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The Moby Dick Big Read Hörbuch

Schönes Ding, wenn man drauf steht. Ich leider nicht so, aber hier: The Moby Dick Big Read ist der komplette (englische) Text, gelesen unter anderem von Tilda Swinton, Stephen Fry, David Attenborough oder auch Benedict Cumberbatch.

(via)

Margaret Atwood liest Sex Criminals von Matt Fraction und Chip Zdarsky

Sex Criminals kennt ihr? Guter Comic, auch wenn ich bisher leider nur #1 gelesen habe.

In der Serie geht es um Suzie und Jon, deren Superkraft darin besteht, dass sie beim Orgasmus die Zeit anhalten können.

Klingt bescheuert, aber nach allem was man so liest, gelingt es Matt Fraction und Chip Zdarsky, aus der Prämisse eine fesselnde Comedy-Story zu entwickeln, die sich auch vor ernsteren Themen nicht scheut.

Hauptcharakter von Sex Criminals ist Suzie und in Reviews wird immer wieder gelobt, wie echt Suzie wirkt und wie überraschend es sei, dass zwei Dudes überhaupt eine solch realistische Frauenfigur schreiben können. Fraction ist aber sowieso einer von den Guten im Comic-Geschäft. Gab dann auch verdient einen Eisner Award für Beste Neue Serie 2014 und eine Fernsehserie ist ebenfalls geplant. Geschrieben von Matt Fraction zusammen mit Kelly Sue DeConnick, eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen und „wife of Matt Fraction„. Kann eigentlich nur richtig gut werden. Jetzt also die „Adelung“ durch Margaret Atwood.

TMS hat ein lesenswertes Interview mit Chip Zdarsky geführt: Not All Ducks: The Mary Sue’s Interview with Sex Criminals and Howard the Duck‘s Chip Zdarsky. Durch den Artikel bin ich auf das Atwood-Foto gestoßen.

Zdarsky darüber, wieso Fraction und er sich für Suzie als Hauptcharakter entschieden haben und wie man auch als Kerl realistische Frauenfiguren schreiben und zeichnen kann:

Two straight white dudes writing about a straight white dude in a sex comedy, is, like, essentially the easiest thing in the world for us to do, so it added a bit of complexity to the process by making the main character Suzie. And it’s totally paid off. Matt would have conversations with his female friends, and he was kind of mining stories that they’d told him in the past, and also like fifty percent of the people I know are women.

Some of the guys, when you see their drawings or their stories, you know that they just don’t interact with women, in a way that’s meaningful at least. They might have their internet pornography or that girl who broke up with them in grade 8 and that’s it, but like, I’ve been surrounded by feminists my whole life and Matt has too I think, and so…there’s never been any kind of question about treatment of women in comics for me. And also on the drawing side I based the main characters on friends of mine, so because she’s based on a real person now, there’s no danger of me sliding into titillation depicting her because she’s a friend, and I have a responsibility to her. Whenever there’s nudity or sex in the story, it’s story-based, it’s not like “alright, we’ve gone four pages without an ass shot. Alright boys.”

Gar nicht so schwierig.

Übrigens ist Atwood auch sonst offenbar an Comics interessiert. 2014 hat sie für Guardian die kure Dystopie Freeforall geschrieben, gezeichnet von Christian Ward.

ti_leos Links zum Sonntag (KW 16)

Seit ich eine Rubrik für Links zum Sonntag im Blog gestartet habe, komme ich ausgerechnet Sonntag kaum noch zum Bloggen. So ist das Leben. Aber heute schaff ich’s. Auch wenn ich ziemlich platt bin, das muss sein. Hab auch ein paar wirklich lesenswerte Texte dieses Mal dabei.

ti_leos Links zum Sonntag (KW 13)

In HUMANITY NOT INCLUDED: DC’S CYBORG AND THE MECHANIZATION OF THE BLACK BODY erklärt Robert Jones, Jr., warum auch der DC Comics-Charakter Cyborg letztlich nur rassistische Stereotype reproduziert. Unbedingt auch die Kommentare lesen!

Unternehmen und der „Freie Markt“ können die Welt nicht retten, selbst wenn sie wollten. The Free-Market Fantasy erklärt, warum (unter anderem).

Weil das FBI bei nahezu allen forensischen Haaruntersuchungen, die es vor 2000 vorgenommen hat, wissentlich gelogen hat, wurden viele Menschen zu Unrecht verurteilt, 32 sogar zum Tode. Das wurde jetzt offiziell zugegeben.

Too many books? geht der Frage nach, wie die schier unendliche Anzahl Bücher heutzutage sich auf unsere Lesegewohnheiten auswirkt, ist letztlich aber auch sowas wie eine kurze Geschichte des Buches überhaupt. Für Bibliophile (die wissen dann allerdings wahrscheinlich auch schon fast alle Fakten).

Der Vatikan erkennt endlich an, dass auch die progressiven, feministischen Nonnen der Leadership Conference of Women Religious (LCWR) in den USA ihrer Kirche dienen.

Science Fiction’s White Boys‘ Club Strikes Back fasst die Geschehnisse rund um die Manipulation der Hugo Awards nochmal gut zusammen und ordnet sie in einen generellen Kampf von progressiven (linken) und konservativen (rechten) Autoren und Strömungen innerhalb der SciFi ein.

United Blood erklärt New York Hardcore mit all seinen Stärken und Schwächen. Nicht weniger als das.

The Star Wars George Lucas Doesn’t Want You To See berichtet von den Bemühungen einiger Fans, die originale Star Wars Version wiederherzustellen. Nicht nur für Fans.

Fake-Populismus ist auch scheiße und problematisch. Das zeigt der Rolling Stone anhand der aktuellen Wahlkampagne von Hillary Clinton. Nicht nur relevant für die dortigen Medien und die Politik und ihr Zusammenwirken.

Animals Man ist ein Superheld mit Problemen.

Wie aus einem vielversprechenden Herzchirurgen einer der bekanntesten TV-„Doktoren“ der USA werden konnte, der fragwürdige Medizintipps gibt und Mittelchen vertickt, erzählt euch The making of Dr. Oz.

Strange continuity ist ein sehr unterhaltsamer und ziemlich erhellender Text darüber, wie wenig wir eigentlich über unsere Wahrnehmung wissen, wie sehr wir sie überschätzen und warum unsere Köpfe bei Cutscenes in Filmen nicht explodieren, wir Stroboskop-Licht aber eher nicht so gut abkönnen.

Alison Bechdel hat eine Coda für Fun Home gezeichnet.

Ohne Deutschland, genauer: Ramstein, liefe im US-amerikanischen Drohnenkrieg nicht viel.

Barbie hat einen eigenen Instagram-Account und da steckt viel Arbeit drin: Behind the Scenes of Barbie’s Insanely Popular, Painstakingly-Produced Instagram.

Außerdem: Mehr 90er als dieses Commercial von 1991 geht vermutlich nicht. Es ist irgendwie der Inbegriff der frühen 90er (besondern in den USA, aber letztlich hat das ja auch unsere Erinnerung geprägt:

Meine fünf Buchvorsätze 2015

Mir wurde  ein Stöckchen zugeworfen. Robin hat sich für mich ein sehr passendes ausgesucht, daher mache ich selbstverständlich mit. Eigentlich sind es sogar zwei Stöckchen, na mal schauen. Pro Stöckchen ein Post, damit alles seine Ordnung hat. Den Anfang machen fünf Buchvorsätze 2015.

Ich hab sowas ähnliches bereits 2014 gemacht. Aus den fünf Büchern auf meiner Wunschliste wurden zehn. Gelesen habe ich davon witzigerweise gar keins, stattdessen hab ich so um die 20 andere Bücher gelesen. Immerhin besitze ich drei der Bücher mittlerweile als E-Books. Der Wille ist da. Ich plane trotzdem dieses Jahr eine etwas andere Herangehensweise an meine Liste.

Keine Sachbücher! Erfahrungsgemäß fehlt mir dafür aktuell einfach die Zeit und Ruhe. Ich will unterhalten werden, daher beschränke ich meine Liste auf Belletristik.

Mehr Autorinnen! Laut Goodreads habe ich 2014 insgesamt 21 Bücher gelesen. Davon sieben von Autorinnen. Auf meiner letztjährigen Liste dasselbe Bild: 3/10 Autorinnen. 2/3 also männlich. Das möchte ich ändern. 2/3 Autorinnen lesen finde ich ein gutes Ziel. Meine diesjährige Liste wird nur Bücher von Frauen enthalten. So!

Nur fünf Bücher! Ich werde mich, auch wenn es schwer fallen wird, dieses Mal wirklich auf fünf Bücher beschränken und dafür etwas ausführlicher erklären, warum ich sie lesen möchte.

Außerdem wähle ich Bücher, die ich voraussichtlich auch tatsächlich lese, also schon ziemlich bald. Los geht’s!

1. Kameron Hurley – The Bel Dame Apocrypha

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The Kameron Hurley Omnibus (Bel Dame Apocrypha #1-3)

Ganz weit oben auf meiner Leseliste, wenn auch ein ziemlicher Wälzer. Das les ich wahrscheinlich nicht mal eben so in ein paar Tagen. Eigentlich drei Bücher (God’s War, Infidel, Rapture), aber ich hab mir gleich den Omnibus geholt. Fast 1000 Seiten und nach allem, was ich so mitbekomme und was mir Nulipan erzählt hat: Neben Steven Eriksons „Malazan Book of the Fallen“ vielleicht das Beste, was Fantasy und SciFi aktuell zu bieten hat. Allein schon die ersten paar Sätze:

Nyx sold her womb somewhere between Punjai and Faleen, on the edge of the desert.

Drunk, but no longer bleeding, she pushed into a smoky cantina just after dark and ordered a pinch of morphine and a whiskey chaser. She bet all of her money on a boxer named Jaks, and lost it two rounds later when Jaks hit the floor like an antique harem girl.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das ist genau der richtige Ton für mich. Nyx wird bestmöglich eingeführt. Ich bin ein großer Fan von tollen ersten Sätzen! Ich will mehr lesen!

Außerdem hat Kameron Hurley sich für ihre Welt viele nette Details einfallen lassen. Insekten spielen eine wichtige Rolle im täglichen Leben (zum Beispiel als Treibstoff). Die Religionen basieren auf einer Art Islam, wie er sich vielleicht in ferner Zukunft entwickelt haben könnte. Boxen ist reine Frauensache. Generell entspricht die Rollenverteilung in Nyx‘ Welt nicht unbedingt der in Fantasy leider noch immer verbreiteten, klassischen. Wie Kameron Hurley es ausdrückt: In den Bel Dame Apocrypha geht es um „Bugs. Blood. Brutal Women.“ Klingt doch großartig! (Außerdem habe ich schon Hurleys ebenfalls lesenswerten Kurzgeschichtenband namens „Brutal Women“ gelesen. Ich weiß also bereits, dass sie super ist.)

2. Catherynne M. Valente  – Palimpsest

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Catherynne M. Valente - Palimpsest

In „Palimpsest“ geht es um eine sexuell übertragbare Stadt. Reicht eigentlich schon als Grund zum Lesen, oder? Von Catherynne M. Valente hab ich diese Woche erst die Novella „Silently and Very Fast“ gelesen und für großartig befunden. Bekannt sind ihre Fairytales-Romane, aber mir ist es nach etwas Erwachsenerem. „Palimpsest“ also. Eine Stadt in einer anderen Realität, die man nur durch Sex erreichen kann. Klingt abgefahren. Valente hat aber nicht nur tolle Ideen, sondern auch eine wunderbare Sprache. Alles sehr poetisch, aber nicht verkünstelt. „Palimpsest“ ist wohl nicht wirklich plot-driven, es geht eher um Atmosphäre. Ich las Vergleiche mit China Mieville oder Jeff VanderMeer, die „Palimpest“ also dem Genre „New Weird“ zuordnen würden. Klingt, als könnte es mir gefallen. Falls ihr neugierig seid: Valente hat 2007 eine Kurzgeschichte namens „Palimpsest“ geschrieben, die ihr online lesen könnt: „Palimpsest“.

3. Ann Leckie – Ancillary Justice

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Ann Leckie Ancillary Justice (Imperial Radch #1)

Noch so ein Tipp von Nulipan. Sie hat die bisher erschienenen zwei Bände bereits gelesen und nach leichten Startschwierigkeiten für sehr gut befunden. Außerdem hat Ann Leckie mit diesem Buch, ihrem Debut, gleich so ziemlich jeden wichtigen Preis in den USA abgeräumt (Hugo, Nebula, Locus usw.), damit mache ich also nichts verkehrt. Ich weiß sonst nicht viel über das Buch, außer dass es sich mit spannenden Themen auf kluge Art und Weise befasst. Space Opera für Erwachsene. Au ja! „Ancilliary Justice“ ist das erste Buch der Imperial Radch-Trilogie. Naja. Hat sowieso jeder auf seiner Liste, schätz ich, darum mach ich gar nicht mehr Worte drum.

4. Maria Dahvana Headley – Magonia 

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 Maria Dahvana Headley - Magonia

„Magonia“ ist noch gar nicht erschienen, es kommt im April 2015 raus. „Magonia“ ist Young Adult. Ich hab zwar nichts gegen YA, aber eigentlich ist es nicht mein bevorzugtes Genre. Trotzdem will ich „Magonia“ sehr gern lesen, seit ich im letzten Jahr „Queen of Kings“ von Headley geradezu verschlungen habe. Darin geht es um Kleopatra, nur dass Kleopatra nicht durch einen Schlangenbiss starb. Stattdessen bekam sie von der Göttin Sekhmet göttliche Kräfte verliehen. Die Sache hat natürlich einige Haken. „Queen of Kings“ nimmt sich Historie und macht düstere Fantasy daraus. Ein bisschen wie eine modernere Ann Rice. Headley schreibt gut. Daher bin ich auf „Magonia“ gespannt. Danach kann Headley sich aber gern an die Fortsetzung von „Queen of Kings“ machen, immerhin sind die Kleopatra-Romane als Trilogie konzipiert.

5. Alissa Nuttin – Tampa

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Alissa Nutting - Tampa

„Tampa“ handelt von einer pädophilen Lehrerin. Es basiert dabei auf der wahren Geschichte der Lehrerin Debra Lafave, die 2005 verhaftet wurde, da sie als 23-Jährige Sex mit einem 14-jährigen Schüler hatte. Schwierig an dem Buch ist sicherlich, dass es konsequent aus Sicht der Pädophilen erzählt wird. Für manche (FAZ zum Beispiel) ein Skandalroman wie weiland „American Psycho“ oder, beim gewählten Sujet am naheliegendsten, „Lolita“ von Nabokov. Literarisch wohl nicht ganz auf dem Niveau des letzteren, aber ich bin interessiert genug. Schwieriges Thema, zumal für einen Debutroman. Und offenbar nicht ganz schlecht. Lavave ist letztlich übrigens zu einer sehr milden Strafe von 3 Jahren Hausarrest verurteilt worden.  Ins Gefängnis musste sie nicht. Dafür war sie, nach Aussage ihres Anwalts, wirklich zu schön.

So, das waren fünf. Also erwähne ich nur noch kurz Jagannath von  Karin Tidbeck, Troll: A Love Story –  Johanna Sinisalo, Church of Marvels – Leslie Parry, Conservation of Shadows – Yoon Ha Lee, Suicide Girls in Afterlife – Gina Ranalli, Clockwork Girl – Athena Villaverde, Trashland A Go-Go – Constance Ann Fitzgerald, The Invisible Library – Genevieve Cogman, We Are All Completely Beside Ourselves – Karen Joy Fowler, Doomsday Book – Connie Willis, Who Fears Death – Nnedi Okorafor, The Miseducation of Cameron Post – Emily M. Danforth, Gate of Darkness, Circle of Light – Tanya Huff, The Marketplace – Laura Antoniou, Parable of the Sower – Octavia E. Butler, The Secret History – Donna Tartt, Synners – Pat Cadigan, Blood Oranges –  Kathleen Tierney, Zoo City – Lauren Beukes, Alif the Unseen – G. Willow Wilson, Ascension – Jacqueline Koyanagi, Black Wine – Candas Jane Dorsey, Hammered – Elizabeth Bear, The Kingdom of Gods – N.K. Jemisin, Bones & All – Camille DeAngelis und Slow River von Nicola Griffith.

René hat mir letztes Jahr ein ähnliches Stöckchen zugeworfen, also geb ich das mal zurück.

Spiri liest zwar eigentlich nur Comics, aber vielleicht hat er ja trotzdem auch ein paar Buchtipps in petto.

Helga hat bestimmt auch ein paar gute Tipps parat.

Beim DigiFla bin ich mir da sicher.

Nulipan sollte ein Blog haben.

 

Blogstöckchen: 5 Bücher auf meiner Wunschliste (wurden 10)

René hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Da ich aktuell eh zu selten blogge, nehme ich das gern als Anlass für einen neuen Beitrag. Auch wenn ich für den Welttag des Buches etwas spät dran bin.

Aufgabe:

“Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.”

Bücher lesen

Ich lese meistens viele Bücher gleichzeitig, aktuell sind es 21. In meinem To-Read-Regal bei Goodreads stehen grad 177 Bücher. Mein Wunschzettel bei Amazon umfasst 200 Artikel, alles Bücher bis auf die Max Headroom-DVD-Sammlung. Genug Auswahl ist also da. Bücher empfehlen ist sowieso ein großes Hobby von mir. Also los:

1. Wonder Woman Unbound: The Curious History of the World’s Most Famous Heroine von Tim Hanley

Ein kulturhistorisches Sachbuch über eine Comic-Ikone im Lauf der Zeit. Auf sowas steh ich. Will ich lesen.

2. Masters of Doom: How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture von David Kushner

Ein Buch über John Carmack, John Romero und die Software-Schmiede id Software, die uns Spiele wie Commander Keen, Wolfenstein 3D und Doom bescherte. Damals war ich noch zu jung, um sie spielen zu dürfen, das habe ich später nachgeholt. Wie einflussreich id Software für die Spieleindustrie waren sieht man daran, wie quicklebendig das Ego Shooter-Genre noch immer ist. Wie einflussreich sie gesellschaftlich waren und sind, wird bei jedem Amoklauf von Neuem diskutiert.

3. Simians, Cyborgs, and Women: The Reinvention of Nature von Donna Haraway

Ich habe bisher zu wenig Haraway gelesen, dabei strotzen ihre Essays vor interessanten und revolutionären Ideen. Halte ich für essentiell für Cyborgs(sympathisanten).

4. The Illustrated Gormenghast Trilogy von Mervyn Peake

Ich habe schon ziemlich viel Fantasy gelesen, auch die Klassiker. Gormenghast fehlt mir allerdings noch, da kenne ich bisher nur eine Verfilmung. Das muss sich ändern.

5. Malcolm Lowry’s Volcano: Myth, Symbol, Meaning von David Markson

David Markson, dessen Buch „Wittgensteins Mätresse“ ich wunderbar fand, schreibt über den großen Säufer und genialen Schriftsteller Malcom Lowry und dessen Opus magnum „Unter dem Vulkan“. Das kann nur interessant sein.

6. Rebels & Devils: The Psychology of Liberation von Christopher S. Hyatt (Herausgeber)

Beiträge von Timothy Leary, William S. Burroughs, Robert Anton Wilson, Aleister Crowley und anderen. Eigentlich nuff said. Gegenkultur, reizt mich immer.

7. Strange Angel: The Otherworldly Life of Rocket Scientist John Whiteside Parsons von George Pendle

John Parsons war ein genialer Raketenwissenschaftler und außerdem ein Anhänger von schwarzer Magie. Genug Stoff für eine spannende Biografie.

8. Girls Who Wore Black: Women Writing the Beat Generation von Ronna C. Johnson und Nancy M. Grace

Wer mich kennt, weiß, dass die Beat Generation ein Steckenpferd von mir ist. Wer die Beat Generation kennt, weiß, dass Frauen dort wenig Beachtung fanden. Das hat sich auch später kaum geändert, noch immer werden weibliche Beatniks ignoriert. Aber es gab sie, wie dieses Buch beweist. Ich freue mich auf ein paar spannende („Neu“-)Entdeckungen.

9. Stoner: A Novel von John Williams

Eine Wiederentdeckung. Der Roman erschien bereits in den 60ern, findet aber erst jetzt große Beachtung. Was ich bisher las, macht mich neugierig.

10. Raumsoziologie von Martina Löw

Weil: Räume. Körper. Städte. Hochspannende Themen, die mich beschäftigen. Eine neue Soziologie des Raums – ich wär dabei.

Sind jetzt doch zehn Bücher geworden, die Auswahl fiel mir einfach zu schwer.

Ich reiche das Stöckchen dann mal weiter an:

Spiri (wenn er ausm Urlaub zurück ist)
Sanczny
Jean
Impactsuspect, damit der überhaupt mal wieder bloggt.
Steffen, falls der mal über was Anderes bloggen mag.
Thomas
eay
Robin

Frauen lesen Comics, nur nicht die von DC und Marvel. Warum?

Comics und Frauen sind noch immer ein schwieriges Thema und ich versteh‘ noch immer nicht recht, wieso eigentlich. Immerhin wissen wir mittlerweile, dass es nicht stimmt, dass Frauen keine Comics lesen, ein Vorurteil, dass sich viel zu lange gehalten hat.

Comic Book Resources hat sich mal angeschaut, was für Comics Frauen so lesen. Die Antworten sind nicht wirklich überraschend: Sie lesen gern Comics mit gut geschriebenen und gezeichneten weiblichen Charakteren. Sie lesen nicht: DC und Marvel. (Das ist weder repräsentativ noch in jedem Fall so, aber in der Tendenz.)

Besonders gerne lesen sie Image Comics. Woran mag das liegen? Zum einen sicher an der Auswahl, die Image so bietet. Da ist für jede(n) was dabei. Anders als bei DC und Marvel, wo sich die einzelnen Reihen viel mehr ähneln. Bei den „Big Two“ richten sich fast alle Serien an eine männliche Zielgruppe. Das bedeutet offenbar, dass man sich mit Frauenfiguren keine Mühe geben muss. (Ein Trugschluss! Viele Kerle lesen gern von schlauen, toughen, realistischen Frauen.) Image ist da viel heterogener.

Außerdem arbeiten bei Image mehr Autorinnen und Zeichnerinnen. Das kann ich nicht mit Zahlen belegen, ich bin mir aber recht sicher. Das dürfte zu mehr Comics führen, die Frauen nicht nur als sexy Beiwerk betrachten.

Frauen mögen Qualität. Geschichten für Erwachsene, die hinterfragen, gesellschaftliche Relevanz besitzen und die auch mal heiße Eisen anfassen, nicht immer nur Gewalt. Sondern Sexualität zum Beispiel. Diskriminierung. Ja sogar Feminismus. Nicht immer, manchmal soll das Lesen auch einfach Spaß machen und unterhalten, aber zumindest immer mal wieder. Comics mit Substanz, die auch mal reflektieren. (Nochmal: Dieselben Kriterien sind auch vielen Kerlen wichtig, es ist nicht so, als ob irgendwas daran unverständlich oder geheimnisvoll oder überraschend wäre.)

Ebenfalls nicht überraschend, dass sich Comics, die für alle Geschlechter interessant sind, auch gut verkaufen. Für Image Comics lohnt es sich finanziell, Frauen nicht auszuschließen. Marvel und DC verzichten hier immer noch auf die Hälfte ihrer potentiellen Kunden.

Fazit: Frauen lesen keine „Comics für Frauen“. Sie lesen einfach gern gute Comics, die Frauen ernst nehmen. Mehr Frauen in der Comic-Industrie führen zu besseren Comics und damit besseren Verkäufen. Es wäre ziemlich einfach, Frauen noch besser in die Comic-Szene zu integrieren.

(Ich selbst lese auch recht viel von Image. Aktuell gefällt mir „Pretty Deadly“ sehr gut. Ein Comic im Western-Setting um eine mysteriöse Rächerin. Gerade ist Heft 2 erschienen.

„Saga“ ist sowieso ein Must-Buy. Das könnt ihr überall nachlesen.

„Lazarus“ empfehle ich auch. Greg Rucka ist bekanntlich einer der Männer, die ziemlich gute Frauenfiguren schreiben. „Lazarus“ spielt in einer Zukunft, in der arm und reich so weit auseinander gedriftet sind, dass reiche Familien sich Beschützer(innen), Lazarus genannt, leisten. Momentan ist der erste Sammelband erschienen.

„Sex Criminals“ ist – trotz des abschreckenden Titels – auch ziemlich gut. Es geht darin um zwei Menschen, die im Moment ihres Orgasmus‘ quasi aus der Zeit fallen. Für sie bleibt die Zeit stehen. Das ist praktisch, wenn man sich auf kriminelle Art und Weise bereichern will. Daher der Titel.

„Rocket Girl“ ist eine beschwingte Zeitreise-Geschichte um die junge Polizistin DaYoung Johansson. Dank Amy Reeder ein Fest für die Augen.

Soweit meine Empfehlungen. Es gibt sicher noch andere lesenswerte Comics von Image, aber die lese ich momentan nicht. Empfehlungen aus anderen Verlagen kann ich bei Interesse naturement auch noch nachreichen.

Auch ganz spannend: Frauen lesen viel online. Wahrscheinlich sind Comic-Shops nicht unbedingt einladend, aber das ist nochmal ein anderes Thema und vielleicht eines, über das jemand anders schreiben sollte.)