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Polizeigewalt gegen Journalisten: Das Pfefferspray sitzt sehr locker!

Polizei Gewalt Pfefferspray gegen Journalist

Deutschland 2015. Das Pfefferspray sitzt locker bei den Freunden und Helfern von der Polizei. Es wird  lässig aus der Hüfte gegen Journalisten abgefeuert, die Polizeieinsätze dokumentieren (wollen). In dem Fall laut Videobeschreibung, wie so oft, am Rande einer Demo gegen einen Neonazi-Aufmarsch am 12.12.2015.

Angesichts der Nachricht von heute, dass 2015 über 3.500 rechtsmotivierte Delikte festgestellt wurden (taz), mehr als bezeichnend. Der Feind steht offenbar immer noch vor allem links und die freie Presse gehört für manche Polizisten mittlerweile wohl dazu.

Das Video stammt von Johannes Grunert. Ich embedde es hier mal nicht direkt. Keine Ahnung, was mit „Dieses Video ist urheberrechtlich geschützt. Anfragen an johannes.grunert ät mailbox.org“ genau gemeint ist, aber es klingt doof und bei Journalisten weiß man auch nie so recht, also gibt’s bloß einen schnöden Link zur Quelle.

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Russlands Trollfarm: Die Internet Research Agency

Mir als Diskordier sagen Trollfarmen, die Zwietracht und Verwirrung säen ja zu, aber es ist auch in meinem Interesse, Counter-Trolling zu betreiben, wenn Staaten gezielt trollen.

Der Journalist Adrien Chen ist nach Russland gereist und hat sich im Umfeld der Internet Research Agency umgehört, Russlands notorischer Trollfarm. Herausgekommen ist ein Artikel, der schlimmste Vorurteile bestätigt und deswegen schwer zu glauben ist.

Dass Russland professionelle Trolle beschäftigt, ist nicht unbedingt neu. Aber dass der Infowar soweit geht, dass in den USA Ausstellungen und Chemieunfälle inszeniert werden, war mir zumindest bisher unbekannt.

The Agency macht deutlich, in welchem Ausmaß und mit wie wenig Personal Propaganda mit Hilfe des Internets möglich ist und deutet an, auf wie vielfältige Weise sich das auswirkt.

Es gibt wenig Grund zur Annahme, andere Staaten würden das Internet anders verstehen und sich anders verhalten. Scary? Na und ob!

Nach Überwachung kommt Kontrolle. China bewertet zukünftig seine Bürger nach dem Grad ihres Wohlverhaltens.

Gemäß dem Motto »Wenn das Volk eine andere Meinung als der Staat hat, dann suche sich der Staat ein neues Volk.« (Bertold Brecht) vergibt China wohl zukünftig nach bestimmten Kriterien Punkte an seiner Bürger. Wahrscheinlich, damit man im Ernstfall schon weiß, welche Bürger gut sind und welche falsch.

Schlecht sind zum Beispiel Schulden oder Gefängnisstrafen, aber auch die falschen politischen Ansichten oder Freunde, unbedachte Äußerungen oder das Lesen eines „falschen“ Buches können einen Bürger Punkte kosten.

Früher wäre eine solch umfassende Überwachung zumindest technisch undenkbar gewesen, aber dank Big Data und grundsätzlicher Sympathien chinesischer Internetunternehmen erscheint es machbar und es wird ernsthaft daran gearbeitet.

Das sogenannte Social Credit System soll ab 2020 zum Einsatz kommen und öffentlich sein. Wohl die konsequenteste Fortsetzung der allgegenwärtigen Überwachung von Bürgern durch ihren Staat. Nach Überwachung kommt Kontrolle. Der gemeine Bürger wird zum Staatsdiener. Das wird sicher nicht nur China gefallen. Schließlich weiß „big brother“ doch eh, was am Besten für alle ist.