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Das neue Tabakerzeugnisgesetz (TPD2) nützt vor allem Zigarettenherstellern

Hmpf.

2017 ist kein gutes Jahr für Fans von rauchfreiem Tabakkonsum. Am 20. Mai 2017 läuft eine Übergangsfrist aus und das neue Tabakerzeugnisgesetz (TPD2) von 2014 tritt endgültig in Kraft. Das Aus für viele mittelständische und beliebte Hersteller. Hier wird im Sinne des Jugendschutzes eine Menge geopfert.

Mit zuerst traf es leider absehbarerweise das deutsche Traditionsunternehmen Grimm & Triepel, Deutschlands letzten Hersteller von Kautabaken. Meine Prieme sind mittlerweile quasi alle. Dabei waren die supertoll. Oliver Twist kommt da nicht ran. Wirklich ein Verlust, auch kulturell.

Von Zweimühlen, einer holländischen Stiftung (!), die sich dem Erhalt einer alten Tradition verschrieben hatte und mittels zweier alter Mühlen ganz traditionell Schnupftabake besonderer Qualität herstellte, hab ich noch eine relativ volle Packung Latakia, hätte aber gern mehr probiert. Ebenfalls ein herber Verlust.

Um den Redman, klassisch amerikanischen Kautabak, tut es mir am wenigsten leid. Davon hab ich noch und Loose Leaf ist ziemlich speziell. Dafür natürlich der Inbegriff von Kautabak, wie man ihn aus Western kennt, mit Ausspucken und allem. Irgendwie auch ein Verlust für Interessierte.

Auch, dass man jetzt auch keinen NTSU mehr bekommt, ist traurig. Diesen südafrikanischen Schnupftabak mochte ich trotz strengen Geruchs wirklich gern. Für Raucher einer der wenigen Schnupftabake, die als Ersatz dienen könnten. Sehr nikotinstark. Hab ich noch zwei Dosen von.

Bisher ist keine Rede vom Dingler Taxi Red. Ich hoffe mal, das bleibt so. Der ist nämlich mindestens genauso gut, wenn auch weniger stark. Aber den kriegt man eh nicht regelmäßig hierzulande (grad zum Beispiel ist er nicht erhältlich und ich ahne Böses) und meine 25g Dose ist schon wieder halb leer. Was was heißt. Ich schnupf den gut weg. ^^ Den Babaton Plain Blue bestell ich mir jetzt erstmals, bevor es zu spät ist. Die Südafrikaner ohne Menthol sind nämlich eine Sorte für sich.

Abraxas zu verbieten ist ein falsches Signal. Abraxas ist quasi Craft-Schnupftabak, hergestellt in mühevoller Handarbeit. Sowohl der Dragün als auch der Fine Batch sind wirklich was Besonderes. Beide halten aber mutmaßlich zumindest noch eine ganze Weile. Trotzdem verhindert man damit ein ganz besonderes Projekt.

Um den Makla Shems ist es ebenso schade. Der war anfangs nicht so mein Fall, aber in letzter Zeit fast mein Favorit von Makla, dank seiner leichten Citrusnote. Ist dementsprechend leider auch schon wieder quasi alle.

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass es im Kampf gegen das Rauchen zielführend ist, den Handel mit alternativen Tabakprodukten zu erschweren.

Allein schon, dass man hierzulande Snus nicht wirklich bekommt… Für mich DAS Alternativprodukt zu Zigaretten. In Schweden reglementiert wie ein Nahrungsmittel und dort rauchen im europäischen Vergleich die wenigsten Menschen! Snus ist sicherlich nicht harmlos, aber nach allem, was man so weiß, weit weniger schädlich als Zigaretten. „Verschiedene Schätzungen kommen zu dem Ergebnis, dass der Konsum rauchlosen Tabaks ca. 90–95 % weniger gefährlich ist als Tabakrauchen.“ Und Snus hält Menschen offensichtlich erfolgreich vom Rauchen ab. Ist also die gesündere, wenn auch nicht gesunde, Alternative zum Rauchen. Selbst wenn es vergleichbar schädlich wäre, wird durch rauchfreien Tabakkonsum zumindest niemand passiv geschädigt.

Zukünftig hat man hierzulande aber weniger Alternativen zur Zigarette. Ich halte das für kontraproduktiv. Lieber noch sollte man das Rauchen verbieten und alternative Konsumarten, die weniger schädlich sind, weniger reglementieren.

Schnupftabak: Rosinski Ochsenkopf – Genau mein Fall

Nachdem ich zum Einstieg in die Welt der Schnupftabak-Reviews ausgerechnet ein negatives Review zum Rosinski Stargader veröffentlicht habe, muss nun endlich die Ehrenrettung folgen.

Was Rosinski Schnupftabak macht, finde ich eigentlich ziemlich toll. Man stellt dort (in Frankfurt an der Oder) in Handarbeit und (teils) nach alten Rezepten richtig guten Schnupftabak her.

Heute will ich euch also mal einen meiner absoluten Lieblingsschnupftabake vorstellen, den Rosinski Ochsenkopf.

rosinski schnupftabak ochsenkopf Review

Wie im Review zum Stargader schon angedeutet, ist der Ochsenkopf bisher mein absoluter Favorit von Rosinski. Geschmacklich und geruchlich ist er südafrikanischen Tabaken nachempfunden und das schmeckt man. Ich habe hier auch einen tollen, aber unfassbar groben NTSU Black liegen und Gemeinsamkeiten sind nicht von der Hand zu weisen.

Südafrikanische Tabake sind berühmt berüchtigt für ihren Geruch nach Ammoniak. Entsprechend riecht auch der Ochsenkopf nicht direkt lecker, eher streng. Ich konnte mittlerweile an mehreren interessierten Personen testen, dass Ammoniak tatsächlich bei den meisten eine Stall-Assoziation auslöst.

Andererseits ist Ammoniak ein Marker für Frische, da frischer Tabak, der in der Verpackung nachfermentiert, natürlicherweise Ammoniak freisetzt. Im Vergleich zu NTSU oder Taxi ist der Rosinski aber geruchlich nuancierter. Ansonsten riecht der Ochsenkopf dunkel und erdig.

Vom Mahlgrad her ist der Ochsenkopf typisch für die meisten Rosinski-Tabake. Recht fein, aber problemlos auch für Anfänger zu schnupfen. Optisch ist der Ochsenkopf eher dunkel, aber weniger dunkel als ein NTSU. Brauner Schnupf kommt hin. Farblich ungefähr vergleichbar mit Taxi Red.

Der Geschmack ist durchaus streng. Es brennt in der Nase. Wohl nichts für den ersten Schnupf. Aber wenn man von Menthol genug und die Bandbreite von Schnupftabak ein wenig ausgetestet hat, besetzt der Ochsenkopf eine eigene Nische und die ziemlich gut.

Wer herben, tabakechten, Tabak mag und dazu einen für Schnupftabak ziemlich starken Nikotin-Hit, dem dürfte der Ochsenkopf zusagen. Eine ganz leichte Schokoladennote ist erkennbar, aber dezent im Hintergrund. Der Rosinski regt die Nasenschleimhaut nicht stark zur Sekretion an. Den kann man zwischendurch gut mal schnupfen und es merkt niemand.

Der Diverses Kanal hat Folgendes zum Ochsenkopf zu sagen (für Ungeduldige: 8 von 10 Punkte):

Ich hatte anfangs nicht erwartet, dass ausgerechnet der Rosinski Ochsenkopf zu einem meiner Favoriten werden würde, aber so ist es gekommen.