DC New 52 – Fazit nach zehn Ausgaben

Die Zeit vergeht und der DC-Neustart ist schon wieder fast ein Jahr her. Die ersten Serien werden eingestellt, ein paar neue kamen hinzu. Zeit für ein Fazit meiner Erfahrungen mit den DC New 52.

Ich durfte die Hefte ja für den Comicladen Grober Unfug besprechen, in der Gruppe der Rezensenten war ich der Superhelden-Noob. Viele Helden waren neu für mich, manche kannte ich bereits. Welche sind mir nach 10 Ausgaben im Gedächtnis geblieben und welche nicht?

DC Comics New 52

Manche Hefte hatten es bei mir ja bekanntlich direkt geschafft, mir überhaupt nicht zu gefallen, wie Catwoman oder Red Hood & The Outlaws. Da habe ich jeweils noch ein weiteres Heft gelesen und das war auch schlecht, damit war ich raus. Manche Reihen (Stormwatch, Resurrection Man, Teen Titans, OMAC,) habe ich bis heute gar nicht gelesen, weil sie mich nicht genug interessieren.

Viele (mir?) eher unbekannte Serien (I Vampire, Blue Beetle, Mister Terrific, Batwing, Nightwing, Aquaman, Men Of War,Static Shock) waren nicht übel, teils sogar gut, ich habe ein paar Hefte gelesen, aber sie sind mir trotzdem nicht im Gedächtnis geblieben.

Von den bekannteren Helden wie Superman, Batman oder Green Lantern hat mich keiner angefixt. Deren Serien (Justice League eingeschlossen) lese ich überhaupt nicht und ich würde sie wohl nur lesen, wenn ich zuviel Geld hätte. Ich hab von jedem so zwei bis drei Hefte gelesen, die durchaus unterschiedlicher Qualität waren (Superman fand ich eher doof, Batman gefiel mir ganz gut, Green Lantern finde ich immer noch affig) und dann aufgehört. Mit Morrisson und Snyder waren eigentlich großartige Autoren am Werk, aber die Geschichten waren einfach irgendwie belanglos, für mich.

Mein Fazit fällt insgesamt aber trotzdem positiv aus. Mein grundsätzliches Interesse, auch an Superhelden-Stories, hat zugenommen. Früher ignorierte ich derlei Comics konsequent, heute lese ich die eine oder andere Reihe (dazu gleich mehr) und ich habe auf viele Reihen zumindest ein Auge, auch wenn ich sie im Moment nicht lese.

Jetzt die entscheidende Frage: Bei welchen Serien bin ich denn eingestiegen, welche lese ich regelmäßig und wieso?

Absolutes Highlight des Neustarts und immer noch mein absoluter Favorit: Animal Man. Die absurd hohe Qualität von Heft 1 wird von Autor Jeff Lemire und den Zeichnern Travel Foreman und Steve Pugh einfach konsequent durchgehalten. Ich habe mich ja schon früh festgelegt und wurde bisher nicht vom Gegenteil überzeugt: Animal Man ist ein moderner Klassiker. Es gibt keinen besseren Mainstream-Comic im Moment.

Nicht ganz so gut, aber immer noch sehr lesenswert ist Swamp Thing. Da bin ich nach dem ersten Heft ausgestiegen, allerdings abonnierte ich die Reihe, als ich erfuhr, dass die Storylines von Animal Man und Swamp Thing aufeinander treffen würden. Beide Titel waren ja ehemals Vertigotitel, das würde sicherlich spannend werden, so mein Gedanke. Swamp Thing ist sicher kein Klassiker, aber ein sehr guter Horrorcomic mit ziemlich geilem Paneldesign.

Ein paar weibliche Heroen haben es knapp nicht ins Abo geschafft: Birds Of Prey und Batwoman. Batwoman war sehr gut, ich kam allerdings verständlicherweise nie umhin, es mit dem Rucka-Lauf zu vergleichen und gegen den wirkte es dann doch schwach. Wie ein Abklatsch, nichts Neues. Das ist ein bisschen schade und vielleicht dem Comic gegenüber nicht ganz fair, aber es ist, was mich davon abhielt, den Comic zu lesen. Birds Of Prey ist einfach nicht meine Art Comic, glaube ich. Andererseits ist es schon irgendwie toll, mit Birds Of Prey einen eher actionlastigen, krachigen Comic mit weiblichen Heroen präsentiert zu bekommen. Aber ich steh halt einfach nicht so auf sehr action- und kampfbetonte Comics.

Eine Heldin hat es dann aber doch geschafft, dass ich jeden Monat auf das nächste Heft warte: Wonder Woman. Da ging es nach dem sehr guten ersten Heft qualitativ auf und ab und insgesamt konnte das Niveau vom Beginn nicht gehalten werden. Es gibt in Wonder Woman eine große Anzahl einmaliger Charaktere mit Ecken und Kanten, aber ausgerechnet Wonder Woman kann nur selten zeigen, was ich an diesem Neustart so mochte: Wie stark sie ist, in jeder Beziehung. Sie ist momentan keine Heldin, sondern ein sehr starkes Opfer. Sie reagiert und ist zur Passivität verdammt. Das kann man durchaus machen, aber ich finde es ein bisschen schade, weil Diana so ein cooler Charakter ist, über den ich gern mehr erfahren möchte, als nur, wie er mit unfassbar furchtbaren Dingen umgeht. Aber früher oder später muss das Leid auch mal ein Ende haben. Azarello ist ein zu guter Autor, um immer nur ein Gefühl in uns zu erwecken und dieses dann einfach immer nur weiter zu steigern. Und wenn Diana dann auch wieder andere Nuancen ihres Charakters zeigen darf, bin ich ein sehr zufriedener Leser. Soweit der Plan.

Drei Hefte habe ich also neu abonniert. Ist das gut oder schlecht? Ich kann es ehrlich gesagt nur schwer entscheiden. Eigentlich müsste es gut sein, da ich jetzt immerhin drei Hefte lese. Andererseits könnten es natürlich im Extremfall 52 sein. Geld ist hier durchaus ein wichtiger begrenzender Faktor, wird allerdings dadurch etwas ausgeglichen, dass Vertigo mehrere Reihen eingestellt hat und deren Neustarts bis auf Saucer Country mir deutlich weniger gut gefielen als Animal Man. Diese drei Serien würde ich wohl so oder so lesen. Drei von 52 – entscheidet ihr, ob das gut oder schlecht ist.

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