DC New 52 Birds Of Prey #1 Review – Let Us Prey

Mit Birds Of Prey #1 ist diese Woche ein weiterer Comic mit weiblichen Protagonisten gestartet. Nachdem die Qualität bisher zwischen grottig und sexistisch (Red Hood & The Outlaws oder Catwoman) und sehr gut (Wonder Woman) schwankte, war ich gespannt, in welche Richtung Birds Of Prey tendieren würde.

Birds Of Prey #1 Cover
Cover: Kein Highlight, aber nett. Die Heroen abzubilden ist nur sehr bedingt kreativ. Da ich die Birds Of Prey vorher nicht kannte, hab ich mit den dargestellten Personen nicht viel verbinden können. Aber immerhin sind sie verhältnismäßig sinnvoll angezogen und sehen spannend aus. Nach dem Lesen kann ich drei der vier Damen immerhin zuordnen, auch wenn eine lediglich kurz erwähnt wurde. Witzig ist, dass auf dem Cover von blond über braun, rot und schwarz jede Haarfarbe vertreten ist. Ob da für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte?

Story: Die Birds Of Prey sind zu Zeiten von Birds Of Prey #1 nur ein Zwei-Frauen-Team, bestehend aus Starling und Black Canary. Beide werden polizeilich gesucht, Black Canary sogar wegen Mordes. Als der Reporter Charlie Keen, der sie seit einigen Wochen beschattet (nicht ahnend, dass die Birds Of Prey ihn schon lange bemerkt haben), von seinem mysteriösen Auftraggeber umgebracht werden soll, greifen sie ein und retten ihn vor einer Menge High-Tech-Ninjas. Im Zuge der Befreiungsaktion gelingt es einem der Ninjas Black Canary zu küssen, woraufhin er ihr mitteilt, dass er sie soeben getötet hätte. Was es mit dieser Aussage auf sich hat, erfahren die beiden Heldinnen gegen Ende des Heftes auf explosive Weise.

Review: Ich sag es gerade heraus: Birds Of Prey hat mir gut gefallen. Ein Superheldinnen-Team, das aus Verbrechern besteht, hat was, auch wenn ich den Eindruck habe, die Vorwürfe gegen Black Canary (im richtigen Leben Dinah Lance) und Starling (genannt Ev), sind nicht gerechtfertigt. Hier fehlt mir entweder Hintergrundwissen oder Autor Duane Swierczynski wird darauf in Zukunft noch eingehen. Katana, im Comic nur kurz als potentielles drittes Mitglied angedeutet, auf dem Cover aber bereits Bestandteil des Teams, scheint eine Art Samurai zu sein und allem Anschein nach hat auch sie irgendwelche Probleme mit dem Gesetz. Ich mochte es, wie Swierczynski in Form kleiner Rückblicke die Charaktere einführt, die bereits jetzt eine gewisse Ambivalenz besitzen, die ihrem Charakter Tiefe verleiht.

Die Birds Of Prey besitzen (alle oder nur teilweise?) Superkräfte. Black Canary kann einen sogenannten „Canary Cry“ ausstoßen, ein sehr lauter Ton, der im Extremfall tödlich wirkt. Sie bevorzugt aber offensichtlich, ihre Gegner nur zu betäuben. Starling nutzt in Birds Of Prey #1 keinerlei Superkraft, ob sie welche besitzt, weiß ich daher nicht. Das Team bereits im Entstehen zu begleiten, ist eine gute Idee, um auf simple Art in den ersten Heften Spannung zu erzeugen und gleichzeitig genug Zeit zu haben, den Charakteren Tiefe zu verleihen.

Mit Ev und Dinah legt man sich besser nicht an. Jesus Saiz schafft es, das auch in seinen Zeichnungen rüber zu bringen. Zwar gibt es auch in Birds Of Prey nur schöne Frauen mit makellosem Äußeren, aber Saiz gelingt es, sie sowohl sexy, aber vor allem auch stark aussehen zu lassen. Ihre Kostüme sind zwar hauteng, aber sie wirken durchaus zweckmäßig (Ein deutlicher Fortschritt, wie ich beim Googlen durch älter Birds Of Prey-Cover gerade feststelle). Während Catwoman in ihrer Serie nur aus Rundungen zu bestehen scheint, haben Ev und Dinah Muskeln; wo Catwoman nicht viel mehr einfällt, als ihren Sex-Appeal einzusetzen, nutzen die Birds Of Prey Grips und Kraft, um Probleme zu lösen. Die Action-Sequenzen finde ich sehr gelungen, hier zeichnet Saizsehr körperbetont, oft ganz ohne Hintergrund. In ruhigeren Momenten „zoomt“ er näher an die Charaktere heran und vermittelt Gefühle über die Mimik der ProtagonistInnen. Insgesamt ist Birds Of Prey #1 wirklich sehr schön gezeichnet.

Fazit: Birds Of Prey #1 ist ein Comic, bei dem ich das Gefühl habe, dass man mit Vorwissen deutlich mehr Spaß hat. Als Neuleser hat man hier und da das Gefühl, etwas Wichtiges nicht zu verstehen. Die sympathischen, toughen Heroinnen machen aber einfach Spaß. Ich will mehr von ihnen lesen!

Weitere Infos gibt es wie immer im Blog des Comicladens Grober Unfug.

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