Archiv der Kategorie: PC- Spiele

System Shock 3 kommt! (Wahrscheinlich)

Sorry, ich muss grad mal… weinen, vor Freude. System Shock 3 kommt wohl. Um System Shock zu kennen, muss man mittlerweile schon ein eher reifes Alter erreicht haben.

System Shock (1994) von Warren Spector und Doug Church habe ich damals ausgiebig gespielt, auch noch Jahre später. Letztlich ist System Shock eine Art inoffizieller Vorgänger zu Deus Ex.

System Shock 2 (1999) habe ich weniger ausgiebig gespielt, aber auch jahrelang immer wieder. SS 2 ist noch immer eines der gruseligsten Games überhaupt. Ernsthaft. Shodan, die böse KI, werd ich wohl nie vergessen. Lange vor Portal waren Shodans Kommentare schon Kult:

Das Entwicklerstudio OtherSide, dass sich auf Reboots bekannter Klassiker spezialisiert, hat nun einen Countdown live gestellt. Noch 5 Tage bis… ja, was eigentlich? Bisher ist außer dem Countdown nur der Buchstabe „S“ zu sehen. Genaues weiß man also nicht, aber Fans haben sich den Quellcode der Seite angeschaut und nicht nur dort immer wieder Anspielungen auf System Shock 3 gefunden.

About that System Shock 3 tease… ordnet das Ganze etwas besser ein und geht davon aus, dass nach Ablauf des Countdowns eine Crowdfunding-Kampagne für System Shock 3 folgen wird, da das Studio ansonsten wohl kaum die finanziellen Mittel hat, um einen solch großen Titel zu stemmen.

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The Presidential Metro Train is actually a hat worn by a NPC – Wie Fahrzeuge in Fallout 3 „funktionieren“

„The Presidential Metro Train is actually a hat worn by a NPC hidden under the tracks who runs around at high speeds during the travel cutscene.“

Well… Das ist mal ein kreativer Workaround. Die Beschreibung liest sich außerdem fast poetisch, in ihrer Absurdität, finde ich.

Fallout 3 Metro-Hat

Ging das wirklich nicht anders? Wenn Bethesda immer so arbeitet, kann ich mir immerhin erklären, warum ihre Spiele seit den ersten Elder Scrolls-Teilen so bugverseucht waren.

(via)

Geheimdienste NSA und GCHQ überwachen auch Online-Spiele wie World of Warcraft

Wenn man denkt, viel absurder könnte das Thema Überwachungsskandal nicht mehr werden, wird man eines Besseren belehrt. Ich habe bisher die Geheimdienst-Affaire hier im Blog nicht behandelt, weil dazu andere (zum Beispiel Netzpolitik) viel mehr und viel schlauere Dinge zu sagen wissen.

Aber das ist eine Entwicklung, die ich so nicht vorher gesehen hatte und die dann ja doch irgendwie ziemlich gut hierher passt: Spy agencies in covert push to infiltrate virtual world of online gaming. CIA (Quatsch! NSA natürlich!) und Co überwachen nicht nur eure Ingame-Chats, sie schleußen sogar „Agenten“ in die Spiele ein.

Agentin hört mit!

Agentin im Dienst?

Wenn also sogar Online-Spiele umfassend überwacht werden, können wir das Argument, es wäre doch gar nicht möglich, uns Alle jederzeit zu überwachen, wohl betont als Augenwischerei abtun. Wer Zeit und Energie aufwendet, um mich beim Spielen zu überwachen, der weiß offenbar in so ziemlich allen anderen Bereichen bereits genug von mir und der hat Kapazitäten zum Überwachen, die weit über unsere größten Befürchtungen hinaus gehen.

Übrigens hat der Guardian erst 1% der Infos von Snowden veröffentlicht.

Der Rolling Stone hat vor ein paar Tagen einen schönen Artikel dazu veröffentlicht, wie Edward Snowden und Glenn Greenwald vom Guardian eigentlich dazu kamen, zusammen ein paar der bestgehüteten Geheimnisse der Welt einer breiten Masse zugänglich zu machen.

Linktipp: No girls allowed – Unraveling the story behind the stereotype of video games being for boys

No girls allowed by Tracey Lien, Screenshot from: http://www.polygon.com/features/2013/12/2/5143856/no-girls-allowed

Wenn ihr heute nur einen einzigen Artikel lest, lasst es den hier sein: No girls allowed – Unraveling the story behind the stereotype of video games being for boys von Tracey Lien. Ein wirklich langer, aber guter Text, gespickt mit hübschen Illustrationen. Danach weiß man eine Menge darüber, wieso die Spieleindustrie immer wieder erzkonservative Rollenbilder für Mädchen und Jungen reproduziert.

GTA 5’s Ingame-Fotografen sind awesome

by Michael Neumann; Source: http://www.flickr.com/photos/103793722@N04/10541286626/in/pool-landscapesoflossantos/
(Bildquelle: Michael Neumann)

Das Spiel GTA 5 hat viele Fans, nicht alle davon sind reine Spieler. In der Flickr-Gruppe „Landscape photographers of Los Santos and Blaine County“ versammeln sich Menschen, die GTA 5 vor allem nutzen, um teils wirklich atemberaubend schöne Screenshots zu sammeln. Oder sind das irgendwie schon Fotografien? Mal abgesehen davon, dass nichts auf den Bildern real ist – wirklich viele Unterschiede lassen sich in Zeiten digitaler Fotografie kaum noch finden, oder?
(via)

The Smash Brothers – Spannende Doku über E-Sport

Super Smash Brothers Dokumentation
Habe endlich die Zeit gefunden, mir die ersten vier Episoden von The Smash Brothers, einer neunteiligen Dokumentation darüber, wie das Casual Game „Super Smash Brothers“ von Nintendo nach und nach zu einem E-Sport wurde.

Sehr interessante Einblicke in die Szene. Man lernt die verschiedenen Gamertypen (leider fast ausschließlich Männer, auch wenn Frauen nicht völlig ausgeblendet werden) und Crews kennen und ich finde, man kann ihre Faszination gut nachvollziehen. Die Duelle auf verschiedenen Conventions sind für die beteiligten Spieler und ihre Zuschauer richtige Großereignisse, die Gewinner Stars in der Szene.

Man sollte schon ein grundlegendes Interesse an (Multiplayer)-Spielen mitbringen, dann kann man The Smash Brothers am besten genießen. Ich hatte jedenfalls nach den ersten paar Episoden richtig Lust, mich mit Smash Brothers und ein paar guten Freundinnen zu verabreden und einfach mal ein komplettes Wochenende zu verzocken.

Finanziert wurde die Doku übrigens via Crowdfunding.

Terraria – Work In Progress oder Hundert Stunden sind auch nur fünf Tage

„Terraria ist ein Minecraft-Klon.“ Wer immer sich mit dem Indiehit von 2011 (über zwei Millionen mal verkauft) beschäftigt, wird schnell auf diesen oder einen ähnlichen Satz stoßen. Das ist so, weil es stimmt. Allerdings ist das noch nicht die ganze Wahrheit über Terraria.

Buddeln, Holz hacken, Craften, Häuser bauen – Terraria orientiert sich, vor allem zu Beginn, tatsächlich sehr stark an Minecraft. Mancher Soundeffekt wirkt, als stamme er 1:1 aus Minecraft. Der Spieler startet im Nirgendwo mit einer Axt, einer Spitzhacke und einem Schwert. Eine Story gibt es nicht, ein freundlicher NPC rät aber, sich ein Haus zu bauen, um sich vor Feinden zu schützen. Also geht man los und fällt ein paar Bäume. Aus dem Holz baut man sich nun das erste Haus. Nachts kommen die Zombies, aber in den eigenen vier Wänden ist man sicher.

Wenn es an der Oberfläche gefährlich ist, buddelt man sich eben in die Tiefe. Dort gibt es viel zu entdecken. Materialien wie Erze, die wir brauchen, um bessere Ausrüstung herzustellen. Geheimnisvolle Artefakte. Lebenskristalle, die dauerhaft unser Hitpoints erhöhen. Genau wie Minecraft ist die Welt von Terraria zufallsgeneriert und es existieren riesige, weit verzweigte Höhlensysteme. Ist unser Inventar voll, machen wir uns wieder auf den Weg zur Oberfläche, rüsten uns mit besseren Gegenständen aus, erweitern unser Haus und verschönern die Umgebung. Soweit so Minecraft. Wo aber sind die Unterschiede? Warum ist Terraria auch für Minecraft-Veteranen einen Blick wert?

Terraria ist anders. Wichtigster Unterschied: Terraria ist ein 2D-Sidescroller. Grafisch kann man sich Terraria wie einen Mix aus Minecraft und Super Mario vorstellen. Die Grafik ist äußerst retro, manche meinen auch hässlich. Mir gefällt der Stil allerdings gut und wenn man sich darauf einlässt, entdeckt man viele liebevolle Kleinigkeiten, die der Spielwelt Leben einhauchen. Dazu passt auch der Sound, den man bereits nach kurzer Zeit kaum noch wahrnimmt. Viel Arbeit wurde auch in die Lichteffekte gesteckt. Mit verschieden gefärbten Fackeln lassen sich stimmungsvolle Beleuchtungen erreichen. Man merkt Terraria an, wieviel Herzblut darin steckt, typisch für ein gelungenes Independent Game.

Von Beginn an merkt man, dass Terraria deutlich kampfbetonter verläuft als Minecraft. Es gibt auch deutlich mehr Rezepte, die man nicht mühsam heraus finden muss. Stattdessen verrät einem ein NPC, welche Gegenstände man aus welchen Materialien herstellen kann. Items verschleißen nicht, sie werden aber zufallsgeneriert in bestimmten Qualitätsstufen hergestellt. Es ist also durchaus ratsam, mehrmals denselben Gegenstand zu craften, bis man einen mit den richtigen Boni hat. Schneller lassen sich die Boni und Mali auch gegen Gold ändern, so dass man keine Materialien mehr verschwenden muss.

Um wichtige Items wie Fackeln herstellen zu können, ist man gezwungen, hin und wieder zu kämpfen. Bestimmte wertvolle Materialien droppen sogar nur bei oder nach Bosskämpfen. Richtig gelesen: In Terraria gibt es Bossmonster. Die sind oft riesig groß und haben massig Hitpoints. Ohne die passende Ausrüstung hat man da keine Chance.

Stirbt man mal, was des Öfteren passiert, ist das kein Drama. Man verliert die Hälfte des Geldes im Inventar, aber sonst bleiben alle Items erhalten (zumindest im einfachsten der drei Schwierigkeitsgrade). Für Geld kann man beim Händler nützliche Gegenstände erwerben. Damit der Händler einzieht, braucht er ein eigenes Haus. Bis zu zehn NPCs schließen sich im Lauf des Spiels dem Spieler an. Von der Krankenschwester über den Waffenhändler bis zum Alchemisten bieten sie alle spezifische Vorteile für den Spieler. Damit die NPCs erscheinen, muss der Spieler bestimmte Aktionen ausführen. Anfangs reicht es noch, Dinge wie Heiltränke oder Bomben zu finden, später sind die Anforderungen deutlich kniffliger, meist muss vorher ein Bossgegner besiegt werden.

Was – auch eher friedlichen Naturen, wie mir – einen Heidenspaß macht. Bei den Bosskämpfen merkt man deutlich, dass man mit besserer Ausrüstung auch ein besserer Kämpfer wird. Man fühlt sich direkt mächtiger, wenn man in Demonite-Rüstung mit einem Laserschwert (richtig gelesen, ihr könnt euch ein Phaseblade herstellen, welches nicht nur leuchtet, sondern sogar das typische Geräusch einen Lichtschwerts macht) um sich haut und dabei mittels Raketenstiefeln gekonnt dem „Weltenfresser“ oder dem „Auge des Cthulu“ ausweicht.

Das liegt auch an der Kollisionsabfrage, bei 2D-Spielen überaus wichtig ist und bestens funktioniert. Die stimmigen Beleuchtungseffekte werten die Grafik enorm auf. Die Bedienung ist (bis auf das Inventar) simpel und intuitiv. Der Suchtfaktor ist enorm hoch, fast höher als in Minecraft. Man hat zu jeder Zeit etwas zu tun, meist mehrere Dinge zugleich. Ich habe bereits über 110 Stunden im Spiel zugebracht und noch immer nicht alle Bossmonster erledigt. Und selbst wenn ich das demnächst irgendwann geschafft habe, ist Terraria nicht zuende, sondern man schaltet den Hardmode mit neuen Monstern, neuen Materialien und neuen Gegenständen frei.

Terraria bietet einen Multiplayermodus per Netzwerk oder Internet. Die Systemanforderungen sind äußerst niedrig, das Spiel bietet zudem viele Möglichkeiten, die Einstellungen entsprechend der eigenen Präferenzen zu ändern. Das Spiel kostet 10€ via Steam, 20€ in der Verkaufsversion, die man im Laden erwerben kann, ist also preiswert. Die Ladenversion enthält zusätzlich ziemlich unnützen Schnickschnack: Einen Spitzhacken-Schlüsselanhänger aus Gummi, ein Poster, sowie zwei Sammelkarten. Die Entwicklung von Terraria ist abgeschlossen, es erscheinen keine neuen Updates mehr.

Natürlich hat Terraria auch ein paar Schwächen. Das Inventar von Terraria ist eine Zumutung. Man gewöhnt sich daran, aber es bleibt unübersichtlich und umständlich zu bedienen. Die Grafik ist was für Liebhaber, die meisten Menschen müssen wohl darüber hinweg sehen können. Diese Schwäche teilt sich Terraria allerdings mit Minecraft. Eher ein Luxusproblem, aber gerade für Minecraft-Fans nicht unwichtig: Die Spielwelt von Terraria ist nicht unendlich groß, der Spielumfang ist daher begrenzt. Terraria ist kein Endlosspiel. Bis man allerdings alles entdeckt hat, vergehen unzählige Stunden und dann kann man immer noch einfach mit allen Gegenständen im Inventar auf einer neu generierten Karte von Neuem beginnen.

Einen bösen Schnitzer erlaubt sich Terraria allerdings: Die Ladenversion bietet auch eine deutsche Übersetzung. Die führt aber beim Ausrüsten von Rüstungsteilen zum Absturz des Spiels, ist also unspielbar. Aber auch in der Originalsprache Englisch ist Terraria gut zu verstehen, also keine Panik und die Sprache in den Einstellungen auf Englisch stellen!

Fazit: Terraria ist ein Spielspaßmonster. Getarnt als simples 2D-Spiel bietet es unzählige Möglichkeiten, sich in der Spielwelt kreativ auszutoben. Darüber hinaus bietet Terraria weitere Herausforderungen in Form von Bosskämpfen und umfangreichem Crafting. Terraria fesselt enorm. Die neuen Spielelemente passen gut ins Setting und machen Terraria zu einem eigenen Spiel, das Elemente bei Minecraft leiht, diese aber gekonnt erweitert.

Nützliche Links:
Offizielle Homepage Terraria
Terraria Wiki (englischsprachig)
Terraria Wiki (deutschsprachig)