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2013 in Comics – Der Jahresrückblick

2013 in Comics Jahresrückblick
Am Wochenende habe ich mich im Groben Unfug mit ein paar anderen Comicsnerds getroffen und wir haben ordentlich rumgenerdet. Dabei fiel mir ein, dass ich letztes Jahr einen Rückblick Comics 2012 im Blog hatte. Könnte ich für 2013 auch machen, hab ich mir gedacht. Gesagt, getan. Es folgt ein zutiefst subjektiver Rückblick auf das Comicjahr 2013. Dieses Mal bin ich sogar richtig früh dran.

Ich fang am besten mit meinem Ausblick auf 2013 von damals an:

2013 wird super. Hoffentlich wird “Trillium”, der neue Comic von Jeff Lemire ganz großartig. “Die letzte Liebesgeschichte”, die Zeiten überwindet und letzlich in den Untergang führt, klingt jedenfalls spannend. Vielleicht erlebt Vertigo Comics seine Renaissance. Falls nicht, ist es auch nicht schlimm, solange die anderen Verlage ihr Niveau mindestens halten. Von DC und Marvel wünsche ich mir, dass sie weiterhin guten Mainstream und die eine oder andere wirklich sehr gute Reihe liefern. Die Einstellerei nervt zwar ein bisschen, aber solange die neuen Reihen, die die eingestellten ersetzen, von besserer Qualität sind, beklage ich mich nicht.

Da lag ich gar nicht so falsch, aber ein bisschen hat sich meine Ansicht mittlerweile geändert. Trillium gefällt mir bisher ganz gut, aber es ist nicht wirklich herausragend gut. Überhaupt fällt es mir schwer, 2013 rückblickend als „super“ anzusehen. Das liegt, glaube ich, nicht daran, dass die Qualität von Comics nachgelassen hat, im Gegenteil: Ich mutmaße, ich bin übersättigt mit sehr guten Comics und tue mich aus diesem Grund schwer damit, wirklich Highlights hervor zu heben. Für eine Übersättigung spricht auch, dass ich 2013 gefühlt deutlich weniger Comics gelesen habe als noch im Jahr davor.

Was mein Kaufverhalten angeht, hat sich nicht viel verändert. Ich kaufe weniger Reihen von DC und ein paar mehr von anderen Verlagen. Image bekommt wohl am meisten Geld von mir. Dröseln wir das mal nach Verlagen auf!

Erfreulich ist, dass Vertigo 2013 wirklich eine Art Wiedergeburt erlebt hat. Sie haben ein paar sehr coole (Mini-)Reihen gestartet und lassen mit Fables eine Reihe auslaufen, die mich zunehmend weniger zu überraschen vermochte. Außerdem: Sandman: Overture und Astro City! Nicht zu vergessen: The Unwritten, ein Comic, der immer noch herausragend kreativ und frisch daher kommt. Moderne Klassiker plus vielversprechende Neustarts – und 2014 kehrt mit American Vampire von Zack Snyder und Rafael Albuquerque ein weiterer Erfolgsgarant zurück. Ich hoffe, Vertigo hat die Kurve nochmal gekriegt und ist auf einem guten Weg.

Vertigo-Comics, die mir 2013 gefielen:

Hinterkind von Ian Edgington und Francesco Trifogli,
FBP von Simon Oliver und Robbi Rodriguez,
Trillium von Jeff Lemire,
The Wake von Scott Snyder und Sean Murphy,
Sandman: Overture von Neil Gaiman und JH Williams III,
Astro City von Kurt Busiek und Brent Anderson,
The Unwritten Mike Carey und Peter Gross

Image Comics hat 2013 einfach da weiter gemacht, wo sie 2012 aufgehört haben: Monat für Monat interessante Comics aus verschiedensten Genres zu publizieren. Vieeeeel zu viele, um sie alle zu lesen.

Ein paar Comics von Image, die mir besonders positiv aufgefallen sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Bedlam von Nick Spencer und Riley Rossmo,
Five Ghosts von Frank J. Barbiere Chris Mooneyham,
Pretty Deadly von Kelly Sue DeConnick und Emma Ríos,
Rocket Girl von Brandon Montclare und Amy Reeder,
Lazarus von Greg Rucka und Michael Lark,
Mara von Brian Wood und Ming Doyle,
East West von Jonathan Hickman und Nick Dragotta,
Ghosted von Joshua Williamson & Goran Sudzuka,
Sex von Joe Casey und Piotr Kowalski,
Dia De Los Muertos von Riley Rossmo,
Three von Kieron Gillen und Jordie Bellaire,
Sidekick von J. Michael Straczynski und Tom Mandrake,
Ten Grand von J. Michael Straczynski und Ben Templesmith,
Change von Ales Kot und Morgan Jeske (Ales Kot ist für mich der Durchstarter 2013, nach DeConnick in 2012).

Sie hätten eigentlich alle ein eigenes Review verdient und sie würden alle positiv ausfallen (Falls ich irgendwas unbedingt besprechen soll, einfach in den Kommentaren fragen). Matt Fraction hat 2013 mit Sex Criminals und Satellite Sam gleich zwei spannende Reihen bei Image gestartet. Saga und Fatale sind stark wie schon 2012. Image hat 2013 mal wieder gerockt.

BOOM! Studios hat 2013 nicht viel gemacht, das ich lese, aber das was ich gelesen habe, war qualitativ hochwertig. Leider läuft das meiste davon aus oder ist gar schon vorbei (Hypernaturals). Es wird sich zeigen, ob mich BOOM auch 2014 wieder fesseln kann.

Comics, die ich 2013 bei BOOM! Studios herausragend gut fand:

Polarity von Max Bemis und Jorge Coelho,
The Hypernaturals von Dan Abnett & Andy Lanning und Andres Guinaldo, Brad Walker, Mark Irwin,
Robocop von Frank Miller, Steven Grant und Declan Shalvey, Korkut Öztekin,
Suicide Risk von Mike Carey und Elena Casagrande

Kommen wir zu Dark Horse Comics. Die haben einerseits mehr vom selben gemacht: Mehr Star Wars, mehr Dark Horse Presents und mehr Mind MGMT von Matt Kindt. Letzteres ist immer noch ein Geheimtipp und moderner Klassiker. Darüber hinaus glänzte Dark Horse 2013 durch viele schöne Mini-Serien und mit Captain Midnight und Black Beetle haben sie Noir- und Pulp-Fans guten neuen Stoff geliefert.

Erwähnenswerte Dark Horse Comics:

Ghost von Kelly Sue DeConnick und Ryan Sook,
Catalyst Comix von Joe Casey und Ulises Farinas, Paul Maybury, Dan McDaid,
The true lifes of the fabulous Killjoys von Gerard Way, Shaun Simon und Becky Cloonan
Star Wars von Brian Wood und Carlos D’Anda,
Mind MGMT von Matt Kindt,
Dark Horse presents
Conan the Barbarian von Brian Wood,
The Massive von Brian Wood,
Shaolin Cowboy von Geof Darrow

Weiter geht es mit ONI Press. Die glänzen in der Regel auch eher durch Qualität als Quantität. Wenn ich mich nicht verrechne, habe ich 2013 genau drei ONI-Serien gelesen:

Helheim von Cullen Bunn und Joëlle Jones,
Letter 44 von Alberto Alburquerque, Charles Soule und Guy Major,
The Mysterious Strangers von Chris Roberson und Scott Kowalchuk

ONI hatte schon mal ein stärkeres Line-Up. 2014 darf es gern etwas mehr sein, wennn es nach mir geht.

IDW Publishing hat Akte X (X-Files – Season 10) in Comicform würdig fortgesetzt. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Bronies greifen beherzt zu My Little Pony. @TiberiusTarante schwört auf „seine“ Teenage Mutant Hero Turtles. Andere stehen auf die Transformers oder Doctor Who – IDW hat auf den ersten Blick nicht viel zu bieten. Trotzdem findet offenbar jeder mindestens eine Reihe, die ihn begeistern kann.

Von Dynamite Entertainment las ich 2013 vor allem Pulp und das war eine gute Entscheidung! The Black Bat oder The Owl waren gutes Lesefutter, eben so wie Gail Simones Red Sonja (ich las allerdings nur Heft 1). Mein Highlight von Dynamite war allerdings wohl Uncanny.

Zum Schluss ein Blick auf die Big 2. Zuerst DC Comics:

Forever evil: Nicht bis zum Ende gelesen, langweilte eher.
Trinity of sin: Meh.
JLA erschließt sich mir immer noch nicht wirklich.
Katana gefiel mir 2013 ziemlich gut.
Green Lantern nach Johns Weggang langweilte eher.
Der Villain Month? Gähn.
Constantine – ausgestiegen.
Justice League Dark – hat nachgelassen.
Dial H – eingestellt.
Demon Knights – eingestellt.
Earth 2 – ausgestiegen.
Worlds Finest – ausgestiegen.
He-Man & The Masters of the Universe – völlig unmöglich zu durchschauen, in welcher Reihenfolge man das lesen soll, sonst aber immer wieder ganz geil.
I, Vampire mit Issue 19 eingestellt.
JSA Liberty Files: The Whistling Skull war eine unterhaltsame Mini-Serie von B. Clay Moore und Tony Harris.
The Movement und The Green Team – naja.
Smallville Season 11 – ausgestiegen.
Swamp Thing & Animal Man – liegen auf Halde, sammle ich noch, lese ich aber aktuell nicht. Genauso All-Star Western.
Bei Batwoman steige ich wahrscheinlich aus, sobald das kreative Team wechselt.
Bei Wonder Woman hat sich nicht viel getan, was ich zunehmend schade finde. Da wär ein neues Kreativ-Team vielleicht nicht verkehrt.
Green Arrow ist dank Lemire ziemlich cool. Mal sehen, wie lang es hält.

Insgesamt kein sonderlich gutes Jahr für DC Comics.

Und Marvel Comics? Ich lese:
FF
Fantastic Four
Captain Marvel
Fearless Defenders
X-Men.

Fearless Defenders wurde nach 12 Heften gecancelled. FF und Fantastic Four werden im Januar beendet, was ich schade finde, da beide Serien wirklich äußerst unterhaltsam waren und hübsch aussahen (vor allem natürlich FF, gezeichnet von Mark Allred!). Zumindest im Fall von Fantastic Four wird es 2014 ziemlich sicher eine Neuauflage geben. Fraglich, ob ich dann noch an Bord bin. Vielleicht steige ich 2014 bei All New X-Factor und Miracleman ein. Captain Marvel bleibe ich sicher auch beim Relaunch im März 2014 erhalten. Solange DeConnick schreibt, bin ich zufrieden.

Und sonst so?

Es gab leider auch 2013 Skandale rund um sexuelle Belästigung, Misogynie und Homophobie in der Comicszene. Einer betraf Tess Fowler, die von Brian Wood belästigt wurde. (Randbemerkung: Auch der „Fake Geek Girl“-Quatsch blieb uns 2013 nicht erspart.) Wonder Woman kriegt immer noch keinen eigenen Film und für Batwoman hat DC die Hochzeit mit ihrer Partnerin Maggie Sawyer direkt ausgeschlossen, woraufhin das kreative Team (J.H. Williams III und W. Haden Blackman) kündigte. Der Traditionsverlag Fantagraphics bleibt uns weiter erhalten, Mitherausgeber Kim Thompson leider nicht.

Meine persönliche Neuentdeckung 2013: Comics von Seth. Dank dafür gebührt @quitzi und @nulipan.
Last but not least: schreiber&leser hat 2013 begonnen, Strangers in Paradise von Terry Moore als hübsche Paperbacks in Deutsch zu veröffentlichen. Schön.

2013 war ein Jahr, das mich insgesamt auf hohem Niveau etwas enttäuscht hat. But maybe that’s just me. Falls ihr streiten wollt, hier noch eine (kontroverse?) Best-of-Liste: The Seventeen Best Of The Best Of The Comics For 2013 List

Vertigo Comics Astro City #1 Review – Open the door

Wer hier seit längerer Zeit mitliest, weiß, dass mich mit Vertigo Comics ein kompliziertes Verhältnis verbindet. Vertigo Comics (Sandman, Lucifer, Sweet Tooth etc.) waren mein Wiedereinstieg als Erwachsener in die Comicwelt. In den letzten Jahren hat Vertigo leider zusehends abgebaut. Gute Serien liefen aus, es kamen keine ähnlich guten Serien nach. Andere Verlage wie Image oder Boom haben Vertigo beständig den Rang abgelaufen und das, was ich früher von Vertigo bekam, eine besondere Art Comics, die erwachsener daher kamen als die der großen Zwei DC und Marvel, bekomme ich heute viel eher dort und in viel größerer Menge.

Astro City #1 Vertigo Cover by Alex Ross Source: http://majorspoilers.com/2013/06/05/review-astro-city-1/

Umso erfreuter war ich, als angekündigt wurde, dass Vertigo Astro City als fortlaufende Serie starten würde. Astro City habe ich selbst nie gelesen, aber ich habe viel über Astro City gelesen und das war eigentlich durchgehend äußerst positiv. Erschienen ist es jahrelang beim Wildstorm-Imprint. Insgesamt wohl 59 Hefte. Als Wildstorm eingestellt wurde und der Autor Kurt Busiek schwer erkrankte, lag Astro City auf Eis. Nun hat man die Serie ein neues Zuhause. Der Bruch ist allerdings auch in der Serie deutlich spürbar. Die Handlung spielt 30 Jahre nach den anderen Heften und die Charaktere sind entsprechend gealtert. Aus Helden wurden gealterte Helden, aus Kindern erwachsene, selbstständige Menschen.

Zum Heft selbst will ich wie so oft gar nicht viel sagen. Ich glaube, man sollte es sich einfach holen und anlesen. Bei mir war es Liebe auf der ersten Seite. Der Ton. Die Zeichnungen von Brent Anderson (dem Originalzeichner von Astro City!), der mir hier übrigens besser gefällt als bei Phantom Stranger (DC), wo er ebenfalls als Zeichner fungiert – das ist eigenständig und gleichzeitig sehr cool. Das Heft ist klar ein Einleitungsheft, um Neulesern alles Nötige zu erklären. Das macht Kurt Busiek im Nachwort nochmal deutlich. Astro City #1 ist eigentlich Astro City #60. Schön ist, wie hier die Fourth Wall aufgebrochen wird und der Erzähler (der Broken Man, ein neuer Charakter) einem das auch direkt sagt. Muss man lesen, um es wirklich würdigen zu können. Mir macht es viel Spaß. Wann sonst verbietet einem ein Heft, die letzte Seite zu lesen? Eben! Als Neuleser fühle ich mich naturgemäß nicht umfassend auf dem Laufenden, aber ich bin ausreichend angefixt, um mich für das Geschehen in Astro City, einer Metropole, in der es vor Superhelden offenbar nur so wimmelt, zu interessieren. Der Mix macht es. Wir entdecken Astro City teils durch die Augen von Superhelden, teilweise aber auch durch die von ganz normalen Bürgern. Die kommen in anderen Serien meist viel zu kurz. Astro City #1 taugt also als Einstiegspunkt für Neuleser, alte Fans sollten sowieso mehr als zufrieden sein.

Astro City könnte mein neuer Lieblingscomic von Vertigo werden, auch wenn das zugegebenermaßen bisher eine gewagte These ist. (Andererseits – welcher Vertigo-Comic sollte ihm denn Konkurrenz machen?) Aber ich will einfach, dass Vertigo mal wieder Herausragendes veröffentlicht und ich habe zumindest das Gefühl, Astro City könnte genau das sein. Laut Busiek ist das Material für das erste Jahr nahezu komplett geschrieben. Ich hoffe auf einen noch viel längeren Run.

You are now leaving Astro City. Please drive carefully.

2012 in Comics

2012cover

Es folgt mein persönlicher Rückblick auf das Jahr 2012. Auf die Idee hat mich Carlito von Yay, Comics! gebracht. Carlito hat sich die Mühe gemacht, sowohl Produzenten als auch Händler und Fans von Comics um ihren persönlichen Jahresrückblick zu bitten. Ich wurde auch interviewt (im „Archiv“ des Steglitzer Comicstammtisches, also known as: @TiberiusTarantes Arbeitszimmer), hab aber gar nicht viel zu sagen gehabt. Daher hier jetzt ein etwas ausführlicheres Resümee.

1. Vertigo Comics baut ab

Vertigo Comics hat der Neustart der DC 52 nicht gut getan. Indem DC ein paar Charaktere zurück holte, die zu den erfolgreichsten Vertigos zählten („Swamp Thing“, „Animal Man“, „Hellblazer“) ging viel Potential verloren, das erst wieder erarbeitet werden will. Der Weggang von Karen Berger, quasi DER Frau hinter Vertigo, macht dieses Unterfangen bestimmt nicht leichter. Es ist Vertigo 2012 nicht gelungen, neue Impulse zu setzen. Ich lese fast nur schon länger laufende Reihen („Fables“, „Unwritten“, „Sweet Tooth“). Ausnahmen: „Punk Rock Jesus“, eine sechsbändige Mini-Serie von Sean Murphy und „Saucer Country“. Beide Serien sind ziemlich gut, aber keine gehört zu meinen Jahres-Highlights. Zumal keine dieser Serien mich durch 2013 begleiten wird. „Sweet Tooth“ ist beendet, „Saucer Country“ ist beendet. „Punk Rock Jesus“ ist beendet. Harte Zeiten für Vertigo. Ich hoffe, der Verlag bleibt uns trotz Schwächephase erhalten. Sicher ist das momentan nicht.

2. Don’t panic!

2012 war trotzdem kein schlechtes Jahr für Comicfans. Was Vertigo nicht lieferte, teilten sich Image Comics und Boom! Studios auf. Beide Verlage haben 2012 eine Unmenge guter bis sehr guter (Mini-)Serien auf den Markt geworfen, hoffentlich auch entsprechend erfolgreich. Besonders hervorzuheben ist hierbei „Saga“ von Vaughan und Staples, für viele Menschen, mich eingeschlossen, eines der Highlights des Jahres 2012. Weitere persönliche Highlights: „The Hypernaturals“ (Boom), „Higher Earth“ (Boom), „Happy“ (Image). Es erscheinen nicht weniger gute Comics, es wird nur von anderen Verlagen geliefert. Hefte wie „Mara“ oder „The Massive“ (beide von Brian Wood) oder „Ghost“ von Kelly Sue DeConnick wären vor ein paar Jahren perfekt im Portfolio von Vertigo Comics gewesen. Jetzt kommen sie eben von Image und Boom und Dark Horse.

Apropos Dark Horse: Auch Dark Horse hatte 2012 viel Interessantes zu bieten: „Alabaster: Wolves“, „Mind MGMT“, „The Creep“, „47 Ronin“, „The Massive“ und „Ghost“ kann man bedenkenlos jedem Comicfan ans Herz legen.  Ein paar davon habe ich euch hier im Blog ja bereits vorgestellt.

Lobend erwähnen will ich unbedingt noch das leider eingestellte Format „Creator-owned Heroes“ von Image Comics. Ähnlich wie „Dark Horse presents“ eine Anthologie, in der über 2-3 Hefte verschiedene kurze Geschichten erzählt werden. Fand ich unterstützenswert, hatte ich im Abo. „Dark Horse presents“ lege ich euch ausdrücklich ans Herz. Kauft’s euch, bevor es auch noch eingestellt wird. Dark Horse startet viele seiner neuen Serien in Dark Horse presents und veröffentlicht die Stories später als Nullnummern. Wer also ganz vorn mit dabei sein will, kann sich einen guten Überblick über die nähere Zukunft von Dark Horse machen.

Oni Press hat endlich den zweiten Storyarc von Greg Ruckas „Stumptown“ veröffentlicht. Hat mich nicht total vom Hocker gerissen, ist aber immer noch hochwertig. Dex, die Privatdedektivin, ist einfach ein spannender Charakter.

Auch IDW Publishing hat Gutes zu bieten, gelesen habe ich allerdings nur wenig davon. Ist mir etwas zu nischig, aber wahrscheinlich gar nicht schlecht, vor allem für Serienfans (Doctor Who, Star Trek). Toll: Die „Womanthology Space“, eine Geschichtensammlung, finanziert via Crowdfunding und produziert ausschließlich von Frauen. Wie verschieden Frauen Science Fiction schreiben (und zeichnen) ist sehr interessant, auch wenn die Qualität der Stories etwas schwankt. Die Einnahmen gehen an gemeinnützige Einrichtungen. Noch ein Grund, diesen Comic zu lesen und damit das Projekt zu unterstützen.

Besondere Erwähnung verdient sich Valiant Entertainment . Die sichern sich grad mit richtig guten Comics mit Wiedererkennungswert ihren kleinen Teil vom großen Comickuchen. „Bloodshot“, „Shadowman“, „Harbinger“, „Archer & Armstrong“ und „X-O Manowar“ machen vielleicht auf den ersten Blick nicht viel her, erzählen aber tolle, fesselnde Geschichten und wirken frisch und unverbraucht.

Terry Moore („Strangers in Paradise“, „Echo“), einer meiner Lieblingszeichner, arbeitet weiter an „Rachel Rising“, einer coolen, mysteriösen Geschichte um eine junge Frau, die eines Nachts im Wald aufwacht und nicht weiß, was geschehen ist. Dem Comic wünsche ich auch größere Aufmerksamkeit. Leider schreckt der schwarz-weiße Zeichenstil wahrscheinlich viele Leser ab. Die verpassen dann aber einen wirklich schönen Comic, der im Selbstverlag erscheint.

3. Die „Großen“ liefern

Der Neustart war für DC Comics anscheinend ein voller Erfolg. Die Comics sind in weiten Teilen gut und sie verkaufen sich – Mission accomplished. Ich lese „Animal Man“, „Swamp Thing“, „Frankenstein – Agent of S.H.A.D.E“, „I,Vampire“, „Demon Knights“, „Wonder Woman“ und „Batwoman“ immer wieder gern. „Frankenstein“ und „I,Vampire“ wurden leider unlängst gecancelt. Lese auch noch ein paar andere Reihen, aber die sind qualitativ nicht auf demselben Niveau, sollen daher hier nicht erwähnt werden.

Eher enttäuschend fand ich „Before Watchmen“. Einzelne gute Comics konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass die Reihe eher belanglos daher kommt. War insgesamt unnötige Geldmacherei.

Marvel hat es in der zweiten Jahreshälfte geschafft, dass ich erstmals was von ihnen lese. Die neue „Captain Marvel“, geschrieben von Kelly Sue DeConnick (meine persönliche Lieblingsautorin 2012) ist einfach supergut. Ich würde sagen ein „Must-Read“! „FF“, gezeichnet von Mike Alldred sieht ebenfalls sehr vielversprechend aus.

4. Ausblick:

2013 wird super. Hoffentlich wird „Trillium“, der neue Comic von Jeff Lemire ganz großartig. „Die letzte Liebesgeschichte“, die Zeiten überwindet und letzlich in den Untergang führt, klingt jedenfalls spannend. Vielleicht erlebt Vertigo Comics seine Renaissance. Falls nicht, ist es auch nicht schlimm, solange die anderen Verlage ihr Niveau mindestens halten. Von DC und Marvel wünsche ich mir, dass sie weiterhin guten Mainstream und die eine oder andere wirklich sehr gute Reihe liefern. Die Einstellerei nervt zwar ein bisschen, aber solange die neuen Reihen, die die eingestellten ersetzen, von besserer Qualität sind, beklage ich mich nicht.

Vertigo #1: Fairest

Fans von „Fables“ sind aufgrund eher schlechter Erfahrungen nicht sonderlich begeistert, wenn ein neues Spin-Off angekündigt wird. War „Jack Of Fables“ noch ziemlich unterhaltsam, so überzeugten „The Literals“ oder „Cinderella“ eher nicht. Sie trafen einfach nicht den richtigen Ton, hielten nicht das stets hohe Niveau der Hauptserie und am Schlimmsten: Sie waren überflüssig. Das Konzept, Märchenfiguren in die Jetztzeit und die moderne Welt zu versetzen, lässt sich schwerlich klonen, ohne dass der Reiz verloren geht. Aber Vertigo gibt nicht auf und so wurde mit „Fairest“ ein weiteres Spin-Off geboren, welches sich wohl den Geschichten der weiblichen Fables-Protagonisten widmet, auch wenn das zumindest in Heft #1 noch kein Thema ist.

Fairest #1 Cover

Geschrieben wird „Fairest“ von Bill Willingham, also dem regulären Fables-Autor. Für die Zeichnungen sind Phil Jimenez (Infinite Crisis, The Invisibles) und Andy Lanning (Inks) zuständig. Das Team ist schon einmal ein gutes.

Und es liefert superbe Arbeit ab. Die Zeichnungen sind, gerade zu Beginn des Heftes, unglaublich detailliert und verspielt. Die Geschichte um Ali Baba, einen Flaschengeist und einen Kuss der wahren Liebe fließt wunderbar. Willingham weiß einfach, wie man unterhält. Furchtlos mixt er Anspielungen auf Firefly (die 6. Staffel!) mit typischem Märchencontent und Anspielungen auf die Fables-Welt und es funktioniert. Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass man sich, kennt man „Fables“ nicht, ziemlich überfordert fühlen kann. Willingham wirft einen mitten in die Welt, erklären tut er nahezu nichts.

„Fairest“ zu bewerten ist eine schwierige Sache. Für Fans von „Fables“ würde ich einen Lesebefehl aussprechen, es sei denn, sie sind (wie ich) bereits etwas übersättigt. Ich lese „Fables“ eigentlich nur noch, weil ich keinen Grund finde, es nicht zu lesen. Es ist einfach gut, aber andere Settings (The Unwritten, Animal Man, Sweet Tooth) fesseln mich mehr. „Fables“ ist nach über 100 Heften nicht mehr neu. Ich brauche daher auch nicht wirklich ein weiteres Fables-Spin-Off, von mir aus könnte Willingham sich mal an etwas Neuem versuchen. Ich mochte „Pantheon“ damals sehr gern, für mich, neben „Watchmen“, noch immer einer der besten Superheldencomics überhaupt. Aber es nützt nichts: „Fairest“ bietet wunderbare Unterhaltung. Neueinsteiger sollten allerdings Probe lesen, um heraus zu finden, ob sie der spannenden Geschichte auch folgen können.

Vertigo #1: Dominique Laveau – Voodoo Child

Weiter geht’s mit den neuen Comics im Vertigo-Stall. Da ich gerate krank bin, habe ich wenigstens Gelegenheit, meinen Vorsatz, die neuen Vertigotitel zu besprechen, endlich mal in die Tat umzusetzen.

Dominique Laveau Voodoo Child #1

Durch die Nachricht, dass mein geliebtes „Sweet Tooth“ mit Heft Nummer 40 endet, brauche ich sowieso Nachschub. „Sweet Tooth“ wird, darauf legt Lemire Wert, nicht eingestellt. Naja, aus Lemires Sicht kann ich die Entscheidung verstehen. Ich habe nie gedacht, dass „Sweet Tooth“ sich gut genug verkaufen würde, um so weit zu kommen und Lemires andere Projekte sind wohl besser geeignet, etwas Geld zu verdienen. Außerdem mag die Geschichte aus Lemires Sicht auch auserzählt sein. Kein Grund zum Grollen, immerhin bietet Vertigo ein paar neue Serien, von denen ich „Saucer Country“ und „The Deadwardians“ bereits besprach.

Dieses Mal ist „Dominique Laveau Voodoo Child“ von Selwyn Seyfu Hinds und John Floyd an der Reihe. Hier fällt einem zuerst das nicht sehr gelungene Cover ins Auge. Dabei ist es vom Stil her eigentlich sehr hübsch. Aber erstens ähnelt die Person auf dem Cover nicht Dominique, der namensgebenden Hauptperson, was aber ziemlich deutlich die Absicht war und zweitens räkelt sich eine Schlange so über ihre Schulter, das der Betrachter zuerst meint, Dominique hätte einen Buckel. Schlägt man den Comic dann auf, wird man direkt von einer Splashpage begrüßt, die sich stilistisch sehr vom Cover unterscheidet und deutlich geiler daher kommt. Nix Besonderes, aber ein guter Beginn. Man bemerkt aber auch sofort, dass Hinds Storytelling eher textlastig ist, was sich im Lauf des Hefts durchaus als Nachteil heraus stellt. Es gibt viel zu lesen, leider ist nicht alles davon interessant. Hinds will unbedingt New Orleans-Flair aufbauen, aber was er über die Stadt zu sagen hat, liest sich wie Blablabla, es klingt nicht, als würde jemand reden, der die Stadt wirklich kennt. Die Geschichte wirkt oft konstruiert. Viele Dinge passieren gleichzeitig, entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, nur damit Dominique von einer Situation in die nächste gerät. Die Charaktere, auch Dominique, bleiben bisher ziemlich blass.

Kurz zur Story: Dominique entdeckt, in einer ziemlich stressigen Situation in den Straßen und auf den Friedhöfen von New Orleans, dass sie irgendwie Voodookräfte besitzt. Sie wird von obskuren Gesellschaften, die sich mitten in einem Kampf um die Macht in, ähem, schwarzmagischen Dingen befinden, gejagt und sieht sich zunehmend mit der Frage konfrontiert: Ist sie die Nachfolgerin von Marie Laveau, der größten Voodoopriesterin, die New Orleans je gesehen hat?

Der Zeichenstil von John Floyd setzt viel auf Linien und Striche. Vor allem die Gesichter wirken enorm kantig, mitunter sogar unfertig, wie erst einmal ins Grobe gezeichnet. Geht aber insgesamt klar, wie „Voodoo Child“ im Allgemeinen klar geht. Hinds hat noch Tempoprobleme, mal bremst sein Gerede die Handlung zu sehr aus, mal wird es etwas unübersichtlich. Die Geschichte ist Mittelmaß, könnte aber spannend werden. Schwer zu sagen, wohin „Dominique Laveau Voodoo Child“ sich entwickelt. Es spricht vieles dafür, dass es in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, aber wer weiß. Ich denke, ich werde mir das zweite Heft auf jeden Fall noch zu Gemüte führen. Wenn das allerdings nicht deutlich besser ist als Heft 1, kann die Reihe von mir aus schnell sterben. Als Ersatz für „Sweet Tooth“ wird „Voodoo Child“ niemals taugen, genauso wenig wie „The Deadwardians“, da lege ich mich bereits jetzt fest. Das Potential, wirklich gut zu werden, sehe ich bisher nur bei „Saucer Country“ von Paul Cornell und Ryan Kelly, aber es bleibt ja noch „Fairest“ zu lesen.

Vertigo #1: The New Deadwardians

Wie ihr wahrscheinlich wisst, bin ich großer Fan von DCs Sublabel „Vertigo Comics“. Dieses veröffentlicht zur Zeit ein paar neue Serien, auf die man in zahlreichen Previews schon einen Blick werfen konnte. Da wären: „The New Deadwardians“, „Voodo Child“, „Fairest“ und „Saucer Country“. Eigentlich freue mich mich immer über neuen Lesestoff aus dem Hause Vertigo, wer mir bei Twitter folgt, dürfte aber bereits wissen, dass mich die Neulinge auf den ersten Blick nicht recht begeistert haben. Bis auf Saucer Country machte mich da nichts an. Da mir nun aber vom Comichändler der Herzen ein Rezensionsexemplar von „The New Deadwardians“ übergeben wurde und ich „Saucer Country“ sowieso schon hatte, dachte ich mir, ich könnte genauso gut alle Neustarts von Vertigo besprechen. Den Anfang machen „The New Deadwardians“ von Dan Abnett und I.N.J. Culbard. „Saucer Country“ folgt als Nächstes.

The New Deadwardiasn

Das viktorianische (oder edwardianische?) England. Etwas ist hier gründlich schief gelaufen, zumindest aus Sicht des Lesers. Ganze Stadtgebiete Londons sind abgeriegelt, weil es in ihnen von Zombies nur so wimmelt. Es gibt eine Klassengesellschaft. Wer es sich leisten kann, holt sich „the cure“, die Behandlung. Fortan ist er gegen Zombiegift immun und lebt ewig (bzw. ist ewig untot), dafür dürstet es ihn nach Blut und die Eckzähne wachsen unnatürlich stark. Ihr seht schon: Hinter der „Heilung“ steckt nichts Anderes als Vampirismus. Kurz gesagt: Es wimmelt in London vor Toten. Und mittendrin ein paar normale Menschen, meist als Arbeiter und Diener eingesetzt.

In dieser Gesellschaft ist Mord, wie wir ihn verstehen, nahezu ausgestorben. Unsere Hauptfigur, George Suttle, ist der letzte Polizist, der überhaupt noch für Mord zuständig ist. Selbstverständlich kriegt er es mit einem Mord zu tun, der viele Fragen aufwirft.

Soweit das Setting. Reißt mich nicht vom Hocker, ist aber nicht schlecht. Zombies und Vampire gehen bei Vertigo eigentlich immer gut. Ich wäre sicher begeisterter, wenn mit iZombie nicht bereits eine Reihe bei Vertigo laufen würde, die sich einem Zombie widmet, von Vampiren im Mainstream ganz zu schweigen. So bleibt ein nettes Setting, in dem man mir aber eine herausragend gute Story bieten muss, um überdurchschnittlich zu sein.

Zumindest in Heft 1 (geplant sind 8 Hefte) ist das nicht der Fall. Dan Abnett führt uns langsam in die Geschichte ein, es wird eine Menge erklärt. Leider mangelt es „The New Deadwardians“ an einer sympathischen Identifikationsfigur, Suttle wirkt unterkühlt und professionell. Außerdem ist er untot, also nicht gerade eine Figur, mit der ein Leser mitfühlen kann. Allerdings wird angedeutet, dass eine Haushaltshilfe mit witzigem (deutschen?) Akzent zukünftig eine wichtigere Rolle spielen könnte. Mit ihr als Sidekick könnte „The New Deadwardians“ deutlich an emotionalem Gewicht, Witz und Spannung gewinnen. Bisher ist die Geschichte nur durchschnittlich, ich bin aber zumindest ein bisschen neugierig, wie sich „The Deadwardians“ entwickelt.

Der größte Abtörner sind die Zeichnungen von I.N.J. Culbard. Vertigo ist nicht gerade für visuell beeindruckende Comics bekannt, aber „The New Deadwardians“ ist diesbezüglich noch unterdurchschnittlich. Das Cover ist recht gelungen, die Zeichnungen im Inneren wirken aber steril und detailarm. Was umso schwerer wiegt, da Dan Abnetts Geschichte den Leser nicht mitfühlen lässt.

Fazit: Momentan überzeugt „The New Deadwardians“ nicht, aber Potential ist vorhanden. Das nächste Heft muss zeigen, wozu Abnett und Culbard fähig sind und wo die Reise hin geht, sonst sehe ich schwarz für die Zukunft dieser Reihe. 8 Hefte sind nicht viel, entweder man überzeugt schnell oder gar nicht.

Jeff Lemires Sweet Tooth – Ein bizarres Juwel

Sweet Tooth von Zeichner und Autor Jeff Lemire (Essex County, The Nobody) ist ein seltsamer kleiner Comic. Nachdem 2010 eine Menge Titel bei Vertigo Comics eingestellt wurden (unter Anderem Air, Greek Street), bangte ich ehrlich gesagt auch um Sweet Tooth. Zu wenig massentauglich erschien mir die Story um Gus und Jepperd. Aber ich irrte mich.

Jepperd ist ein verbitterter alternder Kämpfer, Gus ein unschuldiger Junge mit Geweih. Die Welt von Sweet Tooth ist postapokalyptisch. Eine ominöse Krankheit raffte die Mehrzahl der Menschen qualvoll dahin, sie kann jeden überall treffen. Kinder werden deformiert geboren. Schweinenasen, Geweihe, Grabehände – in der Welt von Sweet Tooth ist all das normal. Es ist eine düstere Welt, die Jeff Lemire zeichnet und beschreibt und so bleibt es nicht aus, dass Charaktere sich wandeln, verletzt werden, sterben. Die Beziehung zwischen Gus und Jepperd dient dabei als roter Faden. Wo das alles hinführen wird ist unklar, Lemire hat der Geschichte schon mehrmals eine neue, überraschende Wendung gegeben.

Alles in Allem also ein wirklich stranges Konzept. Aber es läuft nun schon seit zwei Jahren, scheint daher nicht nur mir zu gefallen. Das mag an den Zeichnungen liegen, denn die sind super. Man muss wohl Lemires irgendwie fahrig wirkenden Stil mögen, aber dann ist Sweet Tooth ein Fest für die Augen. Manche Panels sind so herausragend gut aufgebaut, dass man staunend davor sitzt. Ich interessiere mich in der Regel mehr für die Geschichten als für die Zeichnungen, aber Sweet Tooth lese ich explizit auch wegen ihnen. Lemires Figuren reden nicht viel, sie handeln.

Sweet Tooth ist experimentierfreudig (aber nie verkopft!). So ist Heft 12 fast wie ein Bilderbuch aufgebaut, nur am unteren Rand der Seite befinden sich zwei oder drei Zeilen Text. Heft 18 nutzt als Einziges bisher Querformat. Lemires Ideen sind immer wieder spannend und verfolgen einen Zweck. Einen guten Eindruck vermitteln bereits die Cover der Hefte, die ihr hier bewundern könnt.

Sweet Tooth ist eindeutig einer der spannendsten Titel im aktuellen Vertigo-Sortiment und ich hoffe, dass er noch sehr lange läuft. Mir fällt fast nichts Negatives ein. Einziger Kritikpunkt ist, dass die Hefte sich teils recht schnell lesen, aber der greift nur, wenn man nicht wieder einmal vor einer der Zeichnungen sitzt und merkt, dass es gar keine Worte braucht, um viel zu sagen. Eine Kunst, die Lemire wie kaum ein Anderer beherrscht.

Schaut euch dieses Preview zu Heft 1 an, wenn ihr Sweet Tooth noch nicht kennt! Auf Nerdcore gibts ebenfalls eine Besprechung mit ein paar Panels.

Vertigo Comics – Qualitäts-Comics seit 1993

Ich hatte versprochen, euch ein paar meiner Lieblings-Comicserien vorzustellen. Vorher will ich euch allerdings meinen Lieblings-Comicverlag vorstellen: Vertigo Comics.

Vertigo Comics ist ein Imprint von DC Comics. Gegründet wurde Vertigo Comics 1993, um Comics veröffentlichen zu können, deren Themen für DC zu kontrovers oder anspruchsvoll waren. DC reagierte hier auf den Erfolg von Serien aus den 80ern wie Watchmen, Saga of the Swamp Thing oder The Dark Knight Returns. Es gab offenbar eine Nachfrage nach erwachseneren Titeln und die sollte mit Vertigo Comics befriedigt werden.

Von Beginn an versuchte Vertigo Comics (unter Karen Berger) den besten Autoren der Comicwelt eine Möglichkeit zu bieten, ihre Geschichten zu erzählen. Diese fand Karen Berger vor Allem aus England. Namen wie Neil Gaiman, Grant Morrison oder Peter Milligan kennt heute wohl jeder Comicfan, aber Karen Berger war es, die ihnen eine Plattform bot, um sich auszutoben und somit den Grundstein für ihre heutige Bekanntheit zu legen.

Vertigo startete 1993 mit sieben Serien: Sandman, The Swamp Thing, Hellblazer, Animal Man, Doom Patrol, Black Orchid und Shade The Changing Man. Alle diese Titel trugen das Label „Suggested For Mature Readers“, also „Nur für Erwachsene“. Bis auf Hellblazer läuft keine dieser Serien mehr. Dank des Erfolges von Serien wie Hellblazer, Preacher und allen voran Neil Gaimans The Sandman konnte Vertigo sich schnell als wichtiger Comicverlag etablieren. Im Lauf der Zeit gewannen Vertigo Comics zahlreiche Eisner Awards, eine Art Oscar der Comicwelt.

Einige Titel von Vertigo Comics wurden erfolgreich verfilmt, unter Anderem Constantine (Hellblazer), V for Vendetta und A History Of Violence.

Bis auf wenige Ausnahmen sind Vertigo- Titel außerhalb der Kontinuitäten des DC-Universe angesiedelt. 2010 gab Vertigo Comics bekannt, dass zukünftig nur noch Titel veröffentlicht werden, an denen die Autoren alle Rechte haben. Im Zuge dessen wurden zahlreiche Charaktere aus dem DC- Universum an DC Comics zurück gegeben, darunter Charaktere aus Swamp Thing, The Sandman, Madame Xanadu, Black Orchid, The Books of Magic, House of Mystery, Sandman Mystery Theatre, The Haunted Tank, The Unknown Soldier und Shade, the Changing Man. Das war bereits früher mit Charakteren aus Animal Man, Doom Patrol und The Human Target gemacht worden.

Aktuelle Vertigo-Titel umfassen: Fables, The Unwritten, Sweet Tooth, American Vampire, iZombie, DMZ, House Of Mystery, Northlanders, Scalped und eben Hellblazer.

Ich lese davon seit etwa zweieinhalb Jahren regelmäßig Fables, The Unwritten und Sweet Tooth. Diese Serien werde ich euch in folgenden Posts genauer vorstellen.

Weiterführende Links:
Vertigo Comics bei Wikipedia.com
Die offizielle Homepage von Vertigo Comics