Die @Blockempfehlung-Kontroverse

Ich hatte Recht.

Na gut. Ich hab’s vorhergesagt, dann will ich mich auch beteiligen. Hier also mein Blogpost zum Thema „Blocken auf Twitter“.

Gestern wurde auf Twitter viel über den Account @Blockempfehlung diskutiert. Dort werden Blockempfehlungen ausgesprochen. Die Bio liest sich wie folgt: „Keinen Bock auf Maskus, Nazis, Macker, Derailing, Rechtsstaatmeinungsfreiheitgeschrei und Diskriminierung? Hier gibt’s die Blockempfehlung.“ Aktuell hat der Account 210 Follower.

Die Meinungen zu @Blockempfehlung gehen, wie bei dem Thema zu erwarten, weit auseinander. Maskus, Nazis, Macker und Co beschießen den Account natürlich aus allen Rohren mit Nazivergleichen, Zensur- und Mobbingvorwürfen. Darüber hinaus wurde der Account offenbar selbst Opfer von sogenannten „Spamblocks“, woraufhin er kurzzeitig von Twitter suspendiert wurde.

Andere, mich eingeschlossen, finden den Account als Service praktisch. Er benennt viele der üblichen Verdächtigen, wenn es um Nazikacke oder aggressiven Antifeminismus geht. Diese belästigen unheimlich oft Menschen aus meiner Filterbubble. Solche Accounts zu blocken, hilft, dass sie einen in Ruhe lassen. Selbstschutz ist wichtig.

Das Thema wurde auch in meiner Filterbubble kontrovers diskutiert. Manche finden den Account kritisch, andere befürworten die Idee, kritisieren aber Details oder machen die obligatorischen Witze. Viele tauschten sachlich und ausdauernd Pro- und Contra-Argumente aus und einige warfen dem Account Piratenparteilichkeit vor.

Was ist dran an den Vorwürfen?

Zensurvorwürfe sind Blödsinn. Blockempfehlungen sind völlig legitim. Es entscheidet schließlich jeder selbst, ob er einer Empfehlung folgen will. Meinungsfreiheit heißt nicht, dass jeder jedem Unsinn zuhören muss.

Pranger ist auch Quatsch. Die Tweets, die auf @Blockempfehlung verlinkt werden, sind öffentlich. Es ist in Ordnung, sie zu sammeln und zu veröffentlichen. Dazu eine Blockempfehlung auszusprechen ist kein Mobbing.

Der Account ruft auch nicht zum Spamblocken auf und ob ein paar Mitglieder der Piratenpartei hinter dem Account stecken – Who cares?

Blocke ich die Accounts, für die eine Blockempfehlung ausgesprochen wird?

Nö. Ich blocke aber sowieso kaum, höchstens klar erkennbare Nazis. Ich folge einigen Accounts, mit deren Meinung ich überhaupt nicht übereinstimme. Mich haben dafür auch schon Menschen entfolgt. Warum ich das für mich so handhabe, kann ich nicht wirklich gut begründen. Mancher Account hat bei spezifischen Themen eine aus meiner Sicht falsche Meinung, ist sonst aber recht vernünftig. Andere sind so daneben, dass ich wissen will, was sie jetzt schon wieder für einen Mist ablassen. Ich habe auch gern ein paar Accounts in der Timeline, die hin und wieder mal streiten.

All das ist aber keine Begründung. Die braucht es auch nicht, denn das ist der Punkt: Jeder blockt, wie er mag. Niemand muss irgendwas begründen oder rechtfertigen. Ich bin in einer Position, in der ich das Blocken so handhaben kann und mich damit wohl fühle. Andere sind in ganz anderen Positionen. Sinnlos, ja überheblich, ihnen mein Prinzip aufzwingen zu wollen. Ein paar Blockempfehlungen kann ich auch nicht nachvollziehen, aber das tut nichts zur Sache. Wer @Blockempfehlung nicht für sinnvoll hält, muss ja nicht folgen und erst recht nicht blocken.

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Eine Antwort zu “Die @Blockempfehlung-Kontroverse

  1. Keine Debatte darüber ob „Blockempfehlung“ das neue „Kauft nicht bei Juden“ ist.
    Nur eines zum technischen Verständnis:
    Auch durch blocken (nicht spamblocken) wird erreicht, dass ein Account automatisch von Twitter suspendiert wird.

    Wenigstens das sollte man zur Kenntnis nehmen, wenn man sich tapfer hinstellt und sagt „blocken ist keine Zensur“.
    Da auf Twitter Accounts abgeschaltet werden, die nur von genügend Leuten geblockt werden, ist diese Meinung aus technischer Sicht wohl kaum haltbar.

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