Schlagwort-Archive: Social Media

ti_leos Links der Woche (KW 20)

Welcome back! Letzte Woche zuviel des Guten, hm? Ich werde versuchen, mich dieses Mal stärker zu beschränken!

Die Büroklammer ist ein Objekt, über das man nur selten nachdenkt. Lohnt sich aber. Sie wurde 1899 designt und das gleich so perfekt, dass sie bis heute nicht verbessert wurde. Auch sonst ist die Geschichte der Büroklammer spannendes Lesefutter.

Into the body off another ist ein schockierender Text über die fragwürdige, in den USA nicht unübliche Praxis, Frauen, die während der Schwangerschaft Drogen konsumieren, ins Gefängnis zu stecken und ihnen ihre Kinder wegzunehmen.

Bienen geht es schlecht Kann die Wissenschaft Bienen verbessern oder brauchen wir bald Roboterbienen? Building Bees

Seit Jahrzehnten an vorderster Front im Kampf gegen die NSA? Bibliothekarinnen! Librarians Versus the NSA

Inside Instagram’s Long Guerrilla War on Porn—and the Users Who Keep Coming Back

Der zweite Teil der Silk Road-Story von letzter Woche ist raus. The Rise and Fall of Silk Road

Paris hatte zur Zeit von Marie Antoinette eine echte Modeindustrie, inklusive Modezeitschriften, die alle 10 Tage (!) erschienen.  Fashion to Die For: Did an Addiction to Fads Lead Marie Antoinette to the Guillotine?

Das hätte ich gern in voller Länge:

Ein Text über Portraits im Wandel der Zeit, mit vielen Beispielen: Portrait, with Data

25 THOUGHTS ON VIRTUAL REALITY FILMMAKING

Wie das Spiel No Man’s Sky versucht, ein ganzes Universum zu simulieren: World without end

Das jahrzehntelange Verbot von Forschung an und mit Cannabis führt dazu, dass es jetzt zwar endlich legalisiert wird, man aber immer noch viel zu wenig über Chancen und Risiken weiß. The Great Pot Experiment 

Sperma im Labor züchten? Check!

Ein ökomodernistisches Manifest.

Hahaha vs. Hehehe.

Was kommt nach Periscope, Meerkat und Co? Up Periscope: I See the Future of Video

Endlich! Jemand bastelt eine virtuelle Version von Borges Bibliothek von Babel. Jorge Luis Borges’ “Library of Babel” Is Now a Real Website. Borges Would Be Alarmed.

A Teenager’s View on Social Media Written by an actual teen

ti_leos Links zum Sonntag (KW 16)

Seit ich eine Rubrik für Links zum Sonntag im Blog gestartet habe, komme ich ausgerechnet Sonntag kaum noch zum Bloggen. So ist das Leben. Aber heute schaff ich’s. Auch wenn ich ziemlich platt bin, das muss sein. Hab auch ein paar wirklich lesenswerte Texte dieses Mal dabei.

ti_leos Links zum Sonntag (KW 13)

In HUMANITY NOT INCLUDED: DC’S CYBORG AND THE MECHANIZATION OF THE BLACK BODY erklärt Robert Jones, Jr., warum auch der DC Comics-Charakter Cyborg letztlich nur rassistische Stereotype reproduziert. Unbedingt auch die Kommentare lesen!

Unternehmen und der “Freie Markt” können die Welt nicht retten, selbst wenn sie wollten. The Free-Market Fantasy erklärt, warum (unter anderem).

Weil das FBI bei nahezu allen forensischen Haaruntersuchungen, die es vor 2000 vorgenommen hat, wissentlich gelogen hat, wurden viele Menschen zu Unrecht verurteilt, 32 sogar zum Tode. Das wurde jetzt offiziell zugegeben.

Too many books? geht der Frage nach, wie die schier unendliche Anzahl Bücher heutzutage sich auf unsere Lesegewohnheiten auswirkt, ist letztlich aber auch sowas wie eine kurze Geschichte des Buches überhaupt. Für Bibliophile (die wissen dann allerdings wahrscheinlich auch schon fast alle Fakten).

Der Vatikan erkennt endlich an, dass auch die progressiven, feministischen Nonnen der Leadership Conference of Women Religious (LCWR) in den USA ihrer Kirche dienen.

Science Fiction’s White Boys’ Club Strikes Back fasst die Geschehnisse rund um die Manipulation der Hugo Awards nochmal gut zusammen und ordnet sie in einen generellen Kampf von progressiven (linken) und konservativen (rechten) Autoren und Strömungen innerhalb der SciFi ein.

United Blood erklärt New York Hardcore mit all seinen Stärken und Schwächen. Nicht weniger als das.

The Star Wars George Lucas Doesn’t Want You To See berichtet von den Bemühungen einiger Fans, die originale Star Wars Version wiederherzustellen. Nicht nur für Fans.

Fake-Populismus ist auch scheiße und problematisch. Das zeigt der Rolling Stone anhand der aktuellen Wahlkampagne von Hillary Clinton. Nicht nur relevant für die dortigen Medien und die Politik und ihr Zusammenwirken.

Animals Man ist ein Superheld mit Problemen.

Wie aus einem vielversprechenden Herzchirurgen einer der bekanntesten TV-“Doktoren” der USA werden konnte, der fragwürdige Medizintipps gibt und Mittelchen vertickt, erzählt euch The making of Dr. Oz.

Strange continuity ist ein sehr unterhaltsamer und ziemlich erhellender Text darüber, wie wenig wir eigentlich über unsere Wahrnehmung wissen, wie sehr wir sie überschätzen und warum unsere Köpfe bei Cutscenes in Filmen nicht explodieren, wir Stroboskop-Licht aber eher nicht so gut abkönnen.

Alison Bechdel hat eine Coda für Fun Home gezeichnet.

Ohne Deutschland, genauer: Ramstein, liefe im US-amerikanischen Drohnenkrieg nicht viel.

Barbie hat einen eigenen Instagram-Account und da steckt viel Arbeit drin: Behind the Scenes of Barbie’s Insanely Popular, Painstakingly-Produced Instagram.

Außerdem: Mehr 90er als dieses Commercial von 1991 geht vermutlich nicht. Es ist irgendwie der Inbegriff der frühen 90er (besondern in den USA, aber letztlich hat das ja auch unsere Erinnerung geprägt:

True Fruits will keine Smoothies mehr verkaufen

Anders ist das kaum zu erklären. Zum Hintergrund: True Fruits schreibt auf die Flaschen seiner Smoothies gern mehr oder weniger witzige Sprüche. So auch bei seiner “Black Edition”.

“Hast du schon mal einer hässlichen Freundin, die aber total lieb ist ein Date besorgt? So fühlen wir uns gerade mit dem white, unserem wohl leckersten Smoothie, der aufgrund seiner blassen und unfruchtigen Optik leider viel zu selten in den Genuss eines knisternden Rendezvous mit Dir kommt. Was blieb uns also anderes übrig, als das Licht auszuknipsen, damit Du dich einzig und alleine auf seine inneren Werte konzentrieren kann.#schluckimdunkeln”

Hmm. Ist das lustig? Nö. Das ist eigentlich ziemlich blöd. Entsprechend gab es auch Kritik. Soweit ist das (traurigerweise) noch kaum ein Skandal. Passiert ständig. Wichtig ist, grad in sozialen Medien, wie mit der Kritik umgegangen wird. Und genau da hat True Fruits es total verkackt.

True Fruits Smoothies Sexismus Lookismus #ichkaufdasnicht

Statt die Kritik ernstzunehmen, macht man sich lieber drüber lustig und stellt klar: Wir finden das lustig. Wir sind nicht bereit, auf Kritik einzugehen. Wenn ihr unseren Humor Lookismus und Sexismus nicht lustig findet, trinkt doch unseren Smoothie nicht. Ein Gefallen, den ich True Fruits nur zu gerne tue.

Schluckteurenscheissdochalleine True-Fruits

Das Bild stammt von Indyvegan.org (CC BY-NC-ND 4.0). Die Edition “Lookistischekacke.” kommt von Justveganthings.

Als jemand, der auch beruflich mit Social Media zu tun hat, finde ich das Verhalten von True Fruits nur schwer erklärlich. Statt sich einfach der Kritik zu stellen und damit einem Shitstorm und darauf folgenden Boykotten zu entgehen und weiterhin ein ziemlich okayes Image zu behalten, reagierte man lieber mit Kundenbeschimpfung.

Dabei behauptet man von sich sogar:

“Und deshalb sind wir auch zur Stelle und hören zu, wenn ihr Fragen habt, süchtig nach unseren Smoothies seid oder einfach ein Schwätzchen mit uns halten wollt. Einfach durchklingeln bei unserer kostenlosen true fruits Suchtberatung: 00800 55 88 55 22″

Erreicht hat man durch so eine Reaktion lediglich, die Marke True Fruits zu beschädigen. Ich mein, Smoothies! Die sind doch eher was für problembewusste Menschen (umweltbewusst, gesundheitsbewusst, qualitätsbewusst, usw). Sich da beim so wichtigen Thema Diskriminierung ahnungslos und ohne Gespür für die Zielgruppe zu zeigen, wird sich rächen. Schließlich gibt es sympathischere Alternativen.

Mehr dazu bei Indyvegan.

Community Camp Berlin #ccb13

Community Camp Berlin 2013 #ccb13
An diesem Wochenende ist wieder CommunityCampBerlin, eine “(Un)Konferenz für Community und Social Media Manager”. Fängt heute abend mit einer Lesung an, Samstag und Sonntag wird dann wie wild voneinander gelernt und abends gefeiert. Von den Sessions hab ich letztes Jahr nur wenige mitbekommen. Die waren ok. Insgesamt habe ich viele nette Menschen kennen gelernt und gut gefeiert, werde also wohl auch in diesem Jahr mal vorbei schauen. Vielleicht sieht man sich ja mal.

Hashtag ist #ccb13, anmelden könnt ihr euch hier. Keine Panik, falls grad alles voll sein sollte, es werden erfahrungsgemäß viele Plätze wieder frei. Wer mag kann sich mit Uber zur #CCB13 kutschieren lassen. Dank einer Koop gibt’s dabei 50% Rabatt. Für die Poser-CMs unter uns. ;)

Facebook- Embedded Posts für Alle!

Ich kombinier das hier mal mit linker Propaganda und dem Facebook-Link zu ‘nem Tweet. Geht gut.

(via)
Hintergrundinfos

Neue Worte nutzt das Land! Deal with it!

Jetzt auch in ihrem Duden:

Shitstorm Duden

Das schöne Wort “Shitstorm” hat endlich eine offizielle Dudendefinition bekommen. Damit ist es ein richtiges deutsches Wort und nicht mehr Internetslang. Im Duden stehen die guten, die anerkannten Wörter. Ich mag das Wort und ich finde es schön, dass der Duden wenigstens halbwegs am Puls der Zeit ist und registriert, dass Sprache sich verändert. 

Andere Worte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!), die mit der 26. Ausgabe des Dudens neu aufgenommen worden, stammen ebenfalls aus dem Bereich EDV (sagt das eigentlich jemand? IT? Besser, oder?): Social Media, App, Facebook, Digital Native, Gaming, QR-Code, Micropayment, E-Book-Reader, Netzsperre, Onlinerecherche, Flashmob und: Compi. Wegen Letzterem: Fragt mich nicht. Angeblich ist das ein Kosewort für Computer. Die restlichen Worte verwende ich im Alltag aber tatsächlich recht häufig. Na gut, Onlinerecherche würde ich wahrscheinlich nie formulieren. Insgesamt wurden wohl über 5.000 Worte neu aufgenommen.

“Swipen” (also mit dem Finger über das Display eines Smartphones oder Tablets wischen, um zu navigieren, hat es allerdings nicht bis zur Aufnahme geschafft. Hier entschied man sich für das meiner Wahrnehmung nach ungebräuchliche Wort “Fingergeste“. Ich kenne keinen, der das sagt.

Die Möchtegern-Sprachschützer vom “Verein Deutsche Sprache” sind naturgemäß schockiert.

Falls ihr euch fragt: Wie läuft das eigentlich mit den neuen Wörtern? Wer wählt die aus und was sind die Kriterien? Hier die Antwort: Wie kommt ein Wort in den Duden?

Ich bin eine Marketingmaschine

Ich bin eine Marketingmaschine. Das kam mir nach dem Lesen der Kommentare zu diesem Artikel mit dem Titel Ich kritisiere nicht, dass Blogger professionell werden, ich kritisiere wie das passiert in den Sinn. Dort schrieb jemand, die schlimmste Bestrafung, die ein Blogger, der etwas bespricht, vornehmen kann, ist die Nichtbeachtung. Ein sehr interessanter Punkt. Ich stimme ihm zu. Das hat Auswirkungen.

Ich bespreche hier im Blog fast ausschließlich Dinge, die ich interessant finde. Meistens sind es Dinge, die ich mag. Ich bin also eine sichere Bank für Unternehmen. Im schlimmsten Fall bespreche ich ein Rezensionsexemplar nicht. Dann sendet man mir keines mehr zu. Negative Publicity ist nicht zu erwarten.

Im besten Fall schmeichelt man mir und das beeinflusst meine Meinung. Wahrscheinlich merke ich es nicht einmal. Meine Besprechung wird glaubwürdig und positiv ausfallen. Alles, was ich davon habe ist ein Rezensionsexemplar, für das Unternehmen ist mein Review viel wert. Sie verkaufen, sie gewinnen Glaubwürdigkeit, sie könnten Fans schaffen.

Ein Ungleichgewicht. Eigentlich müsste ich, um es zu lösen, mehr bloggen, auch negative Reviews verfassen. Oder ich müsste mich wenigstens teurer verkaufen und damit akzeptieren, dass ich nicht unabhängig bin, es nie wirklich war. Was, wenn ich das nicht will? Wie löst ihr das?

Update: Rad-ab.com hat auch was zum Thema geschrieben. Er versucht das Problem zu lösen, indem er kein “Mono-Branded-Content Autor” werden will, also sich nicht an ein Unternehmen binden lassen will. Das löst meiner Meinung nach in seinem Sektor das Problem. Mir, der ich sowieso über Produkte verschiedenster Verlage/Vertreiber schreibe, hilft es leider nicht weiter.