Deadgirl Review – Wollen wir den Zombie nicht behalten?

„Deadgirl“ von Marcel Sarmiento und Gadi Harel ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahre 2008. Die Story in aller Kürze: Zwei Teenager finden in einem verlassenen Gebäude eine Frauenleiche. Schnell stellen sie fest, dass diese so tot doch nicht ist.

Deadgirl Poster

Hier der offizielle Trailer:

Gerade zu Beginn legt „Deadgirl“ ein enormes Tempo vor. Es vergeht kaum eine Viertelstunde, bis die Jungs die Leiche finden. Sie geraten in Streit darüber, was sie nun tun sollen. Nach 20 Minuten erfahren wir, dass einer der beiden Jungs Sex mit der Leiche hatte und dass diese zwar nicht richtig tot ist, denn sie atmet und ihre Körper ist warm, aber nicht sterben kann. Zum Beweis schießt er ihr in die Brust. Fünf Minuten später ist das Geheimnis kein Geheimnis mehr und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Trotz der schnell voranschreitenden Handlung fühlt sich „Deadgirl“ alles andere als hektisch an. Es ist im Gegenteil in weiten Teilen ein eher ruhiger Film,der nur hin- und wieder durch derbe Szenen schockt. Erinnert mich an „Donnie Darko“. Genau wie der Soundtrack. Musik wird spärlich eingesetzt und bleibt die meiste Zeit im Hintergrund. Wenn sie allerdings mal an prominenter Stelle einsetzt, klingt das wirklich 1:1 wie aus „Donnie Darko“ übernommen. Hier wäre etwas mehr Eigenständigkeit wünschenswert gewesen.

„Deadgirl“ ist ein seltsamer Bastard aus Zombiefilm und Coming-of-age-Geschichte. Der Film ist nicht subtil, auf platte Art und Weise aber ziemlich ambitioniert. Trotzdem fällt es schwer, sich eine große Zielgruppe für „Deadgirl“ vorzustellen. Für beinharte Zombiefans und Gorehounds bietet der Film einfach zu wenig Zombies und Splatter. Wer aber Zombies und ekelhaften Szenen rein gar nichts abgewinnen kann, ist ebenfalls im falschen Film. Ein Vergleich mit George Romeros Frühwerk liegt nahe, wobei „Deadgirl“ dieses Niveau kaum erreicht. Romero-Fans sind die Filmemacher aber mit einiger Sicherheit. Wer sich den Film vor allem anschaut, weil ihn die Message hinter all dem Zombiekram interessiert, wird ebenfalls enttäuscht werden, denn ehrlich: Viel hat der Film nicht zu sagen. Er ist ziemlich zynisch und transportiert fragwürdige Männer- und Frauenbilder. Kaum vorstellbar, dass jemand nach „Deadgirl“ das Gefühl hat, eine tiefere Wahrheit erkannt zu haben.

Die Reviews bei IMDb.com sind eher verhalten. „Deadgirl“ kommt im Schnitt auf 5,9 von 10 Punkten. So schlecht würde ich den Film nicht bewerten. Ich finde ihn durchaus sehenswert. Seinen eigenen Ansprüchen, etwas über den „Horror des Erwachsenwerdens“ mitzuteilen, verfehlt „Deadgirl“ zwar deutlich. Was aber gelingt, ist dem Zombiegenre eine neue Facette hinzuzufügen. Die Idee, sich einen Zombie zu „halten“, ist mir schon mehrmals begegnet, aber nie stand sie so im Mittelpunkt wie in „Deadgirl“. Für Fans des eher nachdenklichen Zombiefilms, die mal eine etwas andere Herangehensweise sehen wollen, spreche ich eine Empfehlung aus.

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