meine trockenen Lungen noch einmal füllen, die Lippen ein letztes Mal teilen. Für einen Kuss und eine kleine Melodie. Gitarren schrammeln unerlaubterweise, ein Engel fängt an zu nöckeln und kurz darauf liegen sich alle in den Armen, schunkeln und singen mit.

Du stehst etwas abseits und weinst, aber jetzt etwas leiser, wie nebenbei. Du lauschst dem Lied- unserem Hochzeitssong- und alle singen mit und klatschen rhythmisch in die Hände. Ich würde wetten da musst du lachen, wenn auch nur kurz.

Im besten Fall seid ihr jetzt dank meiner Abschweifung total gespannt auf diesen Supersong, den ich sowohl zur Hochzeit als auch zu meiner Beerdigung gern spielen würde. Et voila, here it is: Pixies- Monkey gone to heaven

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