De Maizière, der besonnene Beschützer

Der allseits für sein besonnenes Handeln beliebte Innenminister Thomas de Maizière hat heute erklärt, die erhöhte Polizeipräsenz in deutschen Städten werde wieder zurück gefahren. Grund zur Angst besteht natürlich trotzdem, Terror ist überall.

Ihr erinnert euch sicher: Die verstärkte Polizeipräsenz war Folge dieser sehr konkreten Terrorwarnungen im letzten Jahr. Es gab glaubhafte Hinweise darauf, dass es Ende November oder Anfang Dezember oder Anfang Januar (oder so) in Deutschland zu einem Anschlag kommen solle. Wir Bürger sollten uns Sorgen machen, aber nicht hysterisch werden, besonnen handeln. Wie unser guter Minister. Vielleicht lieber den öffentlichen Nahverkehr meiden, öffentliche Plätze, Weihnachtsmärkte, Demonstrationen wie S21. Ein bisschen denunzieren. Nichts Wildes im Kampf gegen den Terror.

Jetzt ist alles wieder gut, dank de Maizière. Ob ein Anschlag verhindert worden wäre, weiß der Minister nicht, dafür gibt es wohl keine Quellen, die glaubwürdig genug wären. Wir werden es nie erfahren. Auch de Maizières streng geheimer Hellseher- Kader kann nicht alles wissen. Es bleibt ein Rest Unsicherheit. Deshalb bleibt das Reichsgebäude weiterhin schwer bewacht.

Aber immerhin ist nichts passiert, das ist viel wert. Außer den paar brennenden Moscheen vielleicht (Achtung: Audio!). Kollateralschäden in unserem Bedürfnis nach Sicherheit. Vielleicht sogar ein bisschen selbst schuld. Wer weiß das schon so genau.

Noch ein Artikel dazu.

Lieblingszitat: Die Bürger hätten ihre freiheitliche Lebensführung beibehalten und der Bedrohung damit die Spitze genommen. „Hierauf können wir gemeinsam stolz sein.“ – Hier ist der Innenminister etwas sehr generös. Ehre wem Ehre gebührt. Das ist vor Allem seinem besonnenen Handeln zu verdanken. Wer weiß, ob wir ohne Terrorwarnung und Polizeimacht überhaupt noch frei leben würden, in Zeiten dieses furchtbaren Terrors?

Und gleich noch was von unserem liebsten Innenminister, könnt ihr hier nachlesen. Im Artikel geht es um das sogenannte Swift- Abkommen, dass den USA gewisse Einblicke in die Daten der Swift- Behörde (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) gewährt. Diese speichert unter Anderem die Namen von Absender und Empfänger einer Überweisung.

Das Abkommen ist ein ganz klein wenig umstritten gewesen (vor Allem bei Datenschützern und ähnlichen Wutbürgern und Berufsdemonstranten), wurde vom Europa- Parlament auch erst mal abgelehnt. Aber dann wurde es modifiziert und alles wurde gut.

Naja, fast. Wie sich jetzt heraus stellt, können die Amis da doch etwas mehr Daten abgreifen, als geplant und vereinbart. Aber: Den Innenminister deswegen gleich der Lüge oder wahlweise Unwissenheit zu bezichtigen, ginge zu weit. Immerhin geht es ihm nur um unsere Sicherheit. Wer nichts zu verbergen hat, dem kann das doch alles egal sein (siehe Vorratsdatenspeicherung, die de Maizière ebenfalls sehr am Herzen liegt, damit wir alle rundum sicher und bewacht leben und unsere Freiheiten in vollen Zügen genießen können).

Insofern schon verständlich, dass er da erst mal dahinter steht und sich dann mit Fakten und Bedenken beschäftigt. Der Innenminister ist ein viel beschäftigter Mann.

Eine Antwort zu “De Maizière, der besonnene Beschützer

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