Archiv der Kategorie: Rechtliches

Uber macht zukünftig auch in Mitfahrgelegenheiten

Lustig, geht aber ein bisschen am eigentlich interessanten Thema von More people in fewer cars vorbei. Uber, die wahrscheinlich sympathischste Firma der Welt nach Amazon, macht zukünftig auch in Mitfahrgelegenheiten.

“With casual carpools, commuters line up at prearranged points. Drivers pull up with a sign in their window showing their destination and passengers going to the same place jump in. By using technology we can make this process more convenient, more reliable and safer. It’s a model that the French ride-sharing company BlaBlaCar has proven can work over long distances in Europe.”

Ich war nicht unbedingt Early Adopter, wenn es um MFGs geht, nutze sie mittlerweile aber seit Jahren eigentlich für jede mögliche Reise. Ist billiger als selber fahren oder Zug oder Flugzeug und bequemer als Bus.

uber

Eine Zeit lang lief das super, aber schon der erste Kampf um die Vorherrschaft, aus dem Blablacar als Sieger über Mitfahrzentrale und Mitfahrgelegenheit hervor ging, hat sich spürbar negativ ausgewirkt. Ich hab null Bock auf einen weiteren Wettbewerb um die effizienteste Variante, nicht aus Kundensicht, sondern aus Perspektive der Anbieter. Wenn Uber weiter so neue Ideen hat, erfinden sie demnächst wahrscheinlich wirklich den ÖPNV neu und es wird ganz furchtbar.

Das eigentlich Spannende am Verkauf von Wu-Tang Clans “Once Upon a Time in Shaolin” Album? Diebstahl ausdrücklich erlaubt

Dieser seltsame Typ, der irgendwas mit Pharma macht, erst einmal eigentlich bloß billige Medikamente um ein Vielfaches verteurern, hat offensichtlich zuviel Geld. Daher hat er sich für 2 Mio. das Album Once Upon a Time in Shaolin von Wu-Tang Clan gekauft. Davon existiert nur eine einzige Version, es ist damit wahrscheinlich sowohl das seltenste als auch teuerste Album der Welt. Alles langweilig, weil unsympathische Superreiche, die Kunst kaufen, weil sie es können, mich nicht interessieren.

ABER: Der Vertrag ist witzig. Ein Versuch, das Album zurück zu klauen, ist vertraglich vereinbart. Ist der erfolgreich, geht das Eigentum zurück an den Dieb. Als Dieb kommen allerdings nur Mitglieder von Wu-Tang oder Bill Murray in Frage.

Online-Belästigung als Geschäftsmodell: Es gibt jetzt eine Versicherung gegen Trolle

Der Versicherer Chubbs bietet ab 01.01.2016 eine Troll-Versicherung an. Nicht für Trolle, wie man vielleicht denken könnte, sondern um die Folgen von Online-Belästigung abzudecken bzw. abzumildern.

“Chubb Insurance said wealthy policy holders who buy its personal insurance will be covered for up to £50,000, which could be used to pay for counselling, lost income if they are off work for a week or more, and help from online experts for victims of cyber-bullying and their families.”

Troll Versicherung Online Belästigung

Ganz schön abgefuckt. Wie man aus Belästigung ein Geschäftsmodell macht, bei dem die Opfer auch noch zahlen. :(

Presseverleger wollen “Leistungsschutzrecht” auf Hyperlinks ausweiten

Laut Julia Reda will die EU einem jetzt geleakten Plan zufolge bald dem Hyperlink an den Kragen. Weil das Leistungsschutzrecht der vorhergesagte Totalflop war, versucht man jetzt offenbar auf EU-Ebene um jeden Preis doch noch Verlagen Geld dafür zuzustecken, wenn sie über Suchmaschinen, lies Google, gefunden werden. Was immer noch freiwillig ist, nicht vergessen! Verlage wollen über Google gefunden werden (kostenlose Verbreitung & Werbung) und dafür wollen sie dann auch noch bezahlt werden. Abstrus. Schlimmer noch: Dann wäre jeder Link, wie der hier gesetzte, ein potentieller Verstoß gegen Urheberrecht. Somit wäre das Internet kaputt.

Russland claimt den Nordpol

Die Dänen haben bereits 2014 ihren Anspruch auf den Nordpol angemeldet. Jetzt zieht Russland nach. Wobei ehrlicherweise erwähnt werden muss, dass Russland schon 2001 offiziell klären wollte, dass der Nordpol selbstverständlich zu Russland gehört. Damals war man aber noch nicht so weit, diese Frage zu klären. Aber jetzt haben die Russen ein Killerargument gebracht:

“… the claim determinating the outer borders of the continental shelf in the Arctic Ocean is based on the scientific understanding that the central Arctic underwater ridges, among them the Lomonosov, Medeleev, Alfa and Chukotskoye Heights, as well as the in between basins of Podvodnikov and Chukotskaya, have a continental character”

Case closed, würde ich sagen.

 

Polizei beendet Benefizkonzert wegen eines Hologramms

Das Craze-Festival in Hammond, Indiana wurde durch die Polizei beendet, als dort der Rapper Chief Keef auftrat. Das Festival richtet sich gegen Gewalt im Hip-Hop und eingenommenes Geld sollte den Angehörigen zweier kürzlich Ermordeter aus Keefs Umfeld zugute kommen.

Problem: Aufgrund zahlreicher gegen ihn laufender Haftbefehle darf Chief Keef kaum noch irgendwo auftreten bzw. er würde wahrscheinlich direkt verhaftet werden.

Aber Chief Keef ist ein kreativer Kopf. Er ist also gar nicht selbst beim Craze Festival aufgetreten, sondern ein Hologramm von ihm. Hat er schon mehrfach so gemacht. Doch auch das geht offenbar nicht, sondern stellt nach Ansicht eines Beamten “ein ernstes Sicherheitsrisiko” dar.

Solche Auftritte, bei denen Künstler nicht vor Ort sein müssen, werden wir sicher in Zukunft häufiger sehen, nicht nur von polizeilich Gesuchten. Damit lässt sich schließlich Geld verdienen. Eine Hologramm-Konzert hat für Musiker viele Vorteile. Langfristig entwerten solche Auftritte wahrscheinlich Konzerte, aber das hält sicher niemanden davon ab.

Vielleicht akzeptieren wir aber auch Hologramm-Konzerte, weil sie auch für das Publikum Vorteile haben. Konzerte können häufiger statt finden. Es wird keine “Touren” mehr geben. Es könnten sogar die Preise sinken, auch als Ausgleich für die sinkende Authentizität der Auftritte.

Bei dem Konzert handelte es sich nicht um ein Live-Hologramm, sondern eine Aufzeichnung. Eigentlich ist Chief Keef nicht aufgetreten, sondern es wurde eine Aufnahme von ihm wiedergegeben. Das dürfte aber kaum einen ausreichenden Grund darstellen, ein Konzert oder gleich ein ganzes Festival abzubrechen.

(via)

Der Oberste Gerichtshof stellt fest: With great power there must also come — great responsibility!

Richterin Elena Kagan vom Obersten Gerichtshof in den USA musste in einem Patentstreit Kimble v. Marvel Entertainment eine Entscheidung treffen. Ging um Lizenz-Foo, nicht spannend.

Bemerkenswert ist die Urteilsbegründung: Als Comicfan hat Kagan allerlei Anspielungen und Zitate auf Spider-Man darin versteckt. Vox hat ein paar Zitate gesammelt, vielleicht findet ihr noch mehr im Volltext.