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Nach Überwachung kommt Kontrolle. China bewertet zukünftig seine Bürger nach dem Grad ihres Wohlverhaltens.

Gemäß dem Motto »Wenn das Volk eine andere Meinung als der Staat hat, dann suche sich der Staat ein neues Volk.« (Bertold Brecht) vergibt China wohl zukünftig nach bestimmten Kriterien Punkte an seiner Bürger. Wahrscheinlich, damit man im Ernstfall schon weiß, welche Bürger gut sind und welche falsch.

Schlecht sind zum Beispiel Schulden oder Gefängnisstrafen, aber auch die falschen politischen Ansichten oder Freunde, unbedachte Äußerungen oder das Lesen eines „falschen“ Buches können einen Bürger Punkte kosten.

Früher wäre eine solch umfassende Überwachung zumindest technisch undenkbar gewesen, aber dank Big Data und grundsätzlicher Sympathien chinesischer Internetunternehmen erscheint es machbar und es wird ernsthaft daran gearbeitet.

Das sogenannte Social Credit System soll ab 2020 zum Einsatz kommen und öffentlich sein. Wohl die konsequenteste Fortsetzung der allgegenwärtigen Überwachung von Bürgern durch ihren Staat. Nach Überwachung kommt Kontrolle. Der gemeine Bürger wird zum Staatsdiener. Das wird sicher nicht nur China gefallen. Schließlich weiß „big brother“ doch eh, was am Besten für alle ist.

Geheimdienste NSA und GCHQ überwachen auch Online-Spiele wie World of Warcraft

Wenn man denkt, viel absurder könnte das Thema Überwachungsskandal nicht mehr werden, wird man eines Besseren belehrt. Ich habe bisher die Geheimdienst-Affaire hier im Blog nicht behandelt, weil dazu andere (zum Beispiel Netzpolitik) viel mehr und viel schlauere Dinge zu sagen wissen.

Aber das ist eine Entwicklung, die ich so nicht vorher gesehen hatte und die dann ja doch irgendwie ziemlich gut hierher passt: Spy agencies in covert push to infiltrate virtual world of online gaming. CIA (Quatsch! NSA natürlich!) und Co überwachen nicht nur eure Ingame-Chats, sie schleußen sogar „Agenten“ in die Spiele ein.

Agentin hört mit!

Agentin im Dienst?

Wenn also sogar Online-Spiele umfassend überwacht werden, können wir das Argument, es wäre doch gar nicht möglich, uns Alle jederzeit zu überwachen, wohl betont als Augenwischerei abtun. Wer Zeit und Energie aufwendet, um mich beim Spielen zu überwachen, der weiß offenbar in so ziemlich allen anderen Bereichen bereits genug von mir und der hat Kapazitäten zum Überwachen, die weit über unsere größten Befürchtungen hinaus gehen.

Übrigens hat der Guardian erst 1% der Infos von Snowden veröffentlicht.

Der Rolling Stone hat vor ein paar Tagen einen schönen Artikel dazu veröffentlicht, wie Edward Snowden und Glenn Greenwald vom Guardian eigentlich dazu kamen, zusammen ein paar der bestgehüteten Geheimnisse der Welt einer breiten Masse zugänglich zu machen.