Linktipp: I write like / Ich schreibe wie…

Wenn ihr euch mal wieder fragt, ob eure literarischen Ergüsse eher nach Kafka oder Handke klingen, hab ich eine 1a Seite für euch: I write like bzw. die deutsche Version Ich schreibe wie… bei der FAZ.

So erfuhr ich, dass der in meinem Text „Herbst“ verwendete Stil am Ehesten dem Albert Ostermaiers entspricht, während „Sag mich“ eher von Fontane inspiriert zu sein scheint. Assoziationen, die von mir selbstverständlich beim Schreiben schon vorausgesehen und beabsichtigt wurden.

Als ich darüber berichtete, wie in Stuttgart im Rahmen der Prosteste gegen S21 die Situation eskalierte, versteckte ich im Text ein paar sehr dezente Anspielungen auf Nietzsche, (sollten in etwa wie ein Fnord wirken), aber der Code hinter „Ich schreibe wie…“ hat sie trotzdem unbestechlich registriert.

Eher unbewusst hingegen ist mir wohl eine Prise Kafka in meinen Text über das Google-Doodle zu Ehren des 50. Geburtstages der Familie Feuerstein gerutscht.

Ihr seht also: Das Ganze ist absolut ernstzunehmen, viel mehr als nur eine kleine Spielerei. Ich bin überzeugt, künftig werden Literaturwissenschaftler eine Menge neue Informationen ans Licht befördern, wenn sie mit Hilfe der Algorithmen hinter „I write like“ die versteckten Verstrickungen mit anderen Autoren und deren Werken entwirren.

Erste Versuche mit dieser neuen Herangehensweise wurden bereits gestartet und sie brachten Interessantes ans Licht. So schreibt Margaret Atwood in Wirklichkeit wie Stephen King, während William Gibsons Stil sich nicht grundsätzlich von Haruki Murakamis unterscheidet.

Dieser Text hier imitiert übrigens – ihr werdet es bereits bemerkt haben – Ingo Schulze. Ohne dass ich den jemals gelesen hätte. Gut zu wissen, wirklich.

Danke an @Thomas Ungerer, der den Link bei Twitter postete.

Advertisements

3 Antworten zu “Linktipp: I write like / Ich schreibe wie…

  1. schillingklaus

    Ich kenne keinen Ingo Schulze; weshalb es für mich unmöglich ist, so etwas vorwegzunehmen.

    Der Quellcode von I Write Like ist frei erhätlich; weshalb ich ein Studium desselben vorschlage, zum Zwecke dessen besseren Verständnisses. Der auf naive Bates Klassifikatoren basierende Algorithmus ist leider sehr primitiv und enthät arbiträre Limitationen. Ich habe den Quellcode in ein zahlen- und listenausspuckendes Programm umgeschrieben. Daher sehe ich zu gegebenem Texte für jeden der ca. 50 Autoren die kalkulierten Prozentsätze, anstatt lediglich den Namen des Autors mit dem höchsten Prozentsatze. Damit kann man schon etwas mehr anfangen, ist aber noch bei weitem nicht zufriedenstellend.

    Classification And Regression Trees, Neural Networks, Support Vector Machines, … könnten bessere Resultate liefern.

    • I write like ist sicher nicht ernstzunehmen, aber eine witzige Spielerei. Genau wie mein Text dazu. Dein erweitertes Programm klingt allerdings interessant.

  2. Offenbar schreibe ich wie Maxim Biller. Das ist ja mal interessant. O_O

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s