In Japan geht die Welt unter, ich habe wieder Internet

Schon seit zwei Wochen, ehrlich gesagt. Genauso lange plagte mich auch eine ätzende Erkältung. Nun ja, kaum einen Monat ausgefallen, schon bin ich wieder einsatzfähig und durchaus auch in der Lage, was zu bloggen.

Die momentanen Ereignisse hinterlassen mich allerdings eher sprachlos, ich denke nicht, dass ich zum Thema Japan etwas Wichtiges zu sagen habe. Wie fragwürdig die Informationspolitik der Japaner ist, weiß jeder, der die Berichte verfolgt. Da wechselt sich viertelstündlich Katastrophenwarnungen und -entwarnungen ab, ein unverständliches Chaos, dass einen zwangsläufig annehmen lässt, in Fukushima würden die schlimmsten Dinge geschehen. Hierzulande versuchte man uns erst mit einem „Ist weit weg“ zu beruhigen, dann damit, wie unwahrscheinlich doch Tsunamis und starke Erdbeben wie in Japan bei uns wären. Sicherhlich hoffte man so, einer Grundsatzdiskussion über Nutzen und Risiken der Atomkraft zu entgehen. Einfach so tun, als wären das Beben und die Welle schuld, der Reaktor aber völlig unbeteiligt. Als das nix half und man erkennen musste, dass unser Interesse nicht in erster Linie uns, sondern den armen Menschen in Japan gilt und dass wir nicht in erster Linie Angst vor einer Verstrahlung Deutschlands, sondern vor Verstrahlung überhaupt haben, verlegte man sich darauf, mit einer Presseerklärung ein bisschen vom beliebten Politschauspiel zu bieten, machte mit der „Aussetzung“ der Laufzeitverlängerungen und neuen Überprüfungen der Sicherheit unserer AKWs sowas wie Hoffnung und hofft nun im Gegenzug, dass alle Ruhe geben. Der umstrittene Ausstieg aus dem Ausstieg, für den in diesen Stunden irgendwie niemand Partei ergriffen haben will, wird jetzt also ausgesetzt und voraussichtlich sobald Japan aus den Schlagzeilen ist, wieder durchgezogen und alles bleibt beim Alten.

Ich wünsche mir eine hitzige Grundsatzdiskussion und ich bin überzeugt, die wird es geben. Atomenergie ist nicht sicher. Sie ist nicht sauber. Sie ist nicht billig. Sie ist auch nicht alternativlos, im Gegenteil, sie ist viel zu riskant, um als Alternative zu anderen Formen der Energiegewinnung gelten zu dürfen. Ich wünsche uns allen, dass es in Japan nicht noch mehr katastrophale Vorgänge geben wird und dass die Bevölkerung dort bestmöglich informiert wird.

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