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DC New 52 Action Comics #1 – Wird es dem Hype gerecht?

Kommen wir abschließend zu dem – neben Justice League #1- wohl meistgehypten Comic-Neustart bisher: Action Comics, geschrieben von Star-Autor Grant Morrison, gezeichnet vom, wohl ebenfalls recht angesagten, Rags Morales.

Action Comics #1 Cover

Cover: Superman auf der Flucht vor vieeeelen Polizeiwagen. Um ihn herum fliegen Kugeln. Das Cover strotzt vor Energie, genau wie der junge, muskelbepackte Superman. Interessantes Detail: Superman trägt eine Jeans und ein T-Shirt mit dem Superman-Zeichen, hat also noch gar nicht sein Kostüm. Ich bin unentschieden, ob ich den Verwisch-Effekt, der Tempo suggerieren soll, mag oder nicht, aber insgesamt ist das Cover definitiv gelungen.

Plot: Superman sorgt für Ordnung in Metropolis. Er ist ein ziemlicher Draufgänger. Als Clark Kent hingegen ist er ein ruhiger Journalist, der versucht, über Artikel die Welt ein bisschen besser zu machen. Wie in den anderen DC- Neustarts auch, empfinden die Behörden Superhelden als Bedrohung. Deswegen hat General Lane (Vater der bekannten Lois Lane, ebenfalls Journalistin und auf der Jagd nach einer Story) bereit Lex Luthor auf Superman angesetzt. Dieser verspricht, Superman zu fangen, koste es, was es wolle. Dabei schreckt Luthor auch nicht davor zurück, unschuldige Menschenleben zu gefährden. Hat Superman in ihm einen überlegenen Gegner gefunden?

Review: Für einen Morrison-Comic ist Superman ziemlich geradlinig. Die Reihe heißt „Action Comics“ und genau das liefert Morrison. Es kracht und scheppert ganz schön und Superman ist daran nicht unschuldig. Er hat offenbar Spaß daran, sich als Gesetz in Metropolis aufzuspielen. Ich sage „aufspielen“, weil ich diese Überzeugung für gefährlich halte. Teils wendet Superman fragwürdige Methoden an, um dem „Recht“ zu dienen. Andererseits thematisiert Morrison das schon in Heft 1, so dass ich hoffen kann, Morrison stellt Superman absichtlich als etwas fragwürdigen Charakter dar. Noch passen Clark Kent und Superman nicht recht zusammen, der Bruch zwischen Draufgänger und schüchternem jungen Mann ist zu groß. Hoffentlich kann Morrison das in späteren Heften noch plausibel erklären, bisher ist das eine Schwäche in der Charakterisierung.

Rags Morales illustriert das Geschehen gekonnt, Superman ist visuelles Popcorn-Kino und genau das erwarten Leser wahrscheinlich auch. Ich ziehe Animal Mans Zeichnungen vor, aber das ist Geschmackssache.

Die Figurenkonstellation empfinde ich als gelungen. Lois und Clark kennen sich noch nicht. Lex Luthor jagt Superman im Auftrag von Lois‘ Vater- das bietet Potenzial für einige Konflikte.

Fazit: Es ist alles da, der Comic macht nichts verkehrt und trotzdem: insgesamt lässt mich Action Comics #1 etwas unbefriedigt zurück. Vielleicht hatte ich zuviel erwartet. Vielleicht wird in zukünftigen Heften klarer, welche Strategie Morrison mit Action Comics verfolgt. Bisher ist der Funke bei mir noch nicht übergesprungen. Action Comics #1 ist routiniert, aber blutleer. Ist es ein guter Comic? Ja. Aber mehr auch noch nicht, es fehlt das gewisse Etwas. Allerdings besteht durchaus das Potenzial, dass zukünftige Hefte deutlich besser werden und Action Comics #1 lediglich die Vorarbeit ist.

Checkt auch die anderen Reviews, die sicher bald wieder auf dem Weblog von Grober Unfug verlinkt werden. Ich bin fast sicher, Action Comics wird kontrovers besprochen werden.

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