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2014: Windblade, ein weiblicher Transformer spaltet die Fangemeinde

Windblade #1 Cover IDW (Ausschnitt) - Source: http://www.seibertron.com/transformers/news/idw-transformers-april-2014-solicitations-earthfall-windblade-autobot-megatron/29152/
Hasbro hat eigentlich alles richtig gemacht: 2013 konnten Fans für einen Charakter abstimmen, der anlässlich des 30. Geburtstags der Transformers, 2014 eine Mini-Comicserie und eine Spielfigur zum Sammeln spendiert bekommen würde. Die Fans entschieden sich mehrheitlich für Windblade, einen weiblichen Transformer. Das gab (Überraschung!) mal wieder einen Shitstorm Diskussionen.

Transformers haben nämlich für viele Fans anscheinend kein Geschlecht, kein Gender. Wieso also eine Frau einführen? Skandal! (Selbst wenn eine Mehrheit der Fans genau dafür abgestimmt hat.) Schönes, trauriges Beispiel für Männlichkeit als das „Normale“ und Weiblichkeit als das „Andere“. In 2014.

Dabei ist Windblade nicht der erste „weibliche“ Transformer. Im Transformers Wiki lassen sich eine Vielzahl anderer weiblicher Charaktere finden. Aber auch Transformers Wiki bemerkt:

Female Transformers were originally depicted as an anomaly, specifically called out as either a thought-to-be-extinct subgroup or simply never existing in the first place.

Fairerweise gibt es auch viel positives Feedback.

Geschrieben wird der Comic übrigens von Mairghread Scott (die erste Frau, die einen Transformers-Comic verfasste) und gezeichnet von Sarah Stone (somit ist Windblade gleichzeitig die erste Comicproduktion eines reinen Frauen-Teams im Transformers-Universum). Veröffentlicht wird die Mini-Serie durch IDW. Kaufen kann man ihn, wenn meine Infos stimmen, ab sofort!

Mehr zum Shitstorm hat Mary Sue für euch, falls ihr es überhaupt wissen wollt.

Neue Worte nutzt das Land! Deal with it!

Jetzt auch in ihrem Duden:

Shitstorm Duden

Das schöne Wort „Shitstorm“ hat endlich eine offizielle Dudendefinition bekommen. Damit ist es ein richtiges deutsches Wort und nicht mehr Internetslang. Im Duden stehen die guten, die anerkannten Wörter. Ich mag das Wort und ich finde es schön, dass der Duden wenigstens halbwegs am Puls der Zeit ist und registriert, dass Sprache sich verändert. 

Andere Worte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!), die mit der 26. Ausgabe des Dudens neu aufgenommen worden, stammen ebenfalls aus dem Bereich EDV (sagt das eigentlich jemand? IT? Besser, oder?): Social Media, App, Facebook, Digital Native, Gaming, QR-Code, Micropayment, E-Book-Reader, Netzsperre, Onlinerecherche, Flashmob und: Compi. Wegen Letzterem: Fragt mich nicht. Angeblich ist das ein Kosewort für Computer. Die restlichen Worte verwende ich im Alltag aber tatsächlich recht häufig. Na gut, Onlinerecherche würde ich wahrscheinlich nie formulieren. Insgesamt wurden wohl über 5.000 Worte neu aufgenommen.

„Swipen“ (also mit dem Finger über das Display eines Smartphones oder Tablets wischen, um zu navigieren, hat es allerdings nicht bis zur Aufnahme geschafft. Hier entschied man sich für das meiner Wahrnehmung nach ungebräuchliche Wort „Fingergeste„. Ich kenne keinen, der das sagt.

Die Möchtegern-Sprachschützer vom „Verein Deutsche Sprache“ sind naturgemäß schockiert.

Falls ihr euch fragt: Wie läuft das eigentlich mit den neuen Wörtern? Wer wählt die aus und was sind die Kriterien? Hier die Antwort: Wie kommt ein Wort in den Duden?

Glückwunsch an Dr_KSchroeder für viele neue Follower, dank Spiegel Online

Ach ja, der Shitstorm („Zwitschersturm“ sagt der Profi) gegen Kristina Schröder ist SpOn auch `nen Artikel wert. Offensichtlich wollte man zeigen, wie toll die ach-so-Internet-erfahrene Ministerin (kann Twitter bedienen) mit Kritik umgehen kann und wie kindisch die Bräuche dieser Internet- Kiddies sind. Dummerweise ist man dabei auf einen äußerst perfide getarnten Satire- Account reingefallen. Spiegel Online wusste nämlich zu berichten (unter „Die Aufklärung“, wuhu!), dass Frau Schröder seit Neuestem unter dem Nick @Dr_KSchroeder (Selbstvorstellung: Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und so Gedöns) weiter twittert. Da hat aber jemand sorgfältigst recherchiert. Hat hier jemand Qualitätsjournalismus gesagt?

Wurde immerhin schnell geändert, aber dank @Politik2_0 und @veloc1ty in alle Ewigkeit konserviert. Danke dafür. Hier also der Beweis, dass ich mir das nicht nur ausgedacht habe, weil es so lustig ist: