DC New 52 Deadman #1 Review – Sterben will gelernt sein

Weiter geht es mit Deadman #1. Deadman ist ein Charakter, der mir bisher unbekannt war. Ich habe mal ein paar Hefte einer etwas seltsamen Vertigo-Serie gleichen Namens gelesen, aber da wurde mit dem Charakter wohl eher frei umgegangen. Mal schauen, wie diese neue Deadman-Serie ist. Wie immer bedanke ich mich bei Grober Unfug für das Bereitstellen des Heftes.

Deadman #1 Cover

Cover:
Auf dem Cover sieht man einen sehr blassen, etwas seltsam aussehenden und sehr muskulösen Mann, der einen roten Anzug mit weißem „D“ auf der Brust trägt. Nach dem Lesen weiß man, dass es sich bei dem Mann um Deadman handelt. Vor dem Lesen mutmaßt man es. Deadman versucht, sich von zahlreichen Ketten zu befreien. Diese Anspielungen auf den Inhalt sind schön und gut, dürften aber bei einem Neustart einer eher weniger bekannten Figur etwas fehl am Platz sein. Ich hätte mir Deadman #1 nicht aufgrund des Covers geholt.

Story: Deadman aka Boston Brand ist ein unsympathischer, egoistischer Artist in einem Zirkus, als er einem Attentat zum Opfer fällt. Statt zu sterben, trifft er in einem Zustand zwischen Leben und Tod auf Rama, eine Göttin, „die die Balance bringt“ und er erfährt, dass er solange die Leben anderer Menschen leben muss, bis er ein guter Mensch geworden ist. Fortan schlüpft Deadman in die Leben zahlreicher auf die eine oder andere Weise gescheiterter Existenzen. So in etwa, ich muss gestehen, so ganz kapier ich nicht, was Deadman genau kann und macht und soll.

Review: Kann ein Comic überzeugen, bei dem ich die Handlung nicht richtig verstehe? Japp. Deadman bietet dem Leser Einiges an Story. Wir erfahren, wer Deadman zu Lebzeiten war, was in der Zwischenwelt geredet wurde, mit welchen Menschen er interagiert – wer storylastige Comics mag, kann hier nicht meckern. Mir fällt tatsächlich jetzt erst, beim Verfassen des Reviews, auf, dass Deadman #1 keine einzige Actionsequenz enthält. Die braucht es auch nicht zwingend, um gut zu unterhalten. Die sehr starke Fixierung auf die Story wird sicherlich im Laufe der Handlung nachlassen, ich hoffe aber, Autor Paul Jenkins hat Deadman #1 nicht einfach so voll mit Background gepackt, um ab #2 seine Ruhe davor zu haben. Das wäre ein Fehler. Wie bereits geschildert, verstehe ich noch nicht, was dieser Deadman hier eigentlich genau tut. Er schlüpft in Menschen, er kann sich irgendwie mit ihnen verbinden, aber wozu? Und was bringt es ihm und den Menschen? Dazu der rätselhafte Cliffhanger – Paul Jenkins hat noch Einiges zu erklären. Außerdem muss er dem Plot auch noch ein paar Subplots hinzufügen, denn die Grundidee „Böser Mensch muss erst guter Mensch werden, um zu sterben“ ist kein Highlight. Aber immerhin will ich die Erklärungen lesen. Vorwissen mag hier Vorteile bringen, aber es ist nicht notwendig.

Kommen wir zu den Zeichnungen von Bernard Chang. Rama so zu designen, dass sie aussieht, wie direkt aus dem Film Avatar entsprungen, war nicht die kreativste Entscheidung. Deadman sieht mir zu martialisch aus, aber nun gut, er ist schließlich irgendwie tot. Sein Anzug sieht allerdings ziemlich bescheuert aus. Ansonsten liefert Chang keine herausragende, aber gute Qualität ab. Die Panels sind größtenteils klassisch angeordnet, was durchaus Sinn macht, um der verwirrenden Handlung, die zwischen verschiedenen Zeitebenen springt, folgen zu können.

Bisher ist Deadman nahezu eigenständig. Deadman #1 mag im DC Universum spielen, das merkt man aber an keiner Stelle. Da die Handlung in Gotham City angesiedelt ist, dürfte Boston Brand aber bald auf bekannte Helden treffen.

Fazit: Einer der ungewöhnlicheren Neustarts. Nahezu losgelöst von anderen Serien, bis zum Platzen vollgepackt mit Story und ohne jede Action, hat mir Deadman doch viel Spaß bereitet. Ich bin gespannt, wie Paul Jenkins die Serie zukünftig handhaben wird. Muss man nicht gelesen haben, kann man aber ruhigen Gewissens kaufen, wenn man kein Adrenalinjunkie ist.

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