Schlagwort-Archive: Rassismus

Pulse was an LGBTQ club popular with Latino queer people & last night was Latin Saturdays. SAY SO!

Owen Jones, Julia Hartley-Brewer und Mark Longhurst diskutieren über das Massaker im Pulse in Orlando gestern, bei dem mehr als 50 Menschen ums Leben kamen. Owen Jones weist zurecht immer wieder darauf hin, dass der Täter sich gezielt gegen die LGBTQ-Community of Colour richtete.

Nach aktuellem Stand hat er absichtlich genau diesen Club und genau diesen Tag ausgewählt und fuhr fast 200 Kilometer dafür. Es war „Latinx Night“, also befanden sich besonders viele PoC im Club. Der Anschlag im Pulse war ein heterosexistisch und rassistisch motiviertes Hassverbrechen.

Verstörend, wie die anderen immer wieder versuchen, das zu derailen und zu ignorieren, bis Owen Jones nichts mehr übrig bleibt, als die Sendung zu verlassen. :( Leider sind sie damit nicht allein. Den Punkt ignorieren viel zu viele Medien, dabei ist er von zentraler Wichtigkeit. Macht euren Job, liefert den richtigen Kontext!

Update: Jetzt bei taz: TV-Diskussion um Orlando-Hintergründe – Verbrechen, Terror, Irrsinn?

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Mit Antipersonenminen und Selbstschussanlagen gegen Flüchtlinge – Wenn man unfreiwillig mit einem Arschloch einer Meinung ist

\_(ツ)_/¯

Einigkeit und Recht auf Meinung

„Nürnberg 2.0 kommt mit jedem Tag näher“ – Geschichtsvergessene Nazis

Ob er das wirklich durchdacht hat? ;) Nürnberg ist halt nicht nur die Machtergreifung der Nazis, sondern auch die Nürnberger Prozesse.

Nürnberg Prozess 2.0

 

#neindankesachsen: Das Problem in dem System, ja, ist das System, ja

Wer kam eigentlich auf die grandiose Idee, angesichts der aktuellen Stimmung, den offiziellen Twitter-Account des Bundeslandes Sachsen mit schnippischen völlig unangebracht patzigen Antworten auf legitime Kritik reagieren zu lassen? Oder anders gefragt: Ist Sachsen noch zu retten? M(

Kleines Update: Wie das „heute journal“ Stanislaw Tillich entlarvte.

Praktisch: Die Hoaxmap sammelt rechte Lügen

Hoaxmap

Es ist ja bekannt, dass Pegida, AfD und Co es mit der Wahrheit nicht so haben. Hoaxmap sammelt die rechten Lügen und ihre Richtigstellungen. Praktisch.

„Spätestens seit Mitte des vergangenen Jahres ist zu beobachten, dass zunehmend Gerüchte über Asylsuchende in die Welt gesetzt und viral verbreitet werden. Von gewilderten Schwänen und geschändeten Gräbern – hier werden sie gesammelt.

Hoaxmap erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – Ergänzungen gern an mail@hoaxmap.org oder @hoaxmap auf Twitter.“


(via)

Ganz Deutschland hasst Pegida. Mit Recht!

Ich habe einen Artikel gelesen, und er hat mich sehr gestört. Er erschien bei Zeit Online, heißt Ihr hasst uns doch alle und geschrieben hat ihn Jana Hensel.

In erster Linie stört mich, wie dort versucht wird, einen Nebenschauplatz in der Debatte um Rechtsradikalismus und -terrorismus in Ostdeutschland aufzumachen. Durch Pegida, AfD und Co hätte sich in Deutschland nach „Deutschenfeindlichkeit“ (gern benutzt, quasi salonfähig gemacht von Kristina Schröder) nun „Ostdeutschenfeindlichkeit“ breit gemacht, behauptet Hensel.

„Was ich seit zwölf Monaten aber auch erlebe, soll ich das genauso sagen, wie ich es denke?, ist ein Hass auf die Ostdeutschen. Eine Wut und eine Lust auf Unterstellungen, Pauschalisierungen, Spott, Hohn und Verurteilungen, die ich mir so nie hätte vorstellen können.“

Was natürlich ausgedachter Quatsch ist. Allein der Anreißer:

„Wir sollten aufhören, die Mehrheit der Ostdeutschen wegen Pegida in Geiselhaft zu nehmen. So wird aus Deutschland kein modernes, plurales, progressives Land.“

Eine astreine Sockenpuppe, moralinsauer präsentiert. Niemand nimmt alle Ostdeutschen in Geiselhaft, wenn er, wie es aktuell immerhin mal geschieht, den Rassismus und die antidemokratischen Ressentiments kritisiert, die offensichtlich leider im Osten noch häufiger als schon im Westen existieren und die sehr leicht Anschluss an die sogenannte gesellschaftliche Mitte finden, im Osten offenbar leichter als im Westen. Wer könnte die zahlreichen rassistischen Äußerungen auch offizieller Instanzen vergessen? In einem modernen, pluralen, progressiven Land muss das deutlich und von allen Seiten kritisiert werden!

Selbstredend sind nicht alle Ossis offen oder verkappt Nazis. Aber zu viele tragen rassistisches Gedankengut in sich und nicht wenige äußern dieses mittlerweile auch. In einer für mich irritierenden Offenheit. Natürlich geschieht das oft nicht sonderlich reflektiert und dem ist mit guten Argumenten immer wieder beizukommen.

Pegida und Co treffen aber in Ostdeutschland vielerorts auf offene Ohren und gut etablierte und erfahrene Strukturen. Diese beeinflussen gekonnt die „öffentliche Meinung“. Es gibt eine Art Filter Bubble in Ostdeutschland, in Sachsen.

Das hab ich am eigenen Leib erfahren. Die Sprache hat sich verändert, verhärtet. Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema. Demokratieverdrossenheit, ein Gefühl der Machtlosigkeit. Angst ist ein Thema, Angst vor Veränderung, Verunsicherung. Menschen, die ich schätze, geben, vermutlich ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, Gerüchte und Lügen rechter Hetzer in den sozialen Medien wieder, weil sie sie für wahr halten. Vielfach widerlegte Lügen, nur dass die Richtigstellung sie nie erreicht hat.

(Neo-)Nazis waren in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung immer ein Problem. Ich zitiere mal aus einem biografischen Entwurf, den ich rumliegen habe, zum Thema Jugend in Erfurt:

„Die späten 90er in Thüringen, in Erfurt, waren von Neonazis und Rassismus geprägt. Neutral mit rechter Meinung war die häufige politische Verortung. An meinem Gymnasium. In meiner Klasse. Eine gemäßigte Sicht. Es gab auch Rechte.“

Links sein, links aussehen, war immer gefährlich; oder treffender noch: Wer nicht rechts aussah, lief immer wieder Gefahr, von Nazis auf die Fresse zu kriegen. „Neutral mit rechter Meinung“ war de facto die Mitte. Anti-Antifa-Aufkleber (vermutlich mit engen Kontakten bis zum sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, NSU) waren Normalität. Dorffeste waren eigentlich immer in Nazihand. Das wusste man. „Ausländer“ gab es kaum.

Ich weiß noch, wie irritiert ich war, als ich in Bielefeld später erstmals auf „H&M-Linke“, wie man sie dort nannte, traf. Bielefeld wirkte auf mich unglaublich links und alternativ. Kurz darauf erklärte mir Nulipan, dass das einfach modern sei und wenig über politische Gesinnung aussagen würde. Was leider stimmte. Aber im Westen bekam man zumindest nicht für Mode auf die Fresse. Oder jedenfalls seltener. Es besteht jedenfalls noch immer ein relevanter Unterschied.

Rassismus ist nicht auf den Osten Deutschlands beschränkt. Aber er tritt dort besonders offen und menschenfeindlich zu Tage, ganz aktuell. Das muss thematisiert werden, das ist keine Diskriminierung. Artikel, die sich jetzt an angeblicher Ossifeindlichkeit abarbeiten, finde ich kontraproduktiv. Genauso wenig sollte man im Westen Deutschlands das Rassismusproblem relativieren, indem man es zumindest verbal in den Osten verlagert, auf den man mit dem Finger zeigt. Der „Riss“ von dem Hensel schreibt, verläuft eben nicht zwischen Ost und West. Vielleicht sollte man die Entwicklung in Ostdeutschland eher als gesamtgesellschaftliches Frühwarnsystem betrachten. Optimistisch gedeutet.

„In Ostdeutschland brennen Flüchtlingsheime, mehr als anderswo, öfter als anderswo. Aus dem Osten kam der NSU. Das ist die erschreckende Realität, das kann niemand ignorieren, das kann niemand hinnehmen. Das müssen wir gemeinsam bekämpfen.“

Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste

Sehr passend, auch weil ich mich grad wieder bei Google+ mit sogenannten „Besorgten Bürgern“ rumgeschlagen habe, die uralte Lügen wiederkäuen. Das ärgert mich immer schnell und ich bin nicht bereit, viel Zeit aufzuwenden, um den ganzen Quatsch richtig zu stellen.

Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste ist da schon sinnvoller. Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste

Dort werden verbreitete Ängste und Vorurteile von Zeichner*innen illustriert (natürlich in voller Pracht, ich hab hier nur eine verkleinerte Version eines Bildes eingebunden, damit ihr neugierig werdet) und dann mittels Fakten widerlegt oder verständlich erklärt und eingeordnet. Vielleicht hilft es was.

„Angst ist ein schlechter Ratgeber. Unsere Vorsätze für 2016: Weniger Angst haben – mehr Wissen. Eine Gruppe bekannter deutscher Zeichner hat sich zusammen getan, um die Top15 der Besorgten-Bürger-Ängste zu illustrieren – und mit Fakten zu entkräften…

Die bunte Seite der Macht sind: Aike Arndt, Tim Dinter, FÖRM, Hamed Eshrat, Serafine Frey, Matthias Gubig, Jens Harder, Jim Avignon, Alex Jordan, Alexandra Klobouk, Sebastian Lörscher, Mawil, Moritz Stetter, Henning Wagenbreth, Barbara Yelin und Felix Denk (Journalist, Text und Recherche)“

(via)